Berlin  Biene Maja plötzlich dünn: So beeinflusst Fernsehen das Körperbild von Kindern

Anna-Lena Lohmann
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Von Anna-Lena Lohmann
| 21.05.2024 21:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die erste Folge Biene Maja wurde 1976 ausgestrahlt. So sah Biene Maja von dort an bis zur Neuauflage 2012 aus. Foto: IMAGO / Everett Collection
Die erste Folge Biene Maja wurde 1976 ausgestrahlt. So sah Biene Maja von dort an bis zur Neuauflage 2012 aus. Foto: IMAGO / Everett Collection
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Viele Figuren in Kinderserien werden immer dünner. Biene Maja ist nur eins von vielen Beispielen dafür. Welchen Einfluss hat das Aussehen der Charaktere auf die Körperwahrnehmung von Kindern?

Moderne Kinderserien haben immer mehr extrem schlanke Charaktere. Bei älteren Sendungen, die neu aufgelegt wurden, lässt sich eine Veränderung der Körperform ausmachen. Bei neueren Serien sind die Figuren von Anfang an dünn. Doch was bewirkt das bei Kindern?

Die Kinderserie „Biene Maja“ wurde 2013 neu aufgelegt. Neben der Animation hat sich jedoch auch die Biene selbst verändert. Sie ist wesentlich dünner und das sorgte schon 2013 für Aufruhr in den Medien.

Seitdem fällt bei immer mehr Kindersendungen auf, dass die Hauptcharaktere sehr dünn sind. Weitere Beispiele dafür sind „Winx Club“, „Kim Possible“ oder „Dora the Explorer“. Dora wird ebenfalls mit der Neuauflage der Sendung schlanker gestaltet. Die Winx-Feen und Kim Possible waren schon immer sehr dünn.

Durch die übermäßig dünnen Figuren wird ein unrealistisches und ungesundes Körperbild vermittelt, so die Servicestelle für Kinder- und Jugendschutz. Auffällig ist auch, dass das vor allem weibliche Figuren betrifft. Mädchen- und Frauenkörper werden häufiger sexualisiert und 50 Prozent der dargestellten Körper sind natürlich nicht zu erreichen, das haben Studien herausgestellt. Bei männlichen Figuren sind es nur 6 Prozent.

Anhand einer Statista-Umfrage wird deutlich, dass die meisten Vorbilder von Kindern aus dem Fernsehen stammen. 73 Prozent der Kinder geben an, die Personen, für die sie schwärmen, wären im Fernsehen zu sehen.

Auch wissenschaftliche Studien belegen, dass Figuren aus Serien oder Filmen für Kinder eine erste Instanz zur Orientierung für Rollen- und Körperbilder sind. Kinder seien besonders anfällig für die Verinnerlichung von Medieninhalten und würden diese auch übertragen.

Sehen Kinder also immer wieder besonders dünne Charaktere im Fernsehen, dringt diese Darstellung als Schönheitsideal in ihr Unterbewusstsein. Das kann zum Beispiel zu einem gestörten Essverhalten führen, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Auch wenn in Kinderserien teilweise unrealistische Schönheitsideale vertreten werden, müssen sie nicht direkt verbannt werden. Am wichtigsten ist, dass die Kinder einen Ansprechpartner für Medieninhalte haben, erklärt die BZgA. Mit Interesse an den Inhalten und Aufklärung über die Themen der Sendungen ergäben sich sogar „Chancen durch die Nutzung moderner Bildschirmmedien“.

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