Planung für Sportplatz  Sportstätte in Marienhafe – ein Bedenkenträger weniger

| | 17.05.2024 19:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dort, wo in Marienhafe die neue Sportstätte gebaut werden soll, stand am vergangenen Sonntag zeitweilig dieses Protestbanner. Foto: Thomas Dirks
Dort, wo in Marienhafe die neue Sportstätte gebaut werden soll, stand am vergangenen Sonntag zeitweilig dieses Protestbanner. Foto: Thomas Dirks
Artikel teilen:

Brookmerlander Verwaltung stellt Bauern zufrieden. Wie ihr das gelang und warum das Landvolk dennoch kritisch bleibt.

Brookmerland - Im Bauleitplanverfahren für die zentrale Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe hat die Samtgemeinde einen der Hauptbedenkenträger durch umfassende Zugeständnisse zufrieden- und damit ruhiggestellt. Wie die Landwirtin Heike Ippen auf Anfrage mitteilte, hätten sie, ihr Mann Reno und ihr Sohn und Betriebsnachfolger Tammo in einem Gespräch mit Verwaltungsvertretern ihre wesentlichen Forderungen erfüllt bekommen.

Wie berichtet, hatten die Ippens, die das nördlich an das geplante Sportgelände angrenzende Land bewirtschaften, erhebliche Bedenken gegen das mehr als fünf Millionen Euro teure Bauprojekt formuliert. Sie befürchteten, dass ihre langgezogene 7,7 Hektar große Ackerfläche weiter an Wert verlieren werde und warnen vor Lärm, Staub und Gerüchen, mit denen ihre Feldarbeit verbunden ist.

Entgegenkommen der Verwaltung

Bei einem Treffen mit dem Bauamtsmitarbeitern Markus Schwarz und Thomas Weinert am 6. Mai seien ihnen diese umfänglich entgegengekommen, berichtete Heike Ippen. So sei ihnen garantiert worden, dass sie ihre Fläche auch künftig weiter uneingeschränkt bewirtschaften könnten. Auch sei ihnen zugesagt worden, dass Müll und Unrat, der von der Sportanlage ausgehe, von der Samtgemeinde auf deren Kosten beseitigt werde. „Ein Anruf soll genügen“, sagte Ippen.

Aufkommen will die Samtgemeinde demnach auch für die Unterhaltung eines neuen Entwässerungsgrabens. Nachdem sie und ihre Familie eine finanzielle Beteiligung abgelehnt hätten, hätten die Verwaltungsvertreter eine vollständige Kostenübernahme versichert. Bislang habe sie in allen Punkten lediglich eine mündliche Zusage der Verwaltung. Die Gesprächsinhalte sollen aber noch schriftlich dokumentiert werden. Ippen zeigte sich vom Verlauf des Gesprächs überrascht und darüber erfreut und dankbar. „Wir sind durch. Die Fronten sind geklärt“, sagte sie.

Auf diesem Grünland am Tjücher Moortun in Marienhafe soll die neue Sportstätte entstehen und laut Verwaltung Mitte 2026 fertiggestellt sein. Foto: Thomas Dirks
Auf diesem Grünland am Tjücher Moortun in Marienhafe soll die neue Sportstätte entstehen und laut Verwaltung Mitte 2026 fertiggestellt sein. Foto: Thomas Dirks

Ippen, die selbst als Ratsfrau in der Stadt Norden tätig ist, betonte, dass sie grundsätzlich nichts gegen die Sportanlage habe. Gleichwohl ärgere sie als Landwirtin die Versiegelung einer so großen Fläche mit einer derart hohen Bodenqualität. Das habe auch ihre berufsständische Interessenvertretung, der Landwirtschaftliche Hauptverein (Landvolk) in einer Stellungnahme vom Mai 2022 deutlich gemacht. Das bestätigte deren Verfasser, der Geschäftsführer des Kreisverbands Wittmund, Johannes Müller, auf ON-Anfrage.

Wie er berichtet, habe er in der Eingabe an die Samtgemeinde Brookmerland den Verlust landwirtschaftlicher Produktionsfläche kritisiert und darauf hingewiesen, dass aktiv produzierende Landwirte ohnehin schon durch immer neue gesetzliche Vorgaben in ihren Möglichkeiten eingeschränkt seien. Wie beispielsweise auch der Landkreis Aurich und Naturschutzverbände ist auch das Landvolk der Ansicht, dass der Bau des Sportzentrums in Marienhafe einen „erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft“ darstellt. Im Interesse aller Landwirte hatte Müller zudem darauf verwiesen, dass auch weiterhin eine ordnungsgemäße Landwirtschaft jederzeit garantiert sein müsse.

Stellungnahme bisher nicht veröffentlicht

Unterdessen wird über den Verbleib seiner Stellungnahme gerätselt. Unter den bisher von der Verwaltung veröffentlichten Stellungnahmen zur 50. F-Planänderung und zum Bebauungsplan 0228 ist die Eingabe des Landwirtschaftlichen Hauptvereins bislang nicht zu finden. „Unseren Postausgang hat sie verlassen“, sagte Müller. Eine Stellungnahme der Samtgemeinde dazu war auf schriftliche Anfrage bis zum Freitag nicht zu bekommen.

Ähnliche Artikel