Berlin  Cold Brew: Was sind die Vorteile gegenüber heiß gebrautem Kaffee?

Jonathan Bresch
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Von Jonathan Bresch
| 09.05.2024 12:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Cold Brew Coffee ist besonders im Sommer ein beliebtes Getränk. Foto: IMAGO / Pond5 Images
Cold Brew Coffee ist besonders im Sommer ein beliebtes Getränk. Foto: IMAGO / Pond5 Images
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Besonders im Sommer bevorzugen viele Kaffee-Liebhaber ihren Wachmacher kalt zubereitet. Doch hat die trendige Kaffeevariante auch belegbare Vorteile?

An heißen Tagen wollen manche Kaffeetrinker lieber ein kaltes Getränk haben. Die sogenannte „Cold-Brew“-Methode setzt genau da an. Ist das aber eine bloße Geschmacks-Präferenz?

Cold Brew, übersetzt „kalt gebraut“, ist eine Methode Kaffee zu kochen, ohne zu kochen. Um einen herkömmlichen Kaffee kalt zu brauen, gibt man 100 Gramm (g) gemahlenen Kaffee und einen Liter kaltes Wasser zusammen in ein großes Gefäß. Dieses Gefäß wird dann für zwölf bis 24 Stunden verschlossen und bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank stehen gelassen. Danach muss man das Ergebnis noch filtern.

Beim Zubereiten mit niedrigen Temperaturen gibt der Kaffee weniger Bitterstoffe und weniger Säure frei, fand eine Studie der Thomas Jefferson Universität. Das fertige Getränk sollte also sanfter schmecken und kräftigere Aromen enthalten. Für dahingehend empfindliche Konsumente kann der Cold Brew also eine sinnvolle Alternative darstellen.

Den Koffeingehalt von Cold Brew Kaffee oder heiß gebrautem Kaffee wirklich genau zu bestimmen ist nicht leicht. Viele Faktoren beeinflussen den Koffeingehalt. Welche Bohnen genutzt wurden, wie grob oder fein diese gemahlen wurden und wie lange der Kaffee gezogen hat, haben einen Einfluss darauf. Laut dem Deutschen Kaffeeverband, der Interessenvertretung der deutschen Kaffeewirtschaft, haben Cold Brew-Varianten im Schnitt allerdings einen höheren Koffeingehalt als der herkömmliche Filterkaffee.

Wichtig zu bedenken ist hier aber auch die Dosierung. Während ein Espresso auf die gleiche Menge gesehen zwar einen höheren Koffeingehalt hat als Cold Brew, besteht ein Espresso typischerweise nur aus einem Fünftel der Flüssigkeit. Filterkaffee wird in etwa in derselben Dosierung zu sich genommen wie Cold Brew und von ihm sind beispielsweise drei bis vier Tassen am Tag noch relativ unbedenklich, die gleiche Menge an Cold Brew dagegen übersteigt die von der Bundesregierung empfohlenen Menge von bis zu 400 Milligramm an Koffein deutlich.

Wer also seinen Kaffee lieber milder mag, aber trotzdem gerne schnell wach wird, der dürfte die kalte Variante begrüßen.

Die kalte Zubereitung hat außerdem den Vorteil, dass der Kaffee sich so besser in andere Getränke mischen lässt. Aufgrund des milderen Geschmacks lässt er sich sehr gut mit Fruchtsäften oder Zitronenlimonade mischen. Hierzu lassen sich im Internet viele Rezeptideen finden.

Cocktail-Liebhaber sollten sich den Cold Brew auch mal genauer anschauen. Ob man dem Gin Tonic einen Schuss Kaffee zugibt oder mit Sahne, Vanille-Sirup und Wodka einen koffeinierten „White Russian“ zaubert, auch hier sind die Möglichkeiten groß.

Im Kühlschrank hält sich der kalte Kaffee auch bis zu zwei Wochen, sodass man genug Zeit haben sollte, einige Versionen auszuprobieren.

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