Krimi-Kult aus Ostfriesland  Norden bekommt ein Museum für Ostfriesen-Krimis

| | 29.05.2024 17:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Ilona Eilts (links) und Inga Graber stehen in den Filmkulissen der Ostfriesen-Krimis. Auch die können die Museumsbesucher künftig besichtigen. Foto: Rebecca Kresse
Ilona Eilts (links) und Inga Graber stehen in den Filmkulissen der Ostfriesen-Krimis. Auch die können die Museumsbesucher künftig besichtigen. Foto: Rebecca Kresse
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Norden wird um eine Attraktion reicher. Im ehemaligen Pflüger-Gebäude entsteht auf 900 Quadratmetern zurzeit ein neues Museum. Unsere Zeitung durfte schon mal einen Blick hineinwerfen.

Norden - Norden wird um eine kulturelle Attraktion reicher: Im ehemaligen Pflüger-Gebäude entsteht zurzeit ein Museum für die Ostfriesen-Krimis. Dabei handelt es sich nicht um eine Ausstellung nur für Klaus-Peter Wolf. Auch andere Namen wie der Begründer des neuen deutschen Kriminalromans, Hans-Jörg Martin, oder Theodor J. Reisdorf sollen darin Platz finden.

Die Pläne für das Museum stammen aus dem Kopf von Inga Graber, Sprecherin des Tourismus-Service Norden-Norddeich. Gemeinsam mit der Marketingabteilung ist sie dabei, aus den Ideen Realität werden zu lassen. Unserer Zeitung hat sie jetzt erstmals die neuen Räume und das Konzept vorgestellt.

„Es wird ein Museum für und über die Ostfriesen-Krimis. Da gibt es zahlreiche Autoren. Ich habe vorhin mal geguckt und bin bei 38 Autoren gelandet, die wirklich regelmäßig veröffentlichen. Das ist ein Riesenmarkt“, sagte Inga Graber. Der erfolgreichste Autor sei zurzeit natürlich Klaus-Peter Wolf. Aber auch Sven Koch sei mit seiner Dünentod-Reihe sehr erfolgreich. Der schreibe die Krimis zwar nicht in Ostfriesland, die Handlung spiele aber dort. „Ein paar Szenen für die Filme sind auch in Norddeich entstanden“, weiß Graber zu berichten.

Investitionen in fünfstelliger Höhe

Auf 900 Quadratmetern und zwei Stockwerken dreht sich für die Besucher künftig alles um Krimis aus Ostfriesland – inklusive der Besichtigung der echten Filmkulisse, in der Klaus-Peter Wolfs bekannte Kommissarin Ann Kathrin Klaasen ermittelt.

Die Wände sind schon aufgebaut und zum Teil gestrichen. Auch einige Regale gibt es schon. Im Eingangsbereich werde ein Tresen mit einer Kasse und einem Shop entstehen, in dem dann unter anderem auch die Bücher verkauft werden, so Graber. Anders als bei den Anfängen der Klaus-Peter-Wolf Ausstellung am Dörper Weg und später dann übergangsweise am Marktpavillon wird das Museum Eintritt kosten. Die Investitionen für das Projekt liegen laut Graber im mittleren fünfstelligen Bereich. Auch würden Arbeitsplätze geschaffen.

Nordseedetektive-Erlebniswelt für Kinder

Für die Kinder ist ein eigener Raum geplant: die Nordseedetektive-Erlebniswelt. Darin sollen unter anderem Lieder von Bettina Göschl gespielt werden. Es werde aber auch eine Kreativecke geben, wo die Kinder malen und basteln und die Nordsee-Detektive ausmalen können, erläuterte Graber. Außerdem ist eine Hörstation geplant, in der die Kinder Teile der Hörbücher hören können. Der Jumbo-Verlag soll Beklebungen mit Motiven der Nordseedetektive für die ehemaligen Schaufenster liefern. Der Boden soll von der Illustratorin der Bücher mit einem Stadtplan von Norden gestaltet werden. „Der ganze Raum wird für Kinder gemacht“, sagte Inga Graber, die das fertige Museum schon genau vor dem inneren Auge sieht.

Im nächsten Bereich wird über die Ostfriesland-Krimis und die Autoren informiert. Außerdem gibt es noch einen kleinen Bereich für die Krimis im Film. Denn nicht nur die Klaus-Peter Wolf-Krimis sind mittlerweile auf der Leinwand zu sehen. Auch Sven Kochs Dünentod-Reihe wurde für den Fernsehsender RTL verfilmt. Passend dazu führt die nächste Tür ins museumseigene Kino. Das soll mit richtigen Kinosesseln und einer Leinwand ausgestattet werden. „Wenn es gut läuft“, so Graber, sollen dort auch einige der Filme zu sehen sein.

Filmkulisse kann besichtigt werden

Die Vitrinen, die einige Besucher schon aus der Klaus-Peter Wolf-Ausstellung im Norder Marktpavillon kennen, finden auch im Krimi-Museum wieder einen Platz. Darin zu sehen sind dann zum Beispiel die Originalkladde von Wolf, in der er per Hand einen Ostfriesen-Krimi geschrieben hat. Zusätzlich ist Material von zwei weiteren bekannten Norder Autoren geplant, Hans-Jörg Martin und Theodor J. Reisdorf. Auch soll es zwei bis drei Videostationen und Sitzmöglichkeiten geben, beschrieb Graber das fertige Museum.

Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich im Obergeschoss des ehemaligen Möbelgeschäfts und ist im Wesentlichen die Filmkulisse der Ostfriesenkrimis, also das komplette Polizeikommissariat. „Das ist dann auch wirklich Teil der Ausstellung. Die Leute können da durchgehen und sich das angucken“, sagte Graber.

Eröffnung für Spätsommer geplant

Zwei Wochen im Jahr, nämlich immer dann, wenn die Schwiago Film GmbH nach Norden kommt, um zu drehen, wird das Museum geschlossen sein.

Ausgestattet wird das Museum in Eigenregie des Tourismus-Service, unterstützt von Handwerkern. „Der gesamte Entwurf zur Raumgestaltung stammt von Inga Graber, sagte die Marketingleiterin des Tourismus-Service, Ilona Eilts nicht ohne Stolz in der Stimme. „Das ist nicht die Kernaufgabe eines Tourismus-Service, aber wir haben einen abwechslungsreichen Job“, sagte Graber lachend, die offensichtlich große Freude an dem Projekt hat. „Wenn wir jetzt drei Monate lang Zeit hätten, uns nur auf das Museum zu konzentrieren, wäre das Ding fertig. Aber wir haben ja auch noch ein paar andere Aufgaben zu erledigen“, betonte Graber. Die Eröffnung soll nach bisherigen Plänen im Spätsommer, vielleicht im September erfolgen. „Wir hoffen, dass wir das zu unseren Krimi-Tagen vom 15. bis 24. November schon richtig nutzen können“, sagte Ilona Eilts. Davon geht Inga Graber fest aus.

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