Osnabrück  „Brauchen armutsfreie Rente“ – Sozialverband fordert Ausweitung von Freibeträgen

Lucas Wiegelmann
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Von Lucas Wiegelmann
| 05.07.2024 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Zu viele haben am Ende zu wenig m Portemonnaie“, beklagt der Sozialverband Deutschland Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
„Zu viele haben am Ende zu wenig m Portemonnaie“, beklagt der Sozialverband Deutschland Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
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Noch nie waren so viele ältere Menschen in Deutschland neben ihrer Rente auf Sozialhilfe angewiesen wie heute. Michaela Engelmeier, Chefin des Sozialverbands Deutschland, nennt das „alarmierend“ – und bringt eine neue Entlastung für Senioren ins Spiel.

Angesichts eines neuen Höchststandes bei der Zahl von Senioren in Deutschland, die neben ihrer Rente auf Sozialhilfe angewiesen sind, hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) zusätzliche finanzielle Entlastungen für ältere Menschen gefordert. „Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass zu viele Menschen einfach am Ende zu wenig Geld im Portemonnaie haben“, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier im Gespräch mit dieser Redaktion.

Sie plädierte für eine Ausweitung des Grundrentenfreibetrags auf alle Senioren. Bisher gilt der Freibetrag nur für Rentner, die mindestens 33 Jahre Beiträge für Beschäftigung, Erziehung oder Pflege geleistet haben. „Der SoVD fordert daher, dass der Freibetrag für Betroffene künftig ohne die Vorbedingung von 33 Grundrentenjahren gelten sollte, denn davon würden dann deutlich mehr Personen mit kleinen Renten profitieren“, sagte Engelmeier.

Hintergrund sind Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach derzeit mehr Senioren die sogenannte Grundsicherung im Alter beziehen als je zuvor. Im ersten Quartal 2024 waren es 719.330. Das ist ein Anstieg um knapp 35.000 im Vergleich zum März 2023 und um rund 40 Prozent seit 2015 (511.915).

„Wir brauchen dringend eine armutsfeste Rente für alle, die jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben“, sagte Engelmeier weiter. Dafür müssten auch der Mindestlohn auf 15,02 Euro steigen sowie das Rentenniveau auf 53 Prozent angehoben werden. „Nur so ist diese dramatische Entwicklung zu stoppen“, so Engelmeier.

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