Osnabrück „Operation Marea Negra“ - spannende Serie über realen Drogenschmuggel im U-Boot
So unglaublich es klingt - die spanische Serie „Operation Marea Negra“ über ein U-Boot, in dem drei Tonnen Kokain durch den Atlantik geschmuggelt werden, beruht auf Tatsachen.
Spanischer Meister! Amateurboxer Nando (Álex González) wähnt sich vor seinem endgültigen Durchbruch. Aber wie wenig so ein Titel im Amateurboxsport wert ist, erfährt er schon am nächsten Tag aus der lokalen Zeitung. Da ist sein Sieg gerade mal eine kurze Meldung wert, ohne dass auch nur sein Name genannt wird. Als Nando dann auch noch von seinem Trainer gesagt bekommt, dass er zu alt für eine Profikarriere sei, bricht eine Welt für den Boxer zusammen.
Über seine Cousine Gema (Nerea Barros) knüpft er Kontakt zu seinem Onkel, dem galicischen Drogenboss Valdés (Miquel Insua). Hier lockt immerhin das schnelle Geld. Nandos väterlicher Großvater (Manuel Manquiña) warnt zwar noch: „Dieses Geld hat seinen Preis“. Aber es ist zu spät. Nach einem verpatzten Deal steht Nando bei seinem Onkel mächtig in der Kreide. Seine „Schulden“ soll er nun gemeinsam mit seinem Cousin Sergio (Nuno Lopes) in Südamerika abarbeiten, wo der Chef eines kolumbianisches Drogenkartells bereits mit einer ganz besonderen Aufgabe auf die beiden wartet.
Nando, der auch ein erfahrener Segler und Navigator ist, soll drei Tonnen Kokain durch den Atlantik schmuggeln – in einem vom kolumbianischen Drogenkartell selbst gebauten U-Boot aus Glasfaser und Harz. Mit an Bord kommen noch ein brasilianischer Schiffsmechaniker sowie ein Auftragskiller als Aufpasser. Das werden keine angenehmen 6000 Kilometer. Und die Tatsache, dass den Männern längst die internationale Drogenfahndung im Nacken sitzt, macht die Sache auch nicht leichter.
Man möchte es kaum glauben, aber diese Geschichte beruht auf Tatsachen. Seit den 1990er Jahren werden von Mittelamerika aus sogenannte „Narco-Submarines“, Drogen-U-Boote, zum Schmuggeln eingesetzt. Allerdings zunächst nur entlang der amerikanischen Küste. Dass damit auch Drogen auf dem Atlantikweg nach Europa transportiert werden könnten, galt lange Zeit nur als Gerücht, als eine moderne Legende. Erst im November 2019 gelang es der spanischen Guardia Civil, an der galicischen Küste ein 20 Meter langes Drogen-U-Boot mit insgesamt 3068 Kilo Kokain und drei Mann Besatzung abzufangen.
Vor diesem realen Hintergrund entstand die Idee zu der fiktionalen Serie „Operation Marea Negra“. Den beiden Drehbuchautoren und Serienerfindern Patxi Amezcua und Natxo López ist eine mitreißende Story gelungen, die einen ganz neuen Blick auf den internationalen Drogenschmuggel wirft. Das U-Boot als späterer Handlungsort sorgt dabei natürlich für eine besondere Dramatik. Vor allen Dingen die Überfahrt in klaustrophobischer Enge, während der die Männer mit technischen Mängeln und allerlei menschlichen Konflikten an Bord des handgefertigten U-Bootes zu kämpfen haben, hat es in sich.
Regisseur Daniel Calparsoro setzt in seiner spannenden Inszenierung nicht nur auf exotische Kulissen und dramatische Momente, sondern ganz besonders auch auf seinen charismatischen Hauptdarsteller González. Der überzeugt voll und ganz als ein zwischen Enttäuschung und Hoffnung hin- und hergerissener Mann, der ziemlich blauäugig und völlig orientierungslos in die Kriminalität abdriftet.
Die Miniserie war dermaßen erfolgreich, dass in Spanien bereits zwei weitere Staffeln produziert wurden, die dort beim Streamingdienst Prime laufen. In Deutschland ist nun erst einmal die erste Staffel unverschlüsselt bei ZDFneo und in der ZDF Mediathek zu sehen.
„Operation Marea Negra“ (1-4/4). ZDFneo, 02. Juli, 23.05 Uhr. ZDF Mediathek ab 03. Juli, 10.00 Uhr.