Düsseldorf Trainer Thioune tröstet Elfmeter-Pechvogel: Den kleinen Taka so zu sehen, das zerreißt einen
Der Osnabrücker Daniel Thioune hat mit Fortuna Düsseldorf den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga verpasst. In einem dramatischen Relegations-Rückspiel unterlag der Zweitligist trotz eines 3:0-Hinspielerfolgs. Thioune tröstete danach lange Takashi Uchino, der den entscheidenden Elfmeter verschoss.
Der neue Tag war schon eine halbe Stunde lang angebrochen, da nahm Daniel Thioune mit versteinertem Gesichtsausdruck auf dem Podium des riesigen Pressekonferenzraums Platz. Zuvor hatte der 49-Jährige Trainer von Fortuna Düsseldorf bereits in ein paar Kameras gesprochen. Doch vor allem hatte er sich nach dem dramatisch verpassten Aufstieg um seine Spieler gekümmert, die trotz eines 3:0-Erfolgs im Hinspiel der Bundesliga-Relegation gegen den VfL Bochum am Ende mit 5:6 im Elfmeterschießen unterlagen.
Den entscheidenden Elfmeter hatte der Japaner Takashi Uchino vergeben. Mucksmäuschenstill war es in der riesigen Arena gewesen bevor der 23-Jährige antrat. Nach seinem Schuss feierten die Bochumer lautstark. Und Thioune, der stand erst einmal lange wie erstarrt am Rand des Feldes.
Danach ging er über das Feld. Zumindest über den Teil, den die Heerscharen an Polizisten, die den Rasen absicherten, übrig gelassen hatten. Von oben wirkte die Szenerie beinahe bedrohlich. Auf dem Feld glich es einem Spießrutenlauf, den Thioune teilweise absolvieren musste, um zu seinen Spielern zu gelangen. Bei einem blieb er besonders lange: Takashi Uchino.
Thioune nahm den Japaner lange in die Arme. „Zu verlieren ist schlimm. Aber das Drama hier nach 120 Minuten und dann den kleinen Taka Uchino da sitzen zu sehen, das zerreißt einen und ist vielleicht das, was gerade hängen bleibt auf meiner menschlichen Seite“, sagte der Osnabrücker später. „Unfassbar stolz“, sei er dennoch auf seine Mannschaft, sagte Thioune. „Sie hat ein wunderbares Jahr gespielt. Ich habe viele schöne Momente mit ihr erlebt. Jetzt habe ich gerade in Gesichter geschaut, und so viele Tränen gesehen. Es tut unfassbar weh. Das haben die Jungs nicht verdient. Definitiv nicht. Es herrscht eine brutale Leere.“
Nach dem Doppelschlag durch das 0:2 und 0:3 sei der Rucksack für seine Mannschaft zu groß gewesen für seine Mannschaft gegen einen an diesem Abend sportlich überlegenen Erstligisten. Aus war der Traum von der Bundesliga; zumindest vorerst. „Samstag, 15.30 Uhr“ - die Anstoßzeit der Bundesliga, die Thioune am häufigsten als Bild nimmt, um diesen Traum zu beschreiben - sie wird in der kommenden Saison ohne Fortuna Düsseldorf und den 49-Jährigen stattfinden, der in Osnabrück aufwuchs und beim VfL erst als Spieler und später als Trainer tätig war. In der Saison 2018/19 führte er die Mannschaft in die 2. Fußball-Bundesliga.
Der Aufstieg mit Düsseldorf in die Bundesliga blieb ihm diesmal verwehrt. „Ich bin dennoch sehr dankbar, dass ich ein Teil dieser Reise war bis zum letzten Augenblick, auch wenn er schmerzhaft war“, sagte Thioune über die Saison mit der Fortuna und fügte an: „Wer weiß, wofür es gut ist. Wir werden gestärkt daraus hervorgehen.“