Nahverkehr in Ostfriesland Bahnanschluss – Minister sieht gute Chancen für Aurich
Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) räumt einer Wiederbelebung der Bahnstrecke Aurich-Abelitz gute Chancen ein. Ein Plus sei dabei die geplante Zentralklinik.
Aurich - Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies macht der Stadt Aurich Hoffnung auf einen Bahnanschluss. Die Notwendigkeit einer solchen Anbindung sei „zu 100 Prozent gegeben“, sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit dieser Zeitung. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das ein gutes Projekt wäre“, so Lies.
Auf der Strecke Aurich-Abelitz fuhren in den vergangenen Jahren nur Güterzüge. Aurich ist die größte Stadt Deutschlands, die nicht über die Schiene mit dem Personennahverkehr verbunden ist. Ein Missstand, der seit der Stilllegung im Jahr 1967 anhält.
Bereits vor mehr als zehn Jahren gab es einen Versuch, die Strecke wieder zu beleben. Dieser scheiterte. Dieses Mal seien die Bedingungen jedoch besser, so Lies. Im Vergleich zu damals seien die Förderkriterien für ländliche Räume günstiger. Zu diesen zählt Lies auch die Verbindung zwischen Aurich und Emden.
Bau der Zentralklinik in Uthwerdum wirke sich positiv aus
Doch der Wettbewerb um Fördermittel ist groß. Allein in Niedersachsen sind mehr als 20 Projekte in die engere Auswahl gekommen. Als großes Plus für Aurich-Abelitz sieht der Minister aber die geplante Zentralklinik in Uthwerdum (Gemeinde Südbrookmerland). Diese könne so ideal angebunden werden. Da die Kosten einer Reaktivierung mit dem zu erwartenden Nutzen in Verhältnis gestellt wird, wirke sich der geplante Krankenhaus-Bau positiv aus.
Zwar plane man zunächst mit einer klassischen Eisenbahnstrecke, so Lies. Aber auch eine Art Straßenbahn sei denkbar – auf einer Schiene, auf der auch Güterverkehr stattfinden könne.
Aurich-Abelitz hat es in die zweite Runde geschafft
Die Strecke Aurich-Abelitz hat es im Reaktivierungsprogramm in die zweite Runde geschafft. Derzeit wird an einem weiteren Gutachten gearbeitet. Das Ergebnis der zweiten Stufe erwartet Lies noch in diesem Jahr. Voraussichtlich im kommenden Jahr könne dann eine „Gesamtbewertung“ vorgenommen werden. Mit einer Reaktivierung, sollte es dazu kommen, rechnet der Minister bis spätestens 2030.
Die Auricher Politik ist klar für eine Reaktivierung. Einstimmig sprach sich im November vergangenen Jahres der Stadtrat in einer Resolution dafür aus. Auch außerhalb der Politik gibt es Befürworter. Seit Jahren wirbt der Verein „Ran an die Bahn“ für einen Personenverkehr auf der Strecke.
Ein erster Versuch wurde 2015 eingestellt. Damals zog sich der Windkraftanlagenhersteller Enercon zurück. Er hielt einen Ausbau der Trasse nicht mehr für nötig. Damit wurde auch das Projekt Personennahverkehr eingestellt.