Kitasatzung im Kreis Aurich  Freie Träger wollen keinen Schnellschuss

| | 27.06.2024 12:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Blick in die Mensa des Kindergartens „Kinnerhuck“ in Strackholt, eine der Leila-Einrichtungen. Foto: Romuald Banik
Blick in die Mensa des Kindergartens „Kinnerhuck“ in Strackholt, eine der Leila-Einrichtungen. Foto: Romuald Banik
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Die Kommunen haben über die neue Kitasatzung im Kreis Aurich beschlossen. Nun sollen die freien Träger mit ihnen verhandeln. Doch die wollen aus verschiedenen Gründen genau hinsehen.

Aurich - Die Kommunen im Landkreis Aurich wollen möglichst schnell über die landkreisweite Kitasatzung mit den freien Trägern beraten. Bis zum Ende des Jahres sollen die Bedingungen für die Rahmenverträge mit den freien Trägern stehen. Doch die freien Träger wollen sich nicht von Zeitplänen unter Druck setzen lassen. Das machte jetzt Dr. Nele Krampen, Geschäftsführerin des Kitaträgers „Leila“, Lebenshilfe-Einrichtungen im Landkreis Aurich, im Gespräch stellvertretend für die freien Träger deutlich. Die Leila ist eine gemeinnützige GmbH und betreibt fünf integrative Einrichtungen im Landkreis Aurich unter anderem in Aurich, Südbrookmerland und Großefehn.

„Ich sehe es nicht, dass wir es zum 1.1. hinbekommen“, sagt Krampen. Sie und die anderen freien Träger wollen sich nicht drängen lassen. Schließlich liefen nach wie vor die Betreiberverträge mit den Kommunen. Darüber seien sowohl die Träger der Kitas als auch die Eltern abgesichert, dass alles wie gewohnt laufen kann. Die Eltern bräuchten also zum Start des Kitajahres nicht verunsichert sein, betont Krampen. „Wir haben Betreiberverträge. Die gelten. Das gibt Sicherheit“, sagt die Leila-Chefin.

Kommunen wollen Thema schnell abschließen

Zum 1. Januar, wie auch bei den meisten Kommunen, sollten nach Möglichkeit die Verhandlungen abgeschlossen sein und die neuen Verträge nach neuer Satzung stehen, so Erwin Adams, der sich im jüngsten Gespräch mit dieser Zeitung optimistisch zeigte, was den Zeitplan angeht. Adams ist Geschäftsführer des Auricher Kreisverbands des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds und hat die Federführung bei den Verhandlungen mit den Kitaträgern inne. Bei der Kitavereinbarung, die die Kommunen mit dem Landkreis ausgehandelt haben und aus der nun die neue Satzung zu Betrieb und Gebühren entstand, seien die freien Träger bislang jedoch nicht beteiligt gewesen, so Krampen. Auch in den Arbeitskreisen seien die freien Träger nicht vertreten gewesen. „Wir wurden überhaupt nicht einbezogen“, sagt die Leila-Chefin.

Dabei sei etwa die Hälfte der Kitas im Landkreis Aurich in der Hand freier Träger. Dazu gehören neben der Leila die evangelische und katholische Kirche, DRK und auch Elternvereine wie zum Beispiel der Waldkindergarten in Ihlow. Deswegen wolle sie sich jetzt auch die Zeit nehmen, genau hinzuschauen, bevor etwas Neues unterschreiben wird. Die freien Träger wollen mitmachen, aber die Details genau besehen.

Auswirkungen neuer Gebühren

Und natürlich hätten zu hohe Elternbeiträge auch Auswirkungen auf die Öffnungszeiten der Kitas. Wenn wegen zu hoher Beiträge Eltern entscheiden, die Kinder früher aus der Kita zu holen und die restliche Betreuung privat organisieren, müssten die freien Träger auch schauen, wie lange sie die Kita öffnen können.

Nicht zu vernachlässigen sei außerdem, dass die freien Träger sehr vielseitig aufgestellt sind. Jeder habe eigene Interessen in der Kita-Konzeption, die es zu berücksichtigen gelte. Die Leila etwa lege den Fokus auf Integration, Waldkindergärten auf das naturnahe Konzept und die Kirche möchte auch den Glauben berücksichtigen. „Freie Träger als solche sind kein Monolith“, sagt Krampen. Schon allein wegen der großen Zahl an zu berücksichtigenden Interessen unter den Trägern werde es wohl keine voreiligen Beschlüsse geben in den anstehenden Verhandlungen.

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