Delmenhorst  Giersch bekämpfen: Die besten Tipps von vier Garten- Experten

Jasmin Johannsen
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Von Jasmin Johannsen
| 19.05.2024 10:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wer nicht aufpasst, hat schnell verloren: Giersch verbreitet sich im Garten rasant. Foto: Jasmin Johannsen
Wer nicht aufpasst, hat schnell verloren: Giersch verbreitet sich im Garten rasant. Foto: Jasmin Johannsen
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Giersch ist eins der widerstandsfähigsten und verbreitetsten Unkräuter im Garten. Wie man das Gewächs trotzdem nachhaltig loswird, erklären vier Pflanzen-Experten.

Ein wahres Meer an grünen Blättern – und das in kürzester Zeit: Leider ist nicht die Rede von schönen Zierpflanzen, sondern von Giersch. Das Wildkraut verbreitet sich blitzschnell und treibt damit viele Hobbygärtner in den Wahnsinn. Doch was kann getan werden, damit der Giersch nicht überhandnimmt? Vier Gartenexperten geben Ratschläge.

Der Schein trügt nicht, in diesem Jahr sprießt der Giersch besonders üppig. „Wir hatten viel Feuchtigkeit, das schafft super Bedingungen“, sagt Heike Schröder von der Delmenhorster Gärtnerei Schreck. Kunden würden sie derzeit immer wieder fragen, wie man dem Unkraut Herr werden kann.

Die gelernte Gärtnerin weiß allerdings, dass es kein Wundermittel gibt. Stattdessen sei Ausdauer und Geduld gefragt. „Wie bei fast allen Dingen im Garten“, sagt Schröder. Ihr Tipp: Wer Giersch bereits im Garten hat, ihn aber an der Ausbreitung hindern will, sollte Rhizomsperren anlegen. Diese schaffen Barrieren, sodass sich die Wurzeln des Giersch nicht weiter unkontrolliert ausbreiten können.

Eine Fläche komplett von Giersch befreien, das geht, indem man den Boden mit Pappe und Folie abdeckt und darauf Mulch ausbringt. Dazu rät Hans Fingerhut vom Nabu Ganderkesee. Seine Erfahrung: „Das muss man zwei bis drei Jahre abgedeckt lassen.“ Erst dann sei der Giersch endgültig abgestorben und das Beet ist bereit für eine Bepflanzung.

Natürlich kann der Giersch auch jedes Jahr aufs Neue wieder händisch entfernt werden. Dabei hilft ein Jäter oder eine Hacke. Denn es gilt: Nicht nur die Blätter und Stiele pflücken, auch das Wurzelwerk muss restlos entfernt werden. Ansonsten ist die unliebsame grüne Pracht ganz schnell wieder da. Vorsicht: „Die Wurzeln reichen mehrere Zentimeter tief in den Boden“, erklärt Michelle Kronier, Gärtnermeisterin bei Blumen Ostmann in Stuhr.

Das Abmähen – vor allem, wenn der Giersch entlang oder im Rasen wächst – ist sinnvoll, sagt Schröder. „Wer am Ball bleibt, schwächt die Pflanzen damit und kann sie im Zaum halten.“ Auch wenn der Giersch mit seinen feinen weißen Dolden ganz hübsch blüht und dann für Bienen ein Magnet ist: Wer das Kraut aus dem eigenen Garten verbannen will, sollte es so weit nicht kommen lassen. „Sonst kann der Giersch sich auch noch durch seine Samen weiterverbreiten“, erklärt Schröder.

Das Hauruck-Programm bietet der flüssige Unkrautvernichter. Dieser ist aber nur zu empfehlen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Um die Umwelt zu schonen, sollten solche Mittel immer nur genau nach Anweisung verwendet werden, sagt Michelle Kronier. Hinzu kommt: „Man muss die Blätter ganz gezielt treffen.“

Kriegen nämlich andere Gewächse wie Stauden den Unkrautvernichter ab, so würden auch diese eingehen. „Oder man stampft einmal alles ein und erneuert das Beet komplett“, rät Kronier.

Giersch darf übrigens auf dem Kompost landen, sagt Philipp Arkenau, Geschäftsführer des Arkenau Gartencenters in Delmenhorst: „Man muss aber sicherstellen, dass der Komposthaufen ausreichend heiß wird, um die Pflanzenteile abzutöten und die Samen zu deaktivieren.“ Die Temperaturen sollten über 60 Grad liegen. Ansonsten die Pflanzen lieber im Biomüll entsorgen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.

Wer den Kampf gegen den Giersch aufgegeben hat, kann ihn von anderen Pflanzen austragen lassen. So gibt es Bodendecker, die mit dem Giersch konkurrieren und ihn unter Umständen sogar bezwingen.

Dazu gehören Elfenblume, Storchschnabel oder Efeu. Schröder empfiehlt: „Sie müssen schon früh im Jahr kräftig austreiben und nicht zu niedrig wachsen.“ Sonst würde sich der Giersch nämlich einfach vorbei drängeln und den Bodendecker überwachsen.

Wenn am Ende der Gartensaison alles nichts geholfen hat: Man kann selbst zum „Fressfeind“ werden und den Giersch einfach verspeisen. „Eine echte Vitaminbombe“, wie Fingerhut erklärt. Am besten eignen sich die jungen, zarten Blätter. Sie machen sich besonders gut im Salat oder als Pesto.

Aber auch in Eintöpfen und sogar als Limonade kann das Kraut genossen werden. Wer dann erst mal auf den Geschmack gekommen ist, freut sich im nächsten Frühjahr vielleicht sogar über das Meer an grünen Blättern im Garten.

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