Dorfverein „Uns Timmel“  Theaterstück im RTC ist nicht in Gefahr

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 27.06.2024 10:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Zukunft des RTC Timmel ist ungewiss. Das Theaterstück des Dorfvereins wird aber aufgeführt. Foto: Heino Hermanns
Die Zukunft des RTC Timmel ist ungewiss. Das Theaterstück des Dorfvereins wird aber aufgeführt. Foto: Heino Hermanns
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Der Pachtvertrag der GTG über das Reitsport Touristik Centrum (RTC) Timmel mit Pächter Andy Klasing ist aufgelöst. Das hat aber keine Auswirkungen auf das geplante Theaterstück im nächsten Jahr.

Timmel - Am Dienstagabend kam die Nachricht per Pressemitteilung: Der Pachtvertrag der Großefehn Tourismus GmbH (GTG) über das Reitsport Touristik Centrum (RTC) Timmel mit Pächter Andy Klasing ist aufgelöst. Grundsätzlich bedeute dies, dass auch die geplanten Veranstaltungen im RTC nicht mehr stattfinden könnten, so Jens Erdwiens, kaufmännischer Leiter der GTG, am Dienstag. Ausgenommen seien nur die Veranstaltungen des Reit- und Fahrvereins.

Ein Satz, der bei Ludwig Soeken für eine unruhige Nacht sorgte. Denn ab 0.55 Uhr habe sein Handy geklingelt, sagt der Vorsitzende des Dorfvereins „Uns Timmel“ im Pressegespräch. Die Ungewissheit über das Groß-Theaterstück „Timmel unner Strom“ habe viele Mitwirkende aufgeschreckt.

Ludwig Soeken (von links), Gertrud Rogge, Jan Bergmann und Kai Buschmann gehören zum Vorstand des Dorfvereins „Uns Timmel“. Foto: Heino Hermanns
Ludwig Soeken (von links), Gertrud Rogge, Jan Bergmann und Kai Buschmann gehören zum Vorstand des Dorfvereins „Uns Timmel“. Foto: Heino Hermanns

Soeken kann Entwarnung geben: Das Theaterstück wird wie geplant im kommenden Jahr Premiere feiern. „Wir haben unseren Pachtvertrag direkt mit der GTG geschlossen.“ Schon vor zwei Jahren habe der Dorfverein Timmel die Haupthalle des RTC samt der Nebenräume und der Seminarräume für die Zeit vom 1. April bis zum 31. Dezember 2025 gepachtet. Mit der Auflösung des Pachtvertrages mit Andy Klasing habe man nichts zu tun. Selbst wenn die Gemeinde Großefehn nun einen Käufer für das RTC finden sollte, würde das nichts ändern. „Pacht geht vor Verkauf“, sagt Soeken. Das heißt, dass der Dorfverein bei einem Verkauf lediglich einen neuen Verpächter hätte. Dieser könnte aber nichts dagegen unternehmen, dass in der großen Halle am 23. Oktober kommenden Jahres die Premiere des Stücks „Timmel unner Strom“ stattfinden werde. Außerdem habe er sich den Pachtvertrag noch einmal genau durchgelesen, sagt Soeken. Er sei auch von der GTG noch einmal bestätigt worden.

15 Aufführungen sind geplant

Zu weit fortgeschritten seien die Arbeiten an dem neuen Theaterstück, als dass man jetzt aufhören könne. 38 Sprecherrollen seien besetzt worden. Am Ende werde man über 100 Schauspieler auf der Bühne haben. Alle hätten Kostüme an, müssten geschminkt werden – ein großer und vor allem teurer Aufwand. Deswegen habe man auch viele Sponsoren angeworben, bei denen nun wegen der Spielstätte keine Verunsicherung vorherrschen dürfte. „Ohne diese finanzielle Unterstützung geht es nicht.“ Alles in allem sind laut Soeken rund 250 Ehrenamtliche mit diesem Stück beschäftigt, das im kommenden Jahr 15 Mal im RTC aufgeführt werden soll. Zu jeder Vorstellung werden rund 1000 Zuschauer erwartet.

Auf jeden Schauspieler kommen 80 Probensitzungen zu. In der Halle im RTC werden ab Juni acht Timmeler Gebäude aufgebaut, um die Zeit von 1918 bis 1924 darzustellen. Vor dem RTC wird es einen Versorgungsmarkt geben mit dem Thema „Die Goldenen 20er Jahre“. Das Kriegsende 1918, das Ende der Monarchie, der Wechsel zur Weimarer Republik mit Hyperinflation und lahmender Wirtschaft werden in dem Stück thematisiert. Es wird gezeigt, wie das Dorf Timmel mit den Herausforderungen dieser Zeit umgegangen ist. Unter anderem wurd eine genossenschaftliche Darlehenskasse gegründet. Und trotz aller Widrigkeiten verfügte das Dorf ab 1924 über Elektrizität. Timmel unner Strom eben.

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