Hamburg  Nach tödlichem Unfall am Jungfernstieg: Polizei nimmt 18-Jährigem den Führerschein ab

Yannick Kitzinger
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Von Yannick Kitzinger
| 10.07.2024 15:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach dem tödlichen Unglück am Jungfernstieg haben viele Menschen Blumen und Kerzen am Unfallort niedergelegt. Foto: IMAGO IMAGES / Maximilian Koch
Nach dem tödlichen Unglück am Jungfernstieg haben viele Menschen Blumen und Kerzen am Unfallort niedergelegt. Foto: IMAGO IMAGES / Maximilian Koch
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Nach dem tödlichen Unfall am Hamburger Jungfernstieg laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Noch gibt es viele offene Fragen – auch zur Rolle des 52-jährigen Beifahrers.

Mehr als eine Woche nach dem tödlichen Unglück am Hamburger Jungfernstieg, bei dem ein 39 Jahre alter Familienvater ums Leben kam, laufen die Ermittlungen zur Unfallursache noch immer auf Hochtouren. Noch sei unklar, warum der 18 Jahre alte Fahrer des Unfallwagens – ein Auto mit 612 PS – auf den Gehweg fuhr. Dem Fahranfänger wurde vorerst der Führerschein abgenommen, erklärte die Polizei laut „Hamburger Morgenpost“.

Auch, ob die Ermittlungen auf den 52 Jahre alten Beifahrer – den Vater des Unfallfahrers – ausgeweitet werden, sei demnach aktuell noch unklar. „Die Ermittlungen richten sich zunächst gegen den Fahrer“, so ein Sprecher der Polizei. 

Was genau die Beamten dem Fahrer vorwerfen, ist nicht bekannt. Der Vater soll kurz nach dem Unfall angegeben haben, sein Sohn sei am Steuer ohnmächtig geworden. Beim Eintreffen der Rettungskräfte sei der 18-Jährige jedoch ansprechbar gewesen.

Der 39-jährige Familienvater und Mitarbeiter der Hochbahn war bei dem Unfall am Dienstagvormittag, 2. Juli, tödlich verletzt worden. Ein weiterer Mann im Alter von 23 Jahren wurde schwer und ein 29-Jähriger leicht verletzt. Eine Augenzeugin erlitt einen Schock und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden Männer im Unfallwagen wurden leicht verletzt.

Nach Angaben der Polizei überfuhr das Auto erst mehrere Stühle auf dem Platz vor einer Außenterrasse eines Restaurants, prallte dann vor einer Sparkasse gegen einen parkenden Transporter und kam mit zertrümmerter Front im Eingangsbereich der Filiale zum Stehen. 

Durch die Wucht des Aufpralls habe sich der Transporter nach vorn bewegt und den 39-Jährigen erfasst, der zunächst unter Reanimationsmaßnahmen in ein Krankenhaus transportiert wurde. Dort erlag er dann seinen Verletzungen.

Schon kurz nach dem Unfall hatten Privatleute unabhängig voneinander zwei Spendenkampagnen zugunsten der Familie ins Leben gerufen. Eine wurde vom Hochbahnmitarbeiter Sven Terpe auf der Online-Plattform betterplace.me organisiert. Das ursprüngliche Ziel von 15.000 Euro wurde mittlerweile deutlich übertroffen. Am Mittwochmittag waren bereits mehr als 65.000 Euro zusammengekommen.

Die zweite Spendenaktion kommt von einer Privatperson aus dem beruflichen Umfeld der hinterbliebenen Ehefrau. Auch hier ist das Mitgefühl mit der Familie des Verstorbenen groß. Der Organisator der „GoFundMe“-Kampagne schreibt: „Das Spendenziel wurde bereits mit so einer Hilfsbereitschaft vorangetrieben, dass ich das Spendenziel auf 35.000 Euro erhöht habe, damit die Spendensumme so hoch wie nur möglich sein wird.“ Bis Mittwoch hatten bereits mehr als 1100 Menschen gespendet und so knapp 34.500 Euro gesammelt.

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