München/Hamburg  Campingurlaub wird deutlich teurer – in welchem Land in Europa es noch am günstigsten ist

Alexander Barklage
|
Von Alexander Barklage
| 29.05.2024 12:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Camping in Kroatien ist sehr beliebt, aber auch nicht gerade günstig. Foto: IMAGO/Zoonar
Camping in Kroatien ist sehr beliebt, aber auch nicht gerade günstig. Foto: IMAGO/Zoonar
Artikel teilen:

Campingurlaub in Deutschland und europaweit boomt weiterhin. In diesem Sommer müssen sich alle Camper aber auf deutliche höhere Preise einstellen. In welchen Länder es besonders teuer wird.

Die Camping-Saison ist bereits in vollem Gange und viele Camper bereiten sich bereits akribisch auf ihren großen Sommerurlaub vor. Dabei ist es sicherlich den meisten nicht entgangen, dass die Preise auf den Campingplätzen europaweit angezogen haben. Das Campingportal Pincamp hat dazu europaweit Campingpreise für Plätze mit drei oder mehr Sternen in der Hochsaison analysiert. Nüchternes Ergebnis: Camper müssen im Sommerurlaub in deutlich mehr bezahlen.

Im Durchschnitt steigen die Preise um 14 Prozent. Eine dreiköpfige Familie muss in der Sommer-Hochsaison im Durchschnitt für eine Übernachtung inklusive Standplatz, Wohnmobil oder Wohnwagen in diesem Jahr 52 Euro bezahlen. Sieben Euro mehr als 2023. Die preislichen Unterschiede sind von Land zu Land unterschiedlich. Am günstigsten ist es bei uns in Deutschland. Hier sind es nur 38 Euro pro Übernachtung, Schweden liegt auf Platz zwei mit 39 Euro. Das bei Campern vor allem im Sommer sehr beliebte Kroatien ist dagegen mit 65 Euro am teuersten, gefolgt von der Schweiz (56 Euro) und Italien (63 Euro).

Besonders die Niederlande und Großbritannien haben die Preise drastisch erhöht: um 25 Prozent (GB) bzw 27 Prozent (NL). Die teuren Campingländer Kroatien, Italien und die Schweiz haben ihre Preise zwischen 10 und 12 Prozent angehoben. Nur um fünf Prozent im Durchschnitt hat Schweden die Preise erhöht.

Preisunterschiede gibt es auch innerhalb der deutschen Bundesländer. Besonders günstig bleibt es in Thüringen und Sachsen-Anhalt, obwohl Thüringen die Preise überdurchschnittlich um 17 Prozent erhöht hat, kostet eine Übernachtung hier rund 33 Euro. In Sachsen-Anhalt sind es 35 Euro (9 Prozent Steigerung). Das teuerste Bundesland für einen Campingurlaub ist Brandenburg. Hier muss man durchschnittlich 42 Euro bezahlen – eine Steigerung von 11 Prozent zum Vorjahr. Das beliebte Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ist deutschlandweit am zweitteuersten mit knapp 42 Euro pro Übernachtung, gefolgt von Baden-Württemberg (41 Euro), Bayern und Rheinland-Pfalz (je 40 Euro), Sachsen, Schleswig-Holstein und Saarland (je 37 Euro), Nordrhein-Westfalen und Hessen (je 36 Euro) und Niedersachsen (35 Euro).

Der Campingexperte von Pincamp Uwe Frers erklärt die Preiserhöhungen mit einem Nachholbedarf seitens der deutschen Campingwirtschaft im internationalen Wettbewerb und der rasant steigenden Übernachtungszahlen auf deutschen Campingplätzen: „Camping in Deutschland boomt, die Nachfrage ist gewaltig. Mehr als 42 Millionen Übernachtungen, ein neuer Rekordwert, wurden 2023 auf deutschen Campingplätzen gemeldet. 2019, vor Corona, waren es schon sehr beachtliche 35 Millionen. Die Preisanpassungen werden von den Campern akzeptiert. Das zeigen auch unsere Buchungsdaten. Deutschland bleibt weiterhin eines der beliebtesten und günstigsten Campingländer in Europa.”

Ähnliche Artikel