Hamburg  Zurück zur Wehrpflicht? Jetzt mal Tacheles, Boris Pistorius!

Ankea Janssen
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Von Ankea Janssen
| 09.06.2024 16:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Steht vor einer Mammutaufgabe: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) muss die Bundeswehr kriegstüchtig machen. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Steht vor einer Mammutaufgabe: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) muss die Bundeswehr kriegstüchtig machen. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
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Verteidigungsminister Boris Pistorius muss die Bundeswehr auf Vordermann bringen. Denn nicht nur aktive Soldaten, auch Reservisten fehlen zuhauf. Höchste Zeit, dass er in Sachen Wehrpflicht konkret wird.

Es lässt sich nicht beschönigen: Deutschland ist nicht kriegstüchtig. Muss es aber schnellstens werden. Besiegt Russland die Ukraine, ist die Gefahr eines Angriffs auf einen Nato-Staat vermutlich größer denn je. Völlig zu Recht macht Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beim Umbau der Truppe jetzt Tempo. 

Denn der Bundeswehr fehlt es seit Jahren an nahezu allem: Geld, Material, Soldaten, aber eben auch Reservisten. Und ohne letztere geht es nicht. Sie müssen im Kriegsfall die aktive Kampftruppe verstärken, aber auch Verluste ersetzen, damit Deutschlands Armee im Spannungs- und Verteidigungsfall schnell zur Stelle sein und erkennbar größer werden kann.

Wie es aber um Verfügbarkeit und Gesundheitsstatus der ehemaligen Wehrdienstleistenden bestellt ist – meist unklar. Klar dagegen: Um wirklich wehrhaft zu sein, braucht es viele Reservisten. So geht Patrick Sensburg, Vorsitzender des Reservisten-Verbandes, davon aus, dass Deutschland dreimal so viele Reservisten wie aktive Soldaten benötigt. Das wären mehr als 500.000 Reservisten – derzeit nehmen nur gut 44.000 ehemalige Soldaten regelmäßig an Übungen teil. Das Verteidigungsministerium steht somit vor einer Mammutaufgabe.

Und auch bei der aktiven Truppe gibt es viel zu tun. Nach „Spiegel“-Informationen müsste die Bundeswehr gemäß Nato-Planungen womöglich auf mehr als 272.000 Soldaten anwachsen. Zum Vergleich: Aktuell stehen in Deutschland lediglich 181.500 Soldaten zur Verfügung. Freiwillige Bewerber gibt es kaum, und auch die Abbrecherquote bei den Rekruten ist hoch.

Als Lösung der Personal-Probleme nennt der Minister immer wieder eines: die Reaktivierung der Wehrpflicht. Mehrfach angekündigt, will er diese Woche endlich konkrete Vorschläge machen. Es wird Zeit.

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