Wirtschaftsbetriebe Norden  Schon wieder neue Pläne für Norddeicher Freibad

| | 08.05.2024 13:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit neun Jahren liegt das Becken des geschlossenen Freibades in Norddeich ungenutzt im Deichvorland. Foto: Rebecca Kresse
Seit neun Jahren liegt das Becken des geschlossenen Freibades in Norddeich ungenutzt im Deichvorland. Foto: Rebecca Kresse
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Die Planung des Freibades geht in die nächste Runde. Neuer Entwurf soll im Juni vorgestellt werden. Trotz Kündigung vom Chefplaner bleibt die Hoffnung auf Baubeginn in 2025.

Norden - Im Juni sollen neue Pläne für das Norddeicher Freibad in einer öffentlichen Sitzung im Norder Rat vorgestellt werden. Wieder einmal. Denn schon mehrfach wurden neue Varianten des geplanten Bades vorgestellt. Nun gibt es eine weitere Veränderung des Projektes. Trotzdem glaubt der Interimsgeschäftsführer der Norder Wirtschaftsbetriebe (WBN) Marcus Aukskel noch immer an einen Baubeginn im kommenden Jahr, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Und das, obwohl das Genehmigungsverfahren für das Bad zurzeit ruht.

Gestoppt hat das Verfahren Stadtbaurat Christian Pohl. „Das war aber ein nötiger Schritt. Das hat er nicht zum Spaß gemacht“, betonte Marcus Aukskel. Das Problem: Weil schon jetzt klar ist, dass das Bad nicht in der beantragten Form gebaut wird, hätte die Genehmigung nicht erteilt werden können, so Aukskel. „Im Prinzip hätte man dann nachher noch einmal das ganze Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen und man hätte sich beim Bauamt doppelte Arbeit gemacht“, so der Interimsgeschäftsführer, der zurzeit auch den Hut bei der Freibadplanung auf hat. Nach Auskunft von Aukskel geht es um technische Änderungen, es müsse etwa der Schwallwasserbehälter anders positioniert werden. Es gehe nicht nur um die Verlegung eines Weges um ein paar Meter, sondern um Dinge, die auch statisch geprüft werden müssen. „Ohne den Stopp im Verfahren wäre der alte Plan geprüft worden und dann müsste man wieder von vorne anfangen“, sagte Aukskel.

Beim Eröffnungstermin zögert der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe

Das Genehmigungsverfahren ruht laut Aukskel nur solange, bis die Planer des engagierten Architekturbüros Janßen Bär Partner aus Bad Zwischenahn die Unterlagen aktualisiert hätten. Sobald diese fertig sind, werde das Bauamt mit der Prüfung beginnen – unabhängig davon, ob die Pläne eventuell erst später der Politik vorgestellt werden. „Der Stadtbaurat hat mir gesagt, dass die Tatsache, dass das Genehmigungsverfahren zurzeit nicht läuft, zu keiner Verzögerung beim Freibadbau führen wird“, so Aukskel.

Die Planungen zum neuen Freibad

Das Freibad in Norddeich wurde im Jahr 2015 geschlossen. Im Jahr 2021 entschied der Haushaltsausschuss des Bundestages, dem geplanten Neubau rund zweieinhalb Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung zu stehen. Zu der Zeit sollte das Bad aus einem großen Becken mit verschiedenen Schwimmbereichen und acht Schwimmerbahnen bestehen.

Im Juli 2023 präsentierte Bürgermeister Florian Eiben dann komplett neue Pläne. Das Freibadgelände wurde komplett neu strukturiert. Drei bis vier kleine Becken sollen entstehen – je nach Nutzungsbedarf unterschiedlich in der Größe und Wassertiefe. Der Rat stimmte diesen Veränderungen zu. Setze der Verwaltung aber auch eine finanzielle Obergrenze für das Projekt. Nach der damaligen Baukostenplanung rechnete die Stadt Norden mit insgesamt elf Millionen Euro für die Anlage.

Die Kosten teilen sich die Stadt Norden in Höhe von 4,4 Millionen Euro, die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden in Höhe von 4,25 Millionen Euro und eine zunächst festgeschriebene Förderung in Höhe von 2,43 Millionen Euro. Die Stadt will aber versuchen, ob diese Fördermittel auf 4,4 Millionen Euro aufgestockt werden können, sagte der Erste Stadtrat Marcus Aukskel.

Jetzt sollen die Pläne erneut verändert werden. Die Ergebnisse dieser Änderungen sollen der Öffentlichkeit im Juni präsentiert werden.

Was den geplanten Eröffnungstermin im Jahr 2028 angeht, gibt sich der Geschäftsführer trotzdem etwas zögerlich. „Wir halten daran fest, aber man weiß nicht, was kommt“, sagte er. So könne das Wetter zum Problem werden, Krisen könnten die Bauwirtschaft beeinflussen. „Wir haben beim Fördermittelgeber auch klar kommuniziert, dass wir nur ein schmales Baufenster haben“, sagte Aukskel. Andernfalls würde jeder fragen, warum das Bad zwei oder drei Jahre gebaut würde.

Im Deichvorland darf nur von April bis September gebaut werden

Hintergrund: Im Deichvorland darf wegen der Sturmflutgefahr jeweils nur von April bis September gebaut werden. Darauf werde auch bei den Bauarbeiten Rücksicht genommen. „Ich habe viel gelernt, wie man ein Becken betoniert und wie dieser Beton wirklich trocken aushärten muss, damit man auch drauf fliesen kann“, so der Interimsgeschäftsführer. Deshalb müsse man auch zeitnah 2025 mit den Arbeiten beginnen, weil diese Nichtbauphase genutzt werden soll, damit die Betonwände im Becken austrocknen können. Damit man dann im nächsten Jahr mit den Fliesen anfangen kann, erklärte er. „Wenn ich den Beton im April gieße, habe ich zwar eine Bauphase, kann aber nichts mehr machen, weil der Beton aushärten muss“, sagte Aukskel. Das sei vom Planungsbüro so getaktet worden.

Die Tatsache, dass der gerade erst eingestellte und bereits wieder gegangene Chefplaner für das Freibad, Rainer Feldmann, nicht mehr da ist, spielt für Aukskel bei all dem keine Rolle. Wie berichtet hatte Feldmann noch innerhalb seiner Probezeit gekündigt. Er hatte nach eigenen Aussagen Schwierigkeiten mit der von ihm geforderten Arbeitsweise. „Er hat fachlich eine gute Arbeit gemacht“, bescheinigte Aukskel seinem ehemaligen Mitarbeiter. Auch menschlich sei er immer sehr gut mit Feldmann ausgekommen.

Geschäftsführer: Es war „ungeschickt“, einen Planer in Vollzeit einzustellen

Das Problem aus Aukskels Sicht: Die Tatsache, dass Feldmann als Vollzeitkraft für den Posten eingestellt wurde. „Wenn Rainer Feldmann mit einem anderen Stundenkontingent angefangen hätte, einem geringeren Stundenkontingent, hätte man das machen können“, sagte er. Jetzt momentan habe es auch genug zu tun gewesen. Den Planer aber auch 39 Stunden pro Woche zu beschäftigen, wenn die Baustelle ein halbes Jahr ruht, wäre aus Sicht von Aukskel schwierig gewesen. Zumal Feldmann das Freibad ja nicht wirklich geplant habe. Das macht das Planungsbüro in Bad Zwischenahn. Warum die Stelle überhaupt als Vollzeitstelle ausgeschrieben wurde, kann Aukskel nicht beantworten. Das sei „ungeschickt“ gewesen. „Deshalb hätten wir auch von unserer Seite das Gespräch suchen müssen, wenn Rainer Feldmann nicht von sich aus gekündigt hätte“, sagte Aukskel.

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