Neuer Jugendtreffpunkt Riepster Spielplatz für große Kinder
Seit der Schließung des Jugendzentrums 2015 fehlte in Riepe ein Treffpunkt für Jugendliche. Das hat sich nun geändert.
Riepe - Kinderspielplätze werden seit vielen Jahrzehnten in Neubaugebieten schon routinemäßig eingeplant. Anders sieht es aber für Jugendliche ab 14 Jahren aus. Gerade in den Landgemeinden fehlen häufig Treffpunkte mit besonderen Angeboten für Jugendliche ab 14 Jahren. Die Gemeinde Ihlow will das nun ändern und hat in Riepe den ersten Jugendplatz des Landkreises Aurich eingerichtet.
Basketballkörbe, eine Tischtennisplatte, ein großer Unterstand samt Grillplatz – das ist die Basisausstattung des neuen Jugendtreffpunktes, der auf dem Riepster Dorfplatz an der Gartenstraße entstanden ist. Beziehungsweise, das wird die Grundausstattung sein, erklärt Gemeindejugendpfleger Erik Heeren. Denn der Unterstand, der eine Grundfläche von sechs mal drei Metern umfassen soll, ist noch nicht aufgebaut.
Weihnachtsbuden passen unter Basketballkörbe
Der Grund dafür liegt in der geplanten Doppelnutzung des Areals. Denn nicht nur die Jugendlichen sollen sich dort treffen können. Auch die Dorfgemeinschaft Riepe wird auf dem Platz weiter ihre Veranstaltungen durchführen und zum Beispiel den Unterstand samt Grillplatz mitnutzen. Dafür aber müssen noch Strom- und Wasserleitungen verlegt werden.
Insbesondere an den Lichtermarkt sei bei der Planung des Jugendplatzes gedacht worden, sagt Heeren. Man habe zum Beispiel genau nachgemessen, ob die Weihnachtsbuden unter die Basketballkörbe passen würden.
Fördermittel dank Corona-Pandemie
Schon seit neun Jahren plant Erik Heeren an den Jugendplätzen, die er am liebsten in mehreren Ihlower Ortsteilen einrichten würde. Denn im Jahr 2015 wurden die beiden Jugendzentren in Riepe und Simonswolde geschlossen, damit Heeren sich auf die Einrichtung in Ihlowerfehn konzentrieren konnte.
Damals habe es aber keine Fördergelder für solche Einrichtungen gegeben. „Das hat sich mit der Corona-Pandemie geändert“, so Heeren. Das Landesprogramm „Startklar in die Zukunft“ sollte die sozialen Folgen der Pandemie gerade für Kinder und Jugendliche abfedern. Mit Hilfe dieser Fördergelder konnte ein Budget von 40.000 Euro für den Riepster Jugendplatz bereitgestellt werden.
Festes Angebot einmal im Monat
Die Jugendlichen wurden mit einbezogen in die Planungen. Und auch die Nachbarn des Riepster Dorfplatzes wurden zum Jugendplatz befragt. „Sie waren nicht abweisend, hatten aber anfangs Bedenken“, sagt Heeren. Bedenken, denen mit Regeln Rechnung getragen wurde. So ist der Jugendplatz nur bis 22 Uhr (am Wochenende bis Mitternacht) geöffnet. Danach gehen die Lampen dort aus. Man dürfe sich auch später dort aufhalten, so Heeren. Das solle aber dann leise geschehen.
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Einmal im Monat will Heeren mindestens mit einem Angebot vor Ort sein. Darüber hinaus werde er immer wieder mal vorbeischauen. Das sei überhaupt der größte Vorteil des Jugendplatzes für ihn: Er wisse nun, wo er die Jugendlichen finden könne. Das sei bei einer Vielzahl von inoffiziellen Treffpunkten deutlich schwerer gewesen.
Waldweg soll auch in Ordnung gebracht werden
Daher wünscht Heeren sich weitere Jugendplätze in Simonswolde, Ihlowerfehn sowie Ostersander und Westersander. Er weiß aber, dass das auch eine Frage der Finanzierung ist. Zu weiteren Plänen äußert sich Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs bei der Eröffnung nicht. Er zeigte sich zufrieden mit der Standortwahl neben dem Sportplatz, in der Nähe des Naturbades Riepe. Ulrichs lobte die Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft, ehe er selbst als erster die Tischtennisplatte ausprobierte.
Ortsbürgermeister Hannes Langer, zugleich Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, kündigte an, auch den Weg durch den Wald in Richtung Bürgerhofwiese wieder in Ordnung bringen zu wollen. Ein Geschenk für die Jugendlichen kam auch vom Familienzentrum Riepe. Leiterin Petra Saathoff kündigte ein gemeinsames Grillfest an. Denn die Kinder ihrer Einrichtung seien schließlich die Nutzer des Jugendplatzes von morgen.
CDU-Landtagsabgeordnete Saskia Buschmann warf die ersten Körbe. In Aurich wäre man froh über ein solches Angebot, meinte sie. Buschmann appelliert an die Riepster Jugend, den Platz nun auch in Schuss zu halten.
Nur per Brief konnte sich SPD-Landtagsabgeordneter Wiard Siebels melden. Er lobte die Eigenleistung auch der Dorfgemeinschaft, die für die Pflasterung des Platzes gesorgt habe. „Das Engagement von Ort und Gemeinde ist vorbildlich“, so Siebels.