Lokale Wirtschaft Neuer Eigentümer für EWE-Gebäude in Marienhafe gefunden
Die Betriebsstätte der EWE Netz im Brookmerland ist verkauft. Wer sie Ende August übernimmt und was er damit vorhat.
Marienhafe - Für die bisherige EWE-Bezirksmeisterei in Marienhafe hat sich ein neuer Eigentümer gefunden. Die Immobilie werde zum 31. August dieses Jahres verkauft, teilte der Sprecher von EWE Netz, Dietmar Bücker, auf Anfrage mit. Angaben zum Käufer konnte er aus Datenschutzgründen nicht machen. Nach ON-Informationen handelt es sich dabei um die Firma Handicap Dienstleistungen. Das bestätigte deren Geschäftsführer Robin Stix.
Zur Erinnerung: Wie berichtet, bricht der Energieversorger EWE seine Zelte in Marienhafe ab. Da die Betriebsstätte an der Kreuzung Bundesstraße, Osterupganter Straße nicht mehr benötigt wird, war die unternehmenseigene Immobilie im Internet zum Kauf angeboten worden.
3451 Quadratmeter großes Grundstück
350.000 Euro sollte das Bürogebäude mit Werkstattflächen und Garagen einbringen. Die Nutzfläche beträgt laut Exposé rund 302 Quadratmeter. Die Größe der Bürofläche wird mit 173 Quadratmeter angegeben. Zu dem Gebäude gehört ein 3451 Quadratmeter großes Grundstück. Die aus dem Jahr 1983 stammende Immobilie weise keine großen erkennbaren Mängel auf. Die Garagen wurden 1992 errichtet. Die unbebauten Flächen des Grundstücks sind gepflastert und werden als Park- und Lagerflächen genutzt.
Laut ihrem Sprecher trennt sich die EWE von dem Objekt, weil es nicht mehr benötigt wird. Der tatsächliche Bedarf an Immobilien werde gerade mit Blick auf das Thema Klimaneutralität und betriebliche Notwendigkeiten stetig untersucht, teilte Bücker mit. „Seit der Pandemie haben sich unsere Arbeitsweisen grundlegend verändert“, begründet der Sprecher. So starten Monteure heutzutage in der Regel von zu Hause in die Fläche, ohne vorab eine EWE-Niederlassung aufzusuchen. Möglich sei das durch moderne mobile Endgeräte und digitale Prozesse. Diese Entwicklung mache weniger Immobilien notwendig, erklärt Bücker.
Die Aufgabe von Standorten wie dem in Marienhafe und von Mitarbeitern in der Fläche sei die Sicherstellung eines sicheren Netzbetriebs in den zugeordneten Gemeinden. Dazu gehört laut Bücker unter anderem auch der Bereitschaftsdienst für die Versorgungssparten Gas und Strom.
Auch nach der Schließung der EWE-Betriebsstätte in Marienhafe und dem Verkauf der Immobilie werde die Zahl der Mitarbeiter unverändert bleiben, versichert der Unternehmenssprecher.
Betriebsstätte Moordorf wird auch verkauft
Alle Mitarbeiter blieben in der Region wohnhaft und stellten den Netzbetrieb „mit gleicher Qualität, aber noch effizienter sicher“, heißt es. Die Schließung und den Verkauf weiterer Betriebsstellen schließt Bücker angesichts der beschriebenen Entwicklung nicht aus. So steht inzwischen fest, dass auch die Bezirksmeisterei des Energieversorgers an der Auricher Straße in Moordorf verkauft werden soll (wir berichteten am vergangenen Freitag).
Nach Angaben von Stix will sein Unternehmen die EWE-Betriebsstätte voraussichtlich aber Ende des Jahres als zusätzlichen Standort nutzen. Seinen Hauptsitz hat die Firma in Osterupgant. Im Industriegebiet Hansestraße in Upgant-Schott betreibt sie ein Lager. „Das platzt aus allen Nähten. Wir brauchen mehr Platz“, berichtet Stix.
Das bisherige Betriebsgelände in Marienhafe sei für seine Zwecke ideal. Es sei verkehrsgünstig gelegen und verfüge über Werkstatträume und Garagen, so Stix.
Mit der Schließung der EWE-Betriebsstätte an der Osterupganter Straße geht eine Ära zu Ende. Jahrzehnte war der Energieversorger im Brookmerland vertreten. Bevor in den 1980er Jahren der Neubau bezogen wurde, befand sich eine EWE-Vertretung in der Rosenstraße in Marienhafe neben der Sparkasse.