Hannover  Kinder nicht um jeden Preis zum Abitur drängen

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 07.05.2024 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Abitur in der Tasche zu haben, ist gut, aber nicht für jeden Schüler erstrebenswert. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Ein Abitur in der Tasche zu haben, ist gut, aber nicht für jeden Schüler erstrebenswert. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Wohin nach der Grundschule? Ans Gymnasium oder besser nicht? In Niedersachsen haben Eltern das letzte Wort, sollten die Empfehlung der Lehrer aber ernst nehmen.

Welche Schulform ist nach der Grundschule am besten für mein Kind geeignet? Während manche Bundesländer wie Berlin, Bayern, Brandenburg, Sachsen und Thüringen den Eltern diese Entscheidung aus den Händen nehmen, indem sie harte Notenvorgaben machen, hält Niedersachsen am Elternwillen fest. Hier haben also weiterhin die Erziehungsberechtigten das letzte Wort darüber, welche weiterführende Schule ihr Kind besucht.

Das ist auch gut so. Denn die Eltern werden mit dieser schwerwiegenden Entscheidung nicht allein gelassen. Es gibt Einschätzungen und Beratungen von den Lehrern an der Grundschule. Durch das Meinungsbild von Lehren, Eltern und natürlich dem Kind selbst kommt es am Ende im besten Fall zu einer Schulwahl, die gut passt.

Aber machen wir uns nichts vor: Das ist der Idealfall. Immer noch gibt es Eltern, die in ihrem Ehrgeiz ihr eigenes Kind überschätzen und es entgegen aller Hinweise und Warnungen aufs Gymnasium schicken. Sie meinen, das Abitur sei der einzig wahre Schulabschluss.

Doch das ist mitnichten der Fall. Am Ende ist ein guter Abschluss an einer Real- oder Oberschule mehr wert als ein mieses Abitur, das aus viel Quälerei und der ein oder anderen „Ehrenrunde“ hervorgegangen ist.

Lernen muss Spaß machen. Das ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Wer mit Magenschmerzen zur Schule geht, nur um es den Eltern recht zu machen, kann am Ende nur scheitern.

Insofern ist es gut, dass Eltern aus den Grundschulen eine Empfehlung für ihr Kind erhalten. Auch wenn diese nicht bindend ist, sollte sie als durchaus als Kompass verstanden werden.

Überdies ist das Schulsystem offen, ein späterer Wechsel zum Gymnasium also immer noch möglich. Dieser Weg ist im übrigen auch viel motivierender als von oben nach unten durchgereicht zu werden und dabei die Lust am Lernen gänzlich zu verlieren.

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