Nein zu Sportplatz  Nabu verlangt Schutzwand für Fledermäuse in Marienhafe

| | 10.07.2024 18:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Dämmerung sind am Tjücher Moortun in Marienhafe Fledermäuse aktiv. Sie werden durch die nördlich des Baggersees (im Hintergrund rechts) geplante Sportanlage beeinträchtigt, befürchten Naturschützer. Foto: Sarah Dirks
In der Dämmerung sind am Tjücher Moortun in Marienhafe Fledermäuse aktiv. Sie werden durch die nördlich des Baggersees (im Hintergrund rechts) geplante Sportanlage beeinträchtigt, befürchten Naturschützer. Foto: Sarah Dirks
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Naturschützer im Altkreis Norden bleiben bei ihrem Nein zur geplanten zentralen Sportstätte in Marienhafe. Was sie kritisieren.

Norden/Marienhafe - Sein Nein zur geplanten zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe hat der Naturschutzverband (Nabu) bekräftigt. In einer ergänzenden Stellungnahme zu dem Projekt lehnen die Naturschützer dieses grundsätzlich ab.

Wie mehrfach berichtet, soll nördlich des Baggersees bis Mitte 2026 eine sieben Hektar große Sportstätte entstehen, die aus zwei Naturrasenfußballfeldern, einem Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlagen besteht. Die Gesamtkosten beziffert die Verwaltung auf 5,5 Millionen Euro. Das zuständige Bundesministerium fördert das Projekt mit rund 2,5 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Samtgemeinde von rund drei Millionen Euro soll unter anderem mit dem Verkauf des alten Sportzentrums in Upgant-Schott als Bauland gegenfinanziert werden.

Beeinträchtigung des Naturhaushalts erwartet

Bereits im Mai 2022 hatte der Nabu Altkreis Norden im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zur 50. Flächennutzungsplanänderung der Samtgemeinde und zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nummer 0228 in seiner Stellungnahme die Maßnahme aufgrund der „erheblichen Beeinträchtigung des Naturhaushalts“ abgelehnt (wir berichteten).

Die Nabu-Verantwortlichen kritisierten darin, dass die Eingriffe in den Naturhaushalt in den bisherigen Beratungen und bei der Entscheidung über den Standort „kaum bis gar nicht“ berücksichtigt wurden und verweisen auf die Bedeutung des Bereichs. Denn laut einem Gutachten nutzen bis zu acht Fledermausarten, darunter seltene und stark gefährdete Spezies, den ehemaligen Baggersee und die angrenzenden Wiesen und Weiden intensiv als Jagd- und Balzquartier sowie als Flugstraße.

Auf diesem Grünland am Tjücher Moortun in Marienhafe soll die neue Sportstätte entstehen und laut Verwaltung Mitte 2026 fertiggestellt sein. Foto: Thomas Dirks
Auf diesem Grünland am Tjücher Moortun in Marienhafe soll die neue Sportstätte entstehen und laut Verwaltung Mitte 2026 fertiggestellt sein. Foto: Thomas Dirks

Vor diesem Hintergrund fordert der Nabu seit Beginn an bei einer Realisierung den Bau einer Schutzwand entlang der gesamten Fläche in ausreichender Höhe, um das Sportzentrum und den See von Lärm und Lichtemissionen abzugrenzen. „Leider wurde bei der jetzigen Planung diese Forderung nicht berücksichtigt“, heißt es in der aktuellen Stellungnahme.

Bei einer Begehung hätten sie zudem feststellen müssen, dass Bäume und Gebüsch entfernt worden seien, die Störungen durch Licht und Lärm zumindest verringert hätten, heißt es.

Schutzwand gegen Lärm und Licht gefordert

Kritik übt der Nabu auch an drei zwischen den 110 Parkplätzen der Sportanlage und dem Naherholungsgebiet geplanten Übergängen. Für sie müssten ausgerechnet dort weitere Bäume gefällt werden, wo Balzquartiere von Abendsegler, Zwerg- und Rauhautfledermaus nachgewiesen worden seien.

Außerdem gibt der Nabu zu bedenken, dass die Lärm- und Lichtemissionen durch an- und abfahrende Fahrzeuge verschärft würden. „Um so dringlicher fordern wir die Schutzwand“, so die Naturschützer.

Schon in ihrer ersten Stellungnahme hatten sie deutlich gemacht, dass sie eine weitere Flächenversiegelung im Außenbereich grundsätzlich ablehnten. Es sei daher zu prüfen, ob ein Sportzentrum von der geplanten Größe an anderer Stelle im Brookmerland ohne erhebliche Beeinträchtigungen des Naturhaushalts neu gebaut oder das vorhandene in Upgant-Schott wiederhergestellt werden könne.

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