Umfrage in Aurich Überschwemmung am Badesee – das sagen Urlauber darüber
Ein überschwemmter Sandstrand, weniger Sitzplätze, eine Wakeboardanlage mit Provisorien: Die Saison am Auricher Badesee ist verflixt. Was sagen Urlauber dazu? Wir haben uns umgehört.
Aurich - Ob sich etwas am Badesee verändert hat? Holger Stubinitzky überlegt kurz: „Das Flair ist dieses Jahr ganz anders.“ Der Bremer kommt nun schon seit 19 Jahren für den Urlaub nach Tannenhausen. Der Sandstrand, der den Badesee für ihn besonders macht, fehlt in diesem Jahr. Regen hat den See über die Ufer treten lassen, der Strand ist überschwemmt. Dennoch zieht der Bremer, ein begeisterter Wakeboard-Fahrer, eine positive Bilanz. „Der Urlaub fühlt sich zwar ein bisschen anders an, aber alles funktioniert noch“, so Stubinitzky.
Die Wakeboard-Anlage wurde nach einigen Startschwierigkeiten Ende Juni wieder geöffnet. Der hohe Wasserstand im See hatte auch die Anlage in Teilen überschwemmt. Um sie in Betrieb zu nehmen, war einiges nötig. Provisorische Laufwege sorgen nun dafür, dass die Wassersportler mit trockenen Füßen zum Startpunkt kommen. Ein zusätzlicher Landanker von 7,5 Tonnen Gewicht wurde für die Beschwerung der Startplattform eingesetzt. Ein neues Fangnetz schützt die Wasserskiläufer vor versunkenen Teilen der Anlage. Das alles musste Geschäftsführer Julian Berg mit dem TÜV abstimmen.
Die Mühe hat sich aber gelohnt. Der 19-jährige Nils Stubinitzky bemerkt wenige Änderungen, nur eine. Der Bremer kommt jedes Jahr in den Ferien nach Aurich. Dann fährt er dreimal pro Tag Wakeboard am Badesee. „Beim Ausstieg aus dem Wasser ist es schwierig.“ Es gibt nämlich keine Treppen mehr, die aus dem Wasser führen. „Aber man gewöhnt sich daran.“
Kein Ende des Problems in Sicht
Die Hochwassersituation belastet die Betreiber am Badesee. Die Startplattform der Wakeboard-Anlage ist zum Teil überschwemmt worden und kann nur zu 50 Prozent genutzt werden. Durch den überfluteten Strand fehlen der Gastronomie 350 Plätze. Und ein Ende des hohen Wasserstandes ist nicht in Sicht.
Denn der Badesee, eine ehemalige Kiesgrube, hat keinen Abfluss. Über den Winter hatten starke Regenfälle den See nach und nach aufgefüllt. Ein hoher Grundwasserstand verhindert, dass Wasser im Boden versacken kann. Noch im Frühjahr waren die Gehwege am See überschwemmt. Diese sind mittlerweile wieder frei. Wakeboard-Betreiber Berg hat bemerkt, dass das Wasser langsamer zurückgeht als im Vorjahr. Er glaubt jedoch nicht, dass der Strand für immer überschwemmt bleibt. „Wir hoffen auf besseres Wetter“, sagt er. Dass der Ärger mit dem hohen Wasserstand und der späten Öffnung der Wakeboard-Anlage zu einem Besucherrückgang am Badesee geführt hat, will Berg nicht so stehen lassen. Es ist halt ein sehr wetterabhängiges Geschäft. Viele Besucher würden eher kurzentschlossen entscheiden, ob sie anreisen oder nicht. Andere würden die Wetter-Erfahrungen aus dem Vorjahr berücksichtigen. Während der Mai noch gut lief, seien der Juni und der Juli bislang eher „nicht so überragend“.
Mit Sorge die Lage verfolgt
Doch genau diese Probleme haben die Bremer Holger Stubinitzky und seine Bekannte Tina Hofmann mit Spannung verfolgt. „Wir hatten Angst, dass der Aqua-Park und die Wakeboard-Anlage nicht öffnen können“, so Holger Stubinitzky. Für die Bremerin Tina Hofmann ist das Angebot besonders wichtig, da ihre Kinder die Aktivitäten täglich nutzen. „Wir wären aber trotzdem gekommen“, fügt sie hinzu. Hofmann bedauert allerdings, dass das Ferienprogramm des Sees seit der ersten Corona-Welle 2020 nicht mehr angeboten wird.
Fazit der Urlauber
Die Bremer reisen jeden Sommer gemeinsam mit einigen Bekannten nach Tannenhausen. „Wir haben keinen langen Fahrtweg und wollen den Sommer in Deutschland nutzen“, sagt Stubinitzky. „Wir lieben Ostfriesland.“ Tina Hofmann schätzt vor allem „das Landleben in Ostfriesland“. Im nächsten Jahr wollen die Bremer wieder Urlaub am Badesee machen – dann zum 20. Mal. Stubinitzky verspricht: „Wir kommen wieder.“