Hannover  Mehr Geld für Studenten? Es kommt auf etwas anderes an

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 19.05.2024 11:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz Bafög – gibt es bereits seit Jahrzehnten in Deutschland. Nach Ansicht von Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs sollte es erhöht werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa-Bildfunk
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz Bafög – gibt es bereits seit Jahrzehnten in Deutschland. Nach Ansicht von Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs sollte es erhöht werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa-Bildfunk
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Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs fordert eine bessere finanzielle Unterstützung für Studenten. Doch Geld ist nicht alles.

Ob Mathematik, Physik, Geschichte oder Soziologie: Ein Studium ist in vielerlei Hinsicht eine große Herausforderung und für viele junge Menschen auch mit dem Wechsel des Wohnortes verbunden. Raus aus der Komfortzone im Elternhaus und hinein ins Abenteuer Studentenleben.

Das kostet Nerven und vor allem Geld. Gut also, dass die Berliner Ampel plant, Studienanfängern aus ärmeren Familien ab Herbst eine Studienstarthilfe von immerhin 1000 Euro zu zahlen.

Aber müssen auch die Bafög-Sätze insgesamt angehoben werden, wie Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs es fordert? Der SPD-Politiker regt eine Anhebung auf das Niveau der Grundsicherung an.

Doch bei allem Verständnis für die angespannte finanzielle Situation mancher Studenten sollte der Ruf nach stärkerer staatlicher Unterstützung nicht immer das erste Mittel der Wahl sein.

Wir haben in vielen Bereichen einen eklatanten Mangel an Arbeitskräften. Auch und vor allem in der Gastronomie. Einen Aushilfsjob als Kellner oder Küchenhilfe zu finden, dürfte kein Problem sein. Ganz im Gegenteil: Minijobber werden händeringend gesucht.

Ein kleiner Job neben dem Studium hat zudem den Vorteil, dass Studenten zwischendurch die Nase aus den Lehrbüchern nehmen und erste Erfahrungen im Berufsleben sammeln können.

Viel wichtiger als der Ruf nach mehr finanzieller Unterstützung – das Bafög war erst zum Wintersemester 2022/23 um immerhin 5,75 Prozent erhöht worden – ist eine Ausweitung der Hilfsangebote bei Problemen wie etwa psychischen Belastungen.

Nicht jeder Student hat das Glück, ein intaktes Elternhaus im Rücken zu haben, das ihn auffängt, wenn es im neuen Lebensabschnitt ruckelt. War es doch nicht das richtige Studienfach? Erfülle ich die Anforderungen, wo bekomme ich Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung?

Flankierende Beratungs- und Hilfsangebote sind für Studenten um einiges bedeutsamer als ein paar Euro mehr auf dem Konto. Sie machen das Studentenleben leichter und sind unbezahlbar.

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