Berlin Ausländer raus? Wie es in Deutschland dann aussehen würde
Wenn auf Sylt gesungen wird „Ausländer raus“, dann beinhaltet das alle Menschen mit Migrationshintergrund. Das wären knapp 24 Millionen Menschen, die aus unserer Gesellschaft verschwinden würden. Diese verheerenden Folgen hätte es.
„Ausländer raus“ fordern die Sänger, die den Song „L´amour toujours“ momentan für rechte Parolen nutzen. Doch wer sind überhaupt „Ausländer“ und wie würde Deutschland aussehen, wenn sie „raus“ müssten?
Menschen zählen aus unterschiedlichen Gründen zu Personen mit Migrationshintergrund. Es wird unterschieden zwischen Menschen mit und ohne deutscher Staatsbürgerschaft. Der Begriff Ausländer ist dabei aufgrund rechtsextremer Verwendungen problematisch, bleibt aber dennoch die offizielle Bezeichnung. Erläutert wird das zum Beispiel beim Statistischen Bundesamt.
Ist eine Person zugewandert und nicht eingebürgert, zählt sie als Ausländer. Auch Menschen, die in Deutschland geboren wurden, werden teilweise als Ausländer betitelt, denn für die deutsche Staatsbürgerschaft muss mindestens ein Elternteil diese selbst besitzen.
Deutsche mit Migrationshintergrund haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie können diese wie erwähnt durch eines ihrer Elternteile erhalten haben oder sie sind zugewandert und eingebürgert worden. Sie werden amtlich als „Deutsche“ bezeichnet.
Ohne Personen mit Migrationshintergrund würden in Deutschland folglich fast 24 Millionen Menschen weniger leben. Das würde sich enorm auf die Arbeitswelt auswirken. Vor allem in Engpassberufen würde das Personal extrem verringert werden, wenn Menschen mit Migrationshintergrund Deutschland verlassen müssten.
Insbesondere in Pflegeberufen, aber auch bei Berufskraftfahrern steigt die Anzahl der Beschäftigten nicht mehr durch Deutsche, sondern ausschließlich durch Personen mit Migrationshintergrund. 17.000 weniger Deutsche wurden 2022 im Pflegebereich beschäftigt, erläutert die Bundesagentur für Arbeit. Damit unser Gesundheitssystem weiter funktionieren kann, braucht das Land bis 2030 mindestens 300.000 neue Pflegekräfte, so die Initiative Pflegenot Deutschland. Ohne Menschen mit Migrationshintergrund würde sich diese Zahl noch einmal erhöhen.
Ebenso verhält es sich bei Berufskraftfahrern. Es herrscht ein gravierender Mangel, erläutert der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft. Fielen die Personen mit Migrationshintergrund weg, würden über 10.000 weitere Berufskraftfahrer fehlen.
Einige Menschen mit Migrationshintergrund haben jedoch auch nicht die Möglichkeit, in Deutschland zu arbeiten. Es gibt strenge Auflagen, um in Deutschland arbeiten zu dürfen, vor allem für Geflüchtete. Alles Genauere führt die Bundesregierung in dem Portal „Make it in Germany“ aus. Bei einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung, könne es anfangs bis zu sechs Monate dauern, bis die Person arbeiten darf. Auch dann sei noch mit bis zu 49 Monaten eingeschränkter Arbeitserlaubnis zu rechnen, so der Flüchtlingsrat.