Hamburg  Rasen vertikutieren im Mai: Das sollten Sie dabei beachten

Arlena Schuenemann
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Von Arlena Schuenemann
| 13.05.2024 18:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Düngen, mähen, vertikutieren: Im Frühjahr steht Rasenpflege auf dem Programm. Doch der Vertikutierer sollte nicht zu früh zum Einsatz kommen. Foto: dpa/dpa-tmn/Kai Remmers
Düngen, mähen, vertikutieren: Im Frühjahr steht Rasenpflege auf dem Programm. Doch der Vertikutierer sollte nicht zu früh zum Einsatz kommen. Foto: dpa/dpa-tmn/Kai Remmers
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Hat sich der Rasen in einen Moosteppich verwandelt? Oder sprießen Unkraut und Gräser im Grün? Dann sollten Sie jetzt zum Vertikutierer greifen – denn im Mai ist der ideale Zeitpunkt dafür. Mit diesen Tipps gelingt das Vertikutieren.

Ob zum Sonnenbaden, Picknicken oder Fußballspielen – Rasen ist für diverse Freizeitaktivitäten bestens geeignet und darf daher in vielen Gärten nicht fehlen. Doch Unkraut und Moos machen dem Rasen zu schaffen und verwandeln das saftige Grün mitunter in eine unansehnliche Wiese. Um das zu verhindern, ist die richtige Pflege des Rasens gefragt.

Ein- bis zweimal pro Jahr sollte das Grün vertikutiert werden. Denn mit der Zeit bildet sich aus abgestorbenen Pflanzenteilen und Moos sogenannter Rasenfilz. Dieser verdichtet sich an der Grasnarbe und verhindert so, dass die Rasenpflanzen ausreichend Wasser und Sauerstoff zum Wachsen erhalten. Der Vertikutierer – eine Art Rechen mit scharfen Messern – entfernt den Rasenfilz, lockert den Boden auf und belüftet ihn. Danach können die Rasenpflanzen Nährstoffe wieder besser aufnehmen und dichter nachwachsen.

Mit einem einfachen Trick lässt sich erkennen, ob ein Rasen vertikutiert werden sollte: Dafür zieht man eine Harke ohne großen Druck über die Grasfläche. Bleiben Moos und Mähreste an den Zinken hängen, ist das ein Anzeichen für Rasenfilz.

Wenn die Temperaturen im Frühjahr langsam wieder steigen, erwacht auch der Rasen aus dem Winterschlaf. Doch Achtung: Der Vertikutierer sollte nicht zu früh zum Einsatz kommen. Denn die Pflanzen und der Boden benötigen zunächst ausreichend Zeit, um sich vom Winter zu erholen. In der ersten Phase des Pflanzenwachstums sollte daher zwar gemäht, aber noch nicht vertikutiert werden.

Rasenexperte Martin Bocksch empfiehlt daher, erst im Mai zu vertikutieren. In unserem Expertentalk zum Thema Rasenpflege hat er eine Eselsbrücke genannt:

Denn erst dann befinde sich die Graspflanze im optimalen Wachstum und könne sich nach dem Vertikutieren ausreichend regenerieren.

Wichtig ist außerdem, dass der Boden beim Vertikutieren trocken ist. Es sollte also am Tag selbst sowie an den Vortagen nicht geregnet haben. Die Erde sollte zudem nicht zu kalt sein. Ein milder Tag mit Tagestemperaturen zwischen 15 und 20 Grad eignet sich zum Vertikutieren am besten.

Doch auch wenn der Vertikutierer im Frühjahr noch nicht zum Einsatz kommt, kann der Rasen bereits beim Wachstum unterstützt werden. Die Graspflanzen sind dann beim Vertikutieren umso widerstandsfähiger. Rasenberater Bocksch empfiehlt eine „Frühjahrskur“ in drei Schritten: den Rasen nach dem Winter zunächst kräftig abharken, ihn dann mähen und anschließend mit Stickstoff düngen. Unmittelbar vor dem Vertikutieren sollte der Rasen erneut (möglichst tief) gemäht werden, um bereits möglichst viel Rasenfilz zu entfernen.

Beim Vertikutieren selbst ist es wichtig, das Gerät passend einzustellen. Die rotierenden Messer sollten nicht tiefer als drei Millimeter in den Boden eindringen, um die Wurzeln der Graspflanzen nicht zu beschädigen. Außerdem sollte der Vertikutierer zügig über den Rasen geschoben werden. Bleibt das Gerät zu lange an einer Stelle stehen, werden Boden und Gras dort in Mitleidenschaft gezogen.

Zudem wird empfohlen, die Rasenfläche wie in einem Schachbrettmuster zunächst längs und anschließend noch einmal quer zu vertikutieren. So wird das Grün ausreichend ausgedünnt und der Boden belüftet. Hat der Vertikutierer keinen Auffangkorb, sollte der Rasen anschließend gründlich abgeharkt werden, um möglichst viele Pflanzenreste zu entfernen.

Nach dem Vertikutieren sieht die Rasenfläche meist etwas mitgenommen aus. Doch in den Folgewochen erholen sich die Pflanzen und die Grasnarbe schließt sich wieder. Der Rasen sollte jedoch einige Wochen geschont werden. An kahlen Stellen kann nach dem Vertikutieren zudem neuer Rasen nachgesät werden. Wichtig ist, das Grün ausreichend zu bewässern – insbesondere bei hohen Temperaturen und wenig Niederschlag.

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