Soziales Engagement im Brookmerland Salate und frisches Obst als Geburtstagsgeschenk
Zehn Jahre Spieskamer und Soziales Kaufhaus in Rechtsupweg. Wie dieses Ereignis gefeiert wurde.
Rechtsupweg - Zehn Jahre Spieskamer und Soziales Kaufhaus in Rechtsupweg: Ein Grund zum Feiern und Rückschau zu halten, dachten sich Vorstand und Mitarbeiter der Einrichtung am Runjeweg. Am Sonntag freuten sie sich über zahlreiche Gäste, mit denen sie auf den runden Geburtstag anstießen. Bei selbst gebackenem Kuchen, Kaffee, Pommes, Fischbrötchen und Kaltgetränken kamen sie mit den Besuchern ins Gespräch und informierten über ihre ehrenamtliche Arbeit.
Besuch bekamen sie am Vormittag von ihren Kollegen der Spieskamer Dornum-Holtriem. Als Gastgeschenk brachten diese einen Wagen voller Salate und frisches Obst mit.
2006 gegründet
Im Jahr 2006 gründete sich die Institution „Soziales Kaufhaus“ und zog zunächst in ein Haus in der Burgstraße in Marienhafe. Als sich 2014 die Gelegenheit bot, die Räume des ehemaligen Gemischtwarengeschäfts Konken in Rechtsupweg zu beziehen, griff man sofort zu, erinnerten sich am Sonntag die Vorstandsfrauen Sabine Stübich, Christa Grambusch-Taute und Daniela Kümmel. Offensichtlich ein Glücksgriff, denn die neue Örtlichkeit erwies sich als ideal für das Kaufhaus und wird seither nachhaltig genutzt.
Das zehnte Jahr ist für die zurzeit 15 freiwilligen Helfer kein einfaches Jahr. Zu Jahresbeginn verstarb der damalige 1. Vorsitzende Adolf Kümmel plötzlich. Für ihn übernahm seine Stellvertreterin Sabine Stübich die Leitung. In diesem Jahr muss vor dem Winter noch ein Wasserschaden repariert werden und an einigen Stellen sind Renovierungsarbeiten notwendig, sagte sie im Gespräch.
Motivation für ihr ehramtliches Engagement zieht sie aus der Unterstützung durch viele Firmen und Spender, besonders aber aus der zufriedenen Kundschaft des Sozialen Kaufhauses und den dankbaren Abnehmern in der Spieskamer.
Rund 200 Personen werden einmal pro Woche, jeweils freitags mit allem zum Leben Nötigen versorgt. Von der Gurke bis zur Dosensuppe über Hygieneartikel bis zur Milch reicht das gespendete Angebot. Nur eines gebe es nicht, betont Christa Grambusch-Taute. „Alkohol in jeder Form ist bei uns absolut tabu“, sagte sie. Weder Bier noch alkoholhaltige Süßigkeiten gebe es. Man versuche aber, bei der Zusammenstellung der einzelnen Rationen auf besondere Gegebenheiten und Wünsche zu achten. Muslime, die dies nicht möchten, erhalten zum Beispiel kein Fleisch, auch Veganer sind unter den Empfängern. Familien mit Kindern erhalten Babynahrung und Süßes für die Kleinen.
Echte Herausforderung
Für die Helfer der Spieskamer ist das eine echte Herausforderung. Besonders in den vergangenen Jahren, denn der Kreis der Empfänger ist ständig im Fluss. Die einen ziehen weg, bei anderen verbessert sich die soziale Lage. Etwa zwei Drittel des aktuellen Empfängerstammes bilden derzeit geflohene Ukrainer, berichtet Daniela Kümmel. Sie alle kommen aus dem Brookmerland, einige auch aus den Randgebieten der umliegenden Gemeinden.
Zur Lebensmittelausgabe dürfen alle Menschen kommen, deren aktuelle soziale Lage kritisch ist, erklärten die Vorstandsfrauen. Sie prüfen die Notwendigkeit und geben je nach Möglichkeit entsprechende Bezugsausweise aus. Das alles funktioniere nur, wenn zwei Voraussetzungen dauerhaft erfüllt würden: Zum einen bedarf es regelmäßiger und unregelmäßiger Spenden in allen denkbaren Formen. Zum anderen müssen für die umfangreichen Aufgaben ausreichend freiwillige Helfer zur Verfügung stehen. Letztere werden, bei steigender Nachfrage nach diesen sozialen Leistungen, immer gesucht.