Berlin  Blockout 2024: Warum Nutzer massenhaft Prominente auf Social Media blockieren

Jonathan Bresch
|
Von Jonathan Bresch
| 17.05.2024 21:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Blockieren auf Social Media wird zum Aktivismus. Foto: IMAGO / NurPhoto
Blockieren auf Social Media wird zum Aktivismus. Foto: IMAGO / NurPhoto
Artikel teilen:

Nutzer der Social-Media-Plattformen Instagram, X (ehemals Twitter) und Tiktok wollen Druck auf Stars ausüben. Bekannte Personen wie Taylor Swift, Kim Kardashian und Madonna, die sich nicht zu dem Krieg in Gaza äußern, werden ins Visier genommen.

Stars und Konzerne, die sich nicht gegen den Krieg im Gaza-Streifen positionieren, werden gerade massenweise von Nutzern auf Social Media blockiert. Was steckt hinter dem neuen Internet-Aktivismus und welche Promis sind betroffen?

Auf vielen der beliebten Social-Media-Plattformen wie Tiktok oder Instagram kursieren Listen mit den Namen von Hollywood-Stars oder Pop-Ikonen. Die Aufforderung ist, den Personen und Firmen zu entfolgen oder sie direkt zu blockieren. Grund dafür ist, dass die Berühmtheiten sich pro-israelisch oder gar nicht zum Nahost-Krieg geäußert haben.

Wenn man den Zahlen von instrack glauben kann, hat Taylor Swift in der vergangenen Woche etwa 360.000 Follower verloren. Bei Kim Kardashian waren es demnach sogar knapp mehr als 400.000. Ein direkter Zusammenhang zwischen dieser Boykott-Aktion und ihren Follower-Verlusten kann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Sie sollen blockiert werden, damit ihre Profile auf den Internetseiten keine Reichweite mehr haben und so kein Geld mehr generieren. Viele Stars bewerben sich und ihre neuen Produkte auf ihren Kanälen. Wenn sie Follower verlieren, verlieren sie auch ihr Publikum und ihre Kundschaft. Außerdem wird in den Posts aufgerufen, Unternehmen, die den Stars gehören, ebenfalls zu boykottieren.

Auslöser für die Aktion ist die Met Gala am 6. Mai gewesen. Dort präsentierten die Stars ihre extravaganten Outfits auf dem roten Teppich. Die daraus entstandenen Bilder erinnerten Nutzer auf Tiktok an die beliebte Film- und Buch-Reihe „Die Tribute von Panem“. Sie zeigt eine Sci-Fi-Dystopie, in der eine herrschende Klasse Gladiatoren-Kämpfe von Kindern zelebriert.

Die Generation Z scheint Gefallen an Boykott-Aufrufen gefunden zu haben. Vor einigen Monaten bereits wurde auf den sozialen Medien aufgerufen, nicht mehr Firmen wie McDonalds oder Starbucks zu kaufen. Als Resultat gab McDonalds am 4. April bekannt, alle 225 Franchise-Filialen in Israel zurückzukaufen.

Ähnliche Artikel