Polizisten getreten und beleidigt  Mehrere Jahre Haft für aggressiven Auricher

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 25.06.2024 08:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Aurich. Foto: Romuald Banik
Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Aurich. Foto: Romuald Banik
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Er hat bereits einiges auf dem Kerbholz, aktuell ging es um ein ganzes Sammelsurium von Straftaten: Jetzt muss ein 28-jähriger Auricher für Jahre ins Gefängnis.

Aurich - Wegen Widerstands gegen Polizisten und Hilfskräfte, tätlichen Angriffs, Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung, vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung und Fahrens ohne Führerschein unter Alkoholeinfluss hat das Amtsgericht Aurich einen 28-Jährigen aus Aurich zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Über seinen Verteidiger hatte der Mann alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt und damit dem Gericht eine langwierige Zeugenvernehmung erspart.

Zum einen hatte der Angeklagte im Mai 2023 in Kirchdorf mit seinem Auto beim Abbiegen einem anderen Wagen die Vorfahrt genommen und dadurch einen Unfall verursacht. Er selbst hatte sich dabei eine blutende Wunde überm Auge zugezogen. Als Sanitäter diese hatten versorgen wollen, hatte er sie angegriffen und beschimpft. Nur mit Unterstützung von mehreren Polizisten und mit „hohem Kraftaufwand“ war es gelungen, den Mann auf einer Trage zu fixieren und ins Krankenhaus zu bugsieren. Nach der Behandlung war er einem Platzverweis der Polizei nicht gefolgt und hatte sie stattdessen bedroht und unflätig beleidigt. Diesen Auftritt quittierte das Schöffengericht um Dr. Markus Gralla mit dreieinhalb Jahren Gefängnis. In die Strafe wurde ein früheres Urteil einbezogen.

Das letzte Urteil wegen ähnlicher Delikte lag erst sechs Wochen zurück

Ein weiteres Mal war der Angeklagte im Dezember vergangenen Jahres ausgeflippt. Damals hatte der Besitzer einer Auricher Spielothek die Polizei gerufen, weil der Angeklagte die Räumlichkeiten trotz bestehenden Hausverbots nicht hatte verlassen wollen. Die Beamten hatten den Angeklagten auf seinem Fahrrad angetroffen und ihn zur Klärung des Sachverhalts auf die Wache bringen wollen.

Dagegen hatte sich der Angeklagte heftig gewehrt und wild um sich getreten. Ein Beamter war dabei am Knie verletzt worden. Während der Auseinandersetzung hatte er die Polizisten ohne Unterlass obszön beleidigt und hatte schließlich in die Gewahrsamszelle getragen werden müssen. Erst sechs Wochen vor dem Vorfall war der Angeklagte wegen ganz ähnlicher Delikte verurteilt worden. Hier hielten die Richter eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren für angemessen.

Er wurde bereits 14 Mal verurteilt

Der Angeklagte ist dem Gericht kein Unbekannter. Bereits 14 Mal wurde er bisher verurteilt, auch zu Haftstrafen. Verteidiger Arno Saathoff berichtete, sein Mandant sei seit vielen Jahren drogenabhängig. Inzwischen befinde er sich seit einem halben Jahr in Haft, wo er sich ganz auf ein neues Leben vorbereite. Den Drogen habe er den Rücken gekehrt, er treibe nun Sport und strebe einen Realschulabschluss an. Der Angeklagte zeigte sich in der Verhandlung reuig. „Es tut mir unendlich leid“, bedauerte er sein Verhalten und beteuerte, nun einen anderen Weg einschlagen zu wollen.

Richter Gralla verwies auf die lange Strafgeschichte des noch relativ jungen Mannes und zeigte sich wenig optimistisch. „Wir sehen keinen Lernprozess“, stellte er fest und empfahl dem Angeklagten dringend, an sich zu arbeiten. „Bleiben Sie im eigenen Interesse dran“, riet er mit Blick auf seine Zukunft nach der Haft.

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