Dolmetscher überfordert  Verhandlung wegen Körperverletzung und Bedrohung

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 24.06.2024 16:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Aurich. Foto: Romuald Banik
Verhandelt wurde vor dem Amtsgericht Aurich. Foto: Romuald Banik
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Ein aus Mexiko stammender 64-Jähriger soll seine Lebensgefährtin erpresst haben. In der Verhandlung in Aurich gab es Schwierigkeiten. Ein neuer Übersetzer muss her.

Aurich - Der Prozess gegen einen 64-Jährigen aus Emden, der sich wegen Körperverletzung, versuchter räuberischer Erpressung und Bedrohung vor dem Amtsgericht Aurich zu verantworten hatte, musste am Donnerstag aufgrund unerwarteter Hürden unterbrochen werden. Gleich zwei Dolmetscher sahen sich außerstande, die Aussagen des ursprünglich aus Mexiko stammenden Angeklagten gewissenhaft zu übertragen. Einer von ihnen war noch während der Verhandlung herbeigerufen worden.

Der Angeklagte lebt und arbeitet seit Jahren in Emden. Weil er sich auf Deutsch nur schwer auszudrücken weiß, hat er sich mittlerweile auf Englisch als seine Kommunikationssprache spezialisiert, ausreichend verständlich sowohl für Gericht und Anklagevertreterin als auch für Verteidiger und Publikum. Beide Sprachmittler sahen sich jedoch mit der Übersetzung überfordert, so dass dem Gericht nichts anderes übrigblieb, als die Verhandlung zu unterbrechen und zu einem neuen Termin einen professionellen Dolmetscher zu laden.

Er soll Geld gefordert und dabei mit einem Messer gespielt haben

Laut Anklageschrift soll der 64-Jährige im Oktober 2022 seiner Lebensgefährtin in Großefehn im Rahmen eines Streits mit Gewalt ihr Handy abgenommen haben, nachdem diese ihm eröffnet hatte, sich von ihm trennen zu wollen. Wenige Tage später soll er von der Frau 10.000 Euro gefordert haben. Während er für sie bedrohlich mit einem Messer in der Hand gespielt habe, soll er sie aufgefordert haben, die Summe bei ihrer Bank telefonisch zu bestellen. Weil sie dort niemanden erreicht hatte, war es bei einem Erpressungsversuch geblieben. Kurz nach dem Vorfall soll der Angeklagte versucht haben, die Frau in der Küche einzusperren. Ihr war die Flucht nach draußen gelungen, wo ein Nachbar ihr zu Hilfe geeilt war.

Nach Auskunft des Angeklagten hatte er die Frau kennengelernt, als sie auf seiner Ziegenfarm in Mexiko das Handwerk der Käse- und Seifenherstellung hatte erlernen wollen.

Der Prozess wird am Donnerstag, 27. Juni, fortgesetzt.

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