Berlin  Politiker-Videos für die Jugend: Diese Partei hat die AfD auf Tiktok überholt

Jonathan Bresch
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Von Jonathan Bresch
| 10.06.2024 13:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die deutschen Parteien bespielen inzwischen alle auch ihre eigenen TikTok-Kanäle. Einige haben dabei merklich mehr Erfolg als andere. Foto: dpa/Robert Michael
Die deutschen Parteien bespielen inzwischen alle auch ihre eigenen TikTok-Kanäle. Einige haben dabei merklich mehr Erfolg als andere. Foto: dpa/Robert Michael
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Deutsche Parteien werben auf Tiktok um Wähler und sind damit unterschiedlich erfolgreich. Oft heißt es, aus der AfD kämen die erfolgreichsten Tiktoker. Das stimmt nicht mehr.

Deutsche Parteien werben auf den sozialen Medien für sich, um vor allem auch die jüngere Wählerschaft zu erreichen. Auf Tiktok war die AfD bislang sehr erfolgreich damit. Aber die schwächelt jetzt und gibt den ersten Platz frei.

Der politische Content auf Tiktok unterscheidet sich erstmal nicht sonderlich stark von dem auf anderen Plattformen. Die Parteien posten Ausschnitte von Interviews ihrer Spitzenkandidaten, beantworten Fragen und zeigen Schnipsel von Reden aus dem Bundestag. So weit nichts Neues.

Interessant scheint es zu werden, wenn sich die Politiker auf die Tiktok-Trends einlassen. Die Spitzenkandidatin der FDP, Strack-Zimmermann, hat das für sich erkannt. Eines ihrer Videos hat bereits mehr als 1,2 Millionen Aufrufe.

Die untenstehende Statista-Grafik spiegelt den Erfolg der Spitzenkandidaten der deutschen Parteien vor der Europawahl wider. Die FDP entthront die AfD.

Eine tiefere Analyse der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), gibt Aufschluss darüber, welche Themen auf Tiktok relevant waren. Kurz gesagt, war die AfD Thema Nummer eins für den Europawahlkampf auf Tiktok. Alle Parteien, außer der Linken und der CDU/CSU hatten einen beachtlichen Anteil ihrer Likes auf Videos, wo Kritik beziehungsweise Legitimität der AfD das Thema war.

Insgesamt befassten sich 23 Prozent aller Wahlkampfvideos aller Parteien mit der AfD. Die Themen EU und Klimawandel waren mit zwölf und zehn Prozent auf Platz ebenfalls stark bespielt.

Laut IW gibt es vorrangig zwei Gründe, aus denen sich der neue Vorsprung der FDP erklären lässt. Das ist erstens Strack-Zimmermann selbst. Sie hat alleine für 95 Prozent der Likes für FDP Kandidaten gesorgt. Sie scheint also bei dem Publikum auf Tiktok außerordentlich gut anzukommen.

Ebenfalls wichtig war der Rückgang der Performance von Ex-AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah. Krahs Wahlkampf war durchwachsen und von einigen negativen Schlagzeilen geprägt. Unter anderem sorgte er dafür, dass die AfD von der EP-Fraktion im EU-Parlament ausgeschlossen wurde. Außerdem verstieß er kürzlich gegen die Richtlinien der Tiktok und wurde so von der Plattform weniger häufig angezeigt. Er machte von den 147.000 Likes für die AfD nicht mal 7000 aus.

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