Nachruf Mettin Köllmann ist tot – Erinnerung an einen Ihlower Netzwerker
Mettin Köllmann war ein politisch verbindendes Element in Ihlow. Doch auch als Sportler und Ehrenamtlicher im Theater war er in der Gemeinde bekannt. Zuletzt trat er einen besonderen Kampf an.
Ihlow - In Ihlow war er fast jedem ein Begriff: Mettin Köllmann. Egal ob als Politiker im Gemeinde- und Ortsrat, als Vorsitzender des Boßelvereins Germania in Lübbertsfehn, als Theaterspieler, Handballer oder als Netzwerker – Köllmann war bis zum Ausbruch seiner Krankheit aktiv und fast überall dabei. Doch nun ist der Lübbertsfehntjer, der gebürtig aus Aurich-Extum stammt, am Sonnabendabend nach schwerer Krebserkrankung im Alter von 69 Jahren verstorben.
Die Nachricht rührt Ihlow. So auch Arnold Saathoff, langjähriger Freund und politischer Wegbereiter Köllmanns. „Mich hat das getroffen“, sagt Saathoff. Der aktuelle Gemeinderatsvorsitzende hat damals das Amt von Mettin Köllmann übernommen. Doch beide waren nicht nur SPD-Mitglieder, sondern Freunde. Sie lernten sich schon früh beim Handball das TuS Weene kennen. Dort spielte Mettin Köllmann lange Zeit erfolgreich. Zusammen seien sie nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Freizeit gern unterwegs gewesen, erinnert sich Saathoff. Es sind viele positive Erinnerungen, die er mit Köllmann in Verbindung bringt. Er habe sich selbst und andere auch bei politisch ernsten Themen immer noch zum Lachen bringen können. „Das tat ganz gut“, sagt Saathoff. Als Mann, der Verbindung geschaffen hat, hat ihn auch Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs in Erinnerung. „Er hat mit seiner Menschenkenntnis und seinem Humor dazu beigetragen, dass wir das Verbindende gefunden haben und Beschlüsse zum Wohle der Gemeinde getroffen werden konnten“, so Ulrichs. Der Verlust treffe ihn persönlich und die gesamte Gemeinde Ihlow schwer.
Für Stimmung sorgte Köllmann aber auch im Theater. Bei den Wiekenspölers des „BV Germania“ Lübbertsfehn moderierte er die Aufführungen, bei denen seine Familie sehr engagiert war. Außerdem nahm er auch das Heft beim Boßelverein in die Hand, dessen Vorsitzender er 1997 wurde. Er war darüber hinaus Netzwerker, organisierte für den Ortsrat Ihlowerhörn Veranstaltungen und hatte immer ein Ohr für die Sorgen und Nöte, auch der kleinen Leute. Er selbst arbeitete sich hoch. Er wurde erst Bürovorsteher in der Kanzlei Dr. Harm Buss. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau Magret kennen, mit der er zwei Söhne, Arnd und Gert-Mimke, großzog. Auch zu seinem Chef Harms Buss entwickelte er eine wichtige Beziehung. In einem Porträt über ihn in den Ostfriesischen Nachrichten verriet er, Buss sei so etwas wie sein Mentor und Ziehvater gewesen. Von ihm und den Anwaltskollegen schaute er sich viel ab und so kam zu der imposanten Körpergröße von 1,93 Metern auch ein besonders starkes Auftreten hinzu. Köllmann fiel auf und schaffte es, mit vielen Leuten, egal welcher Herkunft und welchen Status, in Kontakt zu treten. Zuletzt musste er jedoch kürzertreten. Die Diagnose Knochenkrebs machte dem Lübbertsfehntjer zu schaffen. Bis zuletzt kämpfte er dagegen an. Sein Engagement wird den Wegbegleitern und Ihlowern sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Die Familie lädt zur Trauerandacht am Sonnabend, 8. Juni, um 13 Uhr in die Kirche zu Weene zur Trauerandacht ein. Die spätere Urnenbeisetzung findet dann im engsten Familienkreis statt.