Fußballlegenden in Ostfriesland  Schirmherr Thomas Helmer stellte das Beachsoccer-Turnier in Norddeich vor

| | 31.05.2024 06:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Freuen sich gemeinsam auf das Beachsoccer-Turnier in Norddeich: das Team von Marketing und Events des Tourismus-Service Inka Lüchow (von links), Ilona Eilts, Lara Grensemann und Inga Graber, mit Schirmherr Thomas Helmer.
Freuen sich gemeinsam auf das Beachsoccer-Turnier in Norddeich: das Team von Marketing und Events des Tourismus-Service Inka Lüchow (von links), Ilona Eilts, Lara Grensemann und Inga Graber, mit Schirmherr Thomas Helmer.
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Strand, Fußball und gute Laune – so soll das Fußballturnier am Deck sein. Wie viel Schirmherr und Mitorganisator Thomas Helmer mit Ostfriesland verbindet, erzählte er jetzt in Norddeich.

Norden - Wenn das Beachsoccer-Turnier in Norddeich nur halb so lustig wird, wie der Schirmherr und Mitorganisator der Veranstaltung ist, werden Zuschauer und Teilnehmer eine Menge Spaß haben. Europameister Thomas Helmer präsentierte am Donnerstag gemeinsam mit Inga Graber, Leiterin Marketing und Events beim Tourismus-Service Norden-Norddeich, das Turnier und unterhielt dabei mit zahlreichen Anekdoten – über den Fußball, die Allstar-Teams und seine Verbindung zu Ostfriesland.

Was wohl kaum einer weiß, diese Verbindung reicht schon sehr lange zurück. Wie Helmer erzählte, fuhr er schon gemeinsam mit Günter Kutowski und anderen Mannschaftskollegen von Borussia Dortmund immer wieder nach Ostfriesland, genauer gesagt nach Wirdum, um sich bei Eric Brandt, dem Friseur seines Vertrauens, die Haare machen zu lassen. Zu seinen Zeiten sei man noch zum Friseur gefahren und habe ihn nicht ins Hotel einfliegen lassen, unkte Helmer in Richtung der heutigen Profis.

Ailton kann es kaum erwarten

Nach dem Schwenk in die Vergangenheit war er aber auch schnell wieder zurück im Hier und Jetzt und dem bevorstehenden „Beachsoccer am Meer“. Wie berichtet findet das Turnier am 7. September direkt auf dem Strand in Norddeich, dem Deck, statt. Mit dabei sind die Traditionsmannschaften des HSV, von Werder Bremen, FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach. Welche Spieler letztlich ab 13 Uhr auflaufen werden, gaben Helmer und Graber noch nicht bekannt. Das hänge auch davon ab, wer fit ist, sagte Helmer mit einem Augenzwinkern und mit Blick auf das Alter so mancher Traditionskicker. Einer aber scheint das Turnier in Norddeich schon jetzt kaum erwarten zu können: Werder-Legende Ailton. Den traf Helmer nach eigenen Erzählungen vor wenigen Wochen beim Zweiliga-Derby HSV gegen St. Pauli im Volksparkstadion. „Er sagte zu mir: ,Thomas, ich soll irgendwo auf Sand spielen, wann soll ich kommen’?“, erinnerte sich Helmer lachend. Dass Helmer selbst kickt, ist nicht ausgeschlossen. „Wenn der HSV zu wenig Spieler hat, starte ich für den HSV“, kündigte er an.

Inga Graber und Thomas Helmer planen das Beachsoccer-Turnier in Norddeich schon seit dem vergangenen Jahr. Foto: Rebecca Kresse
Inga Graber und Thomas Helmer planen das Beachsoccer-Turnier in Norddeich schon seit dem vergangenen Jahr. Foto: Rebecca Kresse

Wie berichtet, werden zwei ostfriesische Mannschaften mit dabei sein. Bisher zugesagt haben der FC Norden und der SV Großefehn. Kommen noch genügend Mannschaften hinzu, wird es am 6. September im Stadion auf dem Strand zunächst ein Turnier der heimischen Mannschaften geben. Die besten beiden Teams dürfen dann in der Endrunde mit den ehemaligen Profis kicken, erklärte Inga Graber. Andernfalls werde die Teilnahme in der Endrunde gelost. Der genaue Turniermodus wird noch erarbeitet, sagten Graber und Helmer. Sicher ist aber, dass es nur kurze Spiele von rund zehn Minuten werden. Anders sei es auf dem sandigen Untergrund zu anstrengend, so die Erklärung. Das Feld ist etwa 36 mal 26 Meter groß. Der Sand wird vor dem Turnier noch einmal aufbereitet. Gespielt wird barfuß. Ob in der Endrunde von sechs Mannschaften jeder gegen jeden spielen wird oder in Gruppen, sei noch nicht entschieden.

Arena mit 500 Sitzplätzen auf dem Strand

Zwei bis drei Tage vor dem Turnier soll die Arena auf dem Strand aufgebaut werden. 500 Sitzplätze soll es geben – mit Blick auf das Spielfeld und das Meer. Drei Seiten bleiben bewusst offen und sind als Stehplätze vorgesehen. Eine Security wird für den geordneten Ablauf sorgen. Wie berichtet, wird das Turnier für Zuschauer kostenlos sein. Die Tatsache, dass das Turnier im ersten Anlauf – im vergangenen Jahr noch unter dem damaligen Kurdirektor Stefan Krieger auf den Weg gebracht – doch nicht stattfinden konnte, empfinden sowohl Inga Graber als auch Thomas Helmer mittlerweile als Vorteil. „So hatten wir mehr Vorlauf und Zeit, das Ganze gut zu planen“, sagten beide. Zum Teil geschah das wohl auch bei gemeinsamen Treffen in Grabers Garten. Ohnehin scheint die Chemie zwischen der Leiterin Marketing und Events und dem Ex-Fußballprofi zu stimmen. „Gefühlt kennen wir uns schon ewig“, versuchte es Helmer auf den Punkt zu bringen. Tatsächlich lernten sich Helmer und Graber bei einer Tourismus-Veranstaltung in Essen im vergangenen Jahr kennen. Auch ohne Kurdirektor hielten sie am Plan des Beachsoccer-Turniers fest und brachten die Planungen in diesem Jahr auf die Zielgerade.

Die Motivation bei den Allstar-Spielern ist laut Helmer hoch, an solchen Spielen teilzunehmen. „Erstmal hält es fit und macht ja auch viel mehr Spaß als nur allein zu joggen“, scherzte Helmer. Außerdem sei es eine gute Gelegenheit, „all die Jungs“ mal wiederzusehen. So oft gebe es dazu keine Gelegenheit. Eigentlich ist es also ein bisschen wie früher: Vorfreude auf eine Art Klassenfahrt mit den Fußballfreunden. Seinen alten Mitstreiter, den Ostfriesen und Europameister Dieter Eilts aus Upgant-Schott, wird er in Norddeich wohl nicht treffen, sagte Helmer. „Ich telefoniere noch mit ihm aber er sagt klar, dass er genug hat vom Fußball und jetzt vor allem seine Familie und sein Job als Lehrer zählen.“ Eine Tatsache, die Helmer gut akzeptieren kann. Auch zu einem Treffen der Europameister von 1996 im Europapark in der der kommenden Woche werde Eilts nicht kommen. Helmer bezeichnet ihn aber bis heute als einen „feinen Kerl“.

Thomas Helmer hätte Mats Hummels mit zur EM genommen

Zur bevorstehenden EM hat Helmer, der auch als TV-Experte arbeitet, eine klare Meinung: „Julian hat sehr gut nominiert“, sagte er in Richtung des Bundestrainers Julian Nagelsmann. Auch wenn er selbst als Trainer Mats Hummels mitgenommen hätte. Jetzt werde sich alles um Toni Kroos drehen, prophezeite er. Einen Top-Favoriten sieht Helmer nicht, sagte aber: „Wenn bei uns alle fit sind, sind wir ganz weit vorn.“

Für Helmer selbst ging es von Norddeich aus mit dem Flieger von Bremen in Richtung London, wo der BVB an diesem Sonnabend im Champions-League-Finale gegen Real Madrid antritt. Das aber ganz privat. Dafür hat er sogar ein Fantrikot der Borussia im Koffer.

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