Beteiligung an Politik Neues Format für die Jugend im Brookmerland
Ein Beirat soll das bisherige Jugendparlament im Brookmerland ersetzen. Doch nicht nur für Jugendliche ist eine neue Interessenvertretung geplant.
Brookmerland - Sie sollen die Interessen ihrer Gruppen gegenüber der Politik und der Verwaltung vertreten und in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden: Im Brookmerland sollen Beiräte für Jugend sowie Senioren und Behinderte eingerichtet werden. Das bestätigte die Verwaltung. Sie habe die Idee zur Einrichtung der Gremien erarbeitet, hieß es auf Anfrage.
Der Jugendbeirat soll demnach den bisherigen Jugendsamtgemeinderat ersetzen. Er war zuletzt 2018 gewählt worden. Die nächste ursprünglich für März 2021 geplante Wahl wurde auf unbestimmte Zeit verschoben und fand bis heute nicht statt. Grund: Das Interesse von Jugendlichen, für das Parlament zu kandidieren, war wie bei allen vorangegangenen Wahlen seit 2009 zu gering. Die Zahl der Bewerber, die sich bis zum Ablauf der Meldefrist gemeldet hatten, reichte nicht aus.
Auch für den Gang zur Wahlurne konnten sich zuletzt nur wenige Jugendliche und Kinder begeistern. Bei der vorerst letzten Wahl 2018 war das Interesse erneut verschwindend gering. Nach Verwaltungsangaben gaben damals 60 der 1172 wahlberechtigten Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 18 Jahren ihre Stimmen ab. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von 5,1 Prozent. Diese erreichte damit einen historischen Tiefstwert.
Neues Gremium mitsieben Jugendlichen
Ein Trendumkehr erhofft man sich offenbar von der geplanten Änderung des Formats. Beitrat statt Jugendrat, heißt die Devise. Nach Verwaltungsangaben soll das neue Gremium bis zu sieben Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahre umfassen. Sie und sieben Ersatzmitglieder sollen von Organisationen, Vereinen und Gruppierungen bestimmt werden, die im Brookmerland Jugendarbeit leisten.
Der Jugendbeirat habe die Aufgabe, sich für die Mitwirkung der jungen Menschen am Leben in der Gemeinschaft einzusetzen. Er berate und unterstütze durch seine eigenständige Öffentlichkeitsarbeit die Samtgemeinde und Institutionen des öffentlichen Lebens bei der Durchführung der vielfältigen Aufgaben in der Jugendarbeit.
Beirat für Senioren und Behinderte
Ähnliches soll der Beirat für Senioren und Behinderte leisten. Er soll bis zu neun Mitglieder haben. Wählbar seien Senioren ab dem 60. Lebensjahr und Menschen mit einer Behinderung von mindestens 50 Prozent, also Schwerbehinderte, ab dem 18. Lebensjahr.
Gewählt werden sollen die Mitglieder des Seniorenbeirats von einer maximal 15-köpfigen Delegiertenversammlung, die sich aus je einem Vertreter von Verbänden, Vereinen, Initiativen/organisierten Gruppen zusammensetzt, die in der Senioren- und Behindertenarbeit tätig sind. Der Seniorenbeirat nehme die Interessen der Senioren ab dem 60. Lebensjahr und der Menschen mit Behinderungen ab dem 18. Lebensjahr gegenüber den kommunalen Gremien wahr und berate beziehungsweise unterstütze ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen, erklärte die Verwaltung.
Der Seniorenbeirat könne an Sitzungen des Ausschusses für Soziales, Integration und Sport, des Bauausschusses, des Finanz- und Wirtschaftsausschusses, des Ausschusses für Klima-, Umwelt- und Artenschutz sowie des Feuerwehrausschusses teilnehmen.
Möglich sein soll auch die Berufung von nichtorganisierten Mitgliedern. Interessierte können sich im Fachbereich III der Samtgemeinde melden. Er ist zuständig für öffentliche Ordnung, Wahlen und Soziales. Der Zeitrahmen werde noch bekanntgegeben, hieß es.
Behindertenbeauftragter kam Abwahl zuvor
Noch unklar ist, wann die neuen Gremien ihre Arbeit aufnehmen werden. Der Samtgemeindeausschuss hat die Bildung beider Beiräte empfohlen. Endgültig über die Einrichtung der Beiräte und deren Satzungen beschließen muss der Rat der Samtgemeinde.
Als Interessenvertreter für Menschen mit Behinderungen gab es im Brookmerland seit 2005 einen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten. Dieses Amt nahm Hermann Rühaak wahr. Nachdem bekannt wurde, dass sein Posten durch den neuen Beirat ersetzt werden solle, kam der Upgant-Schottjer einer Abwahl zuvor. Der 71-jährige, der als versiert und engagiert galt und bei vielen beliebt ist, kündigte an, er werde sein Amt Ende dieses Monats zur Verfügung stellen (wir berichteten).