Bürgervotum geplant  Hannes-Flesner-Platz in Leezdorf – Bürger sollen entscheiden

| | 28.06.2024 19:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pfeife, Akkordeon, Elbsegler: So kannte man den „fröhlichen Ostfriesen“ Hannes Flesner aus Leezdorf. Foto: Privatarchiv Flesner
Pfeife, Akkordeon, Elbsegler: So kannte man den „fröhlichen Ostfriesen“ Hannes Flesner aus Leezdorf. Foto: Privatarchiv Flesner
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Der Leezdorfer Rat vertagte eine Benennung des Dorfplatzes nach Hannes Flesner. Amtlich ist jetzt, was aus der Neugestaltung der Fläche wird.

Leezdorf - Leezdorfer Bürger sollen das letzte Wort haben: Die Entscheidung darüber, ob der Dorfplatz der Gemeinde Leezdorf nach dem bekannten plattdeutschen Liedermacher und Journalisten Hannes Flesner benannt wird oder nicht, sollen die Einwohner des Ortes treffen. Dafür sprach sich der Gemeinderat am Donnerstag mehrheitlich aus. Lediglich das neue aus Heinrich Ubben und SPD-Rebellin Heidi Schmidt bestehende Bündnis „Moin, Frau Schmidt“ enthielt sich.

Zur Erinnerung: Schmidt und Ubben hatten den Vorschlag gemacht, um den in Aurich geborenen Flesner, der ab den frühen 1970er Jahren als „fröhlicher Ostfriese“ mit seinen plattdeutschen „Schgangsongs“ überregionale Popularität erlangte und bis zu seinem Tod 1984 in Leezdorf lebte, posthum zu würdigen.

Tafel mit Namen

Diese Absicht bekräftigte die zweiköpfige Fraktion am Donnerstag. Zusätzlich regte sie an, auf einer Tafel diejenigen Leezdorfer namentlich zu erwähnen, die sich um den Dorfplatz verdient gemacht hätten.

„Das ist Eure Idee. Wir sind grundsätzlich bei Euch“, sagte Heiner Kuske, Sprecher der SPD/Grüne-Gruppe, forderte dann aber, einen „offenen Bürgerdialog“. „Die Leezdorfer sollen abstimmen“, sagte Kuske.

Ähnlich äußerte sich der Sprecher der BWG/CDU-Gruppe, Mario Toben. „Eine Top-Idee. Wenn es einer verdient hat, dann Hannes Flesner. Der hat die Nase vorn. Kein Leezdorfer ist bekannter als er“, stellte Toben fest, sprach sich aber ebenfalls dafür aus, die Bürger in die Entscheidung einzubinden.

In welcher Form und wann das geschehen soll, blieb in der Ratssitzung offen. Die Politiker sagten dazu nichts.

Der Dorfplatz in Leezdorf sorgte in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen. Er sollte für 600.000 Euro umgestaltet werden. Nach anhaltender Kritik wurde der Plan verworfen. Foto: Sarah Dirks
Der Dorfplatz in Leezdorf sorgte in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen. Er sollte für 600.000 Euro umgestaltet werden. Nach anhaltender Kritik wurde der Plan verworfen. Foto: Sarah Dirks

Ubben protestierte gegen die Beschlussfassung. Diese sei zuvor vom Verwaltungsausschuss nicht geplant gewesen. „Hier vertagt man sich nicht, um sich in ein Mauseloch zurückzuziehen, sondern in einen Dialog zu gehen“, entgegnete Gemeindedirektor Gerhard Ihmels.

Offiziell vom Tisch ist unterdessen die umstrittene Neugestaltung des Dorfplatzes. „Das hat sich erledigt“, berichtete stellvertretender Gemeindedirektor und Bauamtleiter Jochen Behrends.

Förderbescheid zurückgegeben

Man habe den Förderbescheid zurückgegeben, nachdem feststand, dass seitens der Politik keine Bereitschaft zur Finanzierung mehr bestand, erklärte er. Diese sei Voraussetzung, um Zuschüsse zu erhalten.

Wie mehrfach berichtet, wäre das 600.000 Euro teure Vorhaben, das zum Ortsentwicklungsplan Dorfregion Brookmerland zählte, mit rund einer halben Million Euro gefördert worden. Der Eigenanteil der Gemeinde war im Doppelhaushalt 2024/2025 eingeplant, der aber im vergangenen Dezember keine Mehrheit im Rat fand. „Damit wurde dem Projekt der Boden entzogen und es zu Grabe getragen“, erklärte Ihmels. Das Projekt sei an der „Sturheit“ von Ubben und Schmidt gescheitert, kritisierte Kuske.

Im Dezember 2023 erläuterte der stellvertretende Leezdorfer Gemeindedirektor und Brookmerlander Bauamtsleiter Jochen Behrends den neuen Dorfplatz-Plan. Jetzt verkündete er dessen offizielles Aus. Foto: Thomas Dirks
Im Dezember 2023 erläuterte der stellvertretende Leezdorfer Gemeindedirektor und Brookmerlander Bauamtsleiter Jochen Behrends den neuen Dorfplatz-Plan. Jetzt verkündete er dessen offizielles Aus. Foto: Thomas Dirks

„Wir wollen, dass der Platz schöner wird und nicht brach liegt“, verteidigte Heidi Schmidt und schlug vor, dort Spielgeräte aufzustellen und Hecken zu pflanzen. „Das wäre Bestandteil des Plans gewesen und hätten wir haben können“, erinnerte Katharina Silo (Grüne).

„Es wird definitiv keine Fördermittel mehr geben“, stellte Ihmels klar. Wenn jetzt noch etwas am Dorfplatz getan werden solle, dann müsse das zu 100 Prozent über Kredite finanziert werden und wäre eine freiwillige Investition.

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