Immobilienmarkt Auricher Wohnungsbaugesellschaft rückt näher
Linke und Grüne träumen schon lange davon, nun ziehen SPD und GAP im Auricher Rat nach: Schon bald könnte es eine städtische Wohnungsbaugesellschaft geben.
Aurich - Angedeutet hat es sich bereits in der vergangenen Woche, nun macht die Auricher Politik ernst: Die Gruppe SPD/GAP will eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ins Leben rufen. Einen entsprechenden Antrag hat sie Bürgermeister Horst Feddermann übermittelt. Innerhalb eines halben Jahres sollen die 150 städtischen Wohnungen und Wohngebäude in eine Auricher Wohnungsbaugesellschaft überführt werden, die unter dem Dach der Stadtwerke Aurich gegründet werden soll.
Eine Wohnungsbaugesellschaft könne bei der Planung, der Ausschreibung und der Umsetzung von Neubauten und Sanierungsobjekten flexibler agieren und reagieren im Vergleich zur Stadt Aurich, heißt es in dem Antrag der Gruppe. Dadurch ließen sich erhebliche Kosten einsparen. Verkaufserlöse, Fördergelder sowie die Mieteinnahmen könnten direkt in die Wohnungsbaugesellschaft fließen und zur Schaffung guten und bezahlbaren Wohnraums genutzt werden. Dass dieser benötigt werde, sei durch den Wohnraumbedarfsplan eindeutig belegt.
Linke möchte sofort beschließen
Im Auricher Finanzausschuss war überraschend in der vorigen Woche eine Wohnungsbaugesellschaft thematisiert worden. Eigentlich war es in der Sitzung nur um den Verkauf eines Altbaus durch die Stadt Aurich gegangen. Kämmerin Katja Lorenz hatte nebenbei erwähnt, dass man den Verkaufserlös ja wieder für den Wohnungsbau verwenden könnte.
Ein Stichwort, das Hendrik Siebolds (Linke) in der Sitzung sofort aufgriff. Denn mit einer solchen Gesellschaft könnten dann echte, geförderte Sozialwohnungen errichtet werden. Das hat Siebolds in den vergangenen Jahren im Rat bereits mehrfach vorgerechnet. „Eine Wohnungsbaugesellschaft können wir noch vor den Sommerferien beschließen.“ Eine Mehrheit sei mit SPD, GAP, Linkspartei und Grünen vorhanden, merkte er daher im Finanzausschuss an.
Bürgermeister noch unentschlossen
Der Vorteil einer solchen Gesellschaft wäre, dass Verkaufserlöse nicht in den allgemeinen städtischen Haushalt fließen würden und so tatsächlich direkt für Wohnungsbau verwendet werden könnten. Möglich ist das aber auch jetzt schon. Der Rat kann laut Katja Lorenz für die Einnahmen eine Zweckbindung beschließen. In beiden Fällen aber müssten dann andere Projekte der Stadt mit Krediten finanziert werden, gab sie in der Sitzung des Finanzausschusses zu bedenken.
Nun liegt aber ein Antrag der Gruppe SPD/GAP dazu vor. Bürgermeister Horst Feddermann hat sich dazu noch keine Meinung gebildet, wie er auf Anfrage unserer Redaktion sagt. Das Ziel sei eigentlich, die Verwaltung samt Tochtergesellschaften zu verschlanken, nicht zu verbreitern. Es sei daher die Frage, ob ein neues Unternehmen gegründet werden müsse – oder ob die städtischen Wohnungen nicht in eine bereits existierende Firma übertragen werden könnten.
Das hat am Donnerstag vergangener Woche der Auricher Rat in einem ähnlichen Fall bereits gemacht. Einstimmig wurden die Photovoltaikanlagen, die auf städtischen Gebäuden aufgebaut wurden, auf die Stadtwerke Aurich übertragen. Die Stadtwerke Aurich, die mit dem Vertrieb von Strom und Gas gescheitert waren, sind als Firma nie aufgelöst worden und werden nun wieder mit Leben gefüllt. Dazu könnten am Ende auch die 150 städtischen Wohnungen gehören sowie der Auftrag, Sozialwohnungen zu bauen.
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