Geplante Neugestaltung Stadt Aurich legt Gestaltungskonzept für stilisiertes Hafenbecken vor
Seit Jahren wird beraten, wie mit dem stilisierten Hafenbecken am Georgswall umgegangen werden könnte. Nun macht die Auricher Stadtverwaltung einen Vorschlag.
Aurich - Nun geht es offenbar zügig mit der Neugestaltung des stilisierten Hafenbeckens voran. Erst vor zwei Wochen hatte die Stadtverwaltung den Auftrag von der Politik erhalten, den Bürgermeister-Müller-Platz in Eigenregie umzubauen. Bereits jetzt liegt ein Konzept vor, das auch den Bürgerworkshop aus dem Jahr 2019 berücksichtigt.
Das Team um Stadtplaner Mirko Wento schlägt nun vor, die Becken im Prinzip so zu erhalten, wie sie nun sind. Das bedeutet, dass sie, anders als zum Beispiel von der AWG gefordert, nicht eingeebnet werden sollen. „Wir werden die Platten abnehmen“, sagt Wento im Gespräch mit unserer Redaktion. Gemeint sind die Platten, die seit dem Bau des Hafenbeckens immer wieder abgefallen sind. Stattdessen werde man die Oberfläche der Becken anders bearbeiten, damit es sich nicht weiterhin um eine Dauerbaustelle handele.
Neue Grünflächen sollen entstehen
Insbesondere Richard Rokicki (AWG) hat in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert, die Hafenbecken einzuebnen. Die Buchstaben „Oll Haven Auerk“ könne man ins Pflaster integrieren. Das aber möchte Wento absichtlich nicht machen. „Dann würde die große Fläche sofort wieder als Parkplatz missbraucht.“ In der Folge müssten dann Poller aufgestellt werden, um das zu verhindern. Bereits jetzt stehen Blumenkübel in dem Bereich, weil bereits kurz nach der Fertigstellung der Hafenbecken der Bürgermeister-Müller-Platz die Menschen zum abstellen ihrer Fahrzeuge einlud.
Bereits vor fünf Jahren war angeregt worden, auf der Innenseite der Becken Grünflächen anzulegen. Das wird nun nach den Vorstellungen der Stadtplaner aufgegriffen. In jeder Ecke der insgesamt vier Becken sollen Grünflächen entstehen. Diese sollen als Puffer dienen, damit nicht wieder Autos in die Becken fahren. Wie schon in der Bürgerbeteiligung vorgeschlagen, sollen auf den Grünflächen Bänke aufgestellt werden, damit der Platz für Besucher besser nutzbar wird. Außerdem, so Wento, werde so eine größere Fläche entsiegelt.
Politik muss Details klären
Wenig sichtbar sind die Buchstaben „Oll Haven Auerk“, die in den stilisierten Hafenbecken verlegt sind. Wirklich zu erkennen ist das ganze Ensemble erst, wenn man sich im Gebäude der Ostfriesischen Landschaft mindestens in den zweiten Stock begibt. Das soll sich nach den Vorstellungen der Verwaltung ändern. Der Schriftzug „Oll Haven Auerk“ soll in dem Beet vor dem Gebäude der Ostfriesischen Brandkasse in der nordöstlichen Ecke des Bürgermeister-Müller-Platzes senkrecht aufgestellt werden. Dann ist der Schriftzug auch für Fußgänger sofort erkennbar.
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Wie genau die Buchstaben dort sicher verankert werden können, und womit die Becken verfüllt werden sollen, muss die Detailplanung noch ergeben. Das werde auch in den politischen Gremien diskutiert, so Wento. Den Anfang dazu macht am Dienstag, 28. Mai, der Ortsrat Kernstadt (18 Uhr, Ratssaal). Es folgt am Dienstag, 4. Juni, der Bauausschuss (17 Uhr, Ratssaal).
In den vergangenen Jahren sind Autos in die Becken gefahren, und Pfusch am Bau sorgte dafür, dass immer wieder Platten abfielen. Regulär mit Wasser gefüllt, wie vom Architekten vorgesehen, waren die Becken selten. Stattdessen sammelten sich Schmutz und Laub, das Ensemble wurde immer unansehnlicher. Zuletzt war der Bau, der im Rahmen der Sanierung des Georgswalls geschaffen wurde, Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, das positiv für die Stadt ausging. Außergerichtlich einigte man sich mit der Landschaftsfirma Boymann aus Glandorf und dem Berliner Landschaftsarchitekten Jörg Michel auf einen Vergleich. Die Stadt erhält 275.000 Euro, die sie frei verwenden darf – abzüglich der damals bewilligten Fördermittel können nun für die Umgestaltung des Platzes 200.000 Euro ausgegeben werden.