Schenefeld Experte erklärt: Giersch wächst nicht ohne Grund im Garten
Die meisten Gartenliebhaber verabscheuen Giersch. Ein Pflanzenexperte erklärt, warum der kleine, dreiblättrige Gefährte in Ihrem Garten wächst, wie Sie Giersch bekämpfen können – und wann der Kampf aussichtslos ist.
Wächst Giersch im Garten, sind die meisten Gärtner versucht, ihn schnellstmöglich wieder loszuwerden. Doch was bedeutet es, wenn er Überhand nimmt? Jens Clausen ist Pflanzenexperte aus Schenefeld und klärt auf: Giersch kann man loswerden, man sollte es aber nicht unbedingt um jeden Preis versuchen.
Wer im Kampf mit dem Giersch partout nicht die Überhand gewinnen kann, der sollte sein Vorgehen ändern: Da Giersch sich unterirdisch in einem tiefen Wurzelnetz ausbreitet, hilft es nicht, ihn übermotiviert zu rupfen:
Wer Giersch also so bekämpfen will, zieht den Kürzeren: Rund zehn neue Pflanzen können aus einer beim Herausrupfen abgetrennten Wurzel schießen.
Und was dann tun, mit dem Giersch? Wenn die jungen Blätter abgezupft werden, schwächt das die Pflanze. Die kleinen Blätter haben ungefähr zehnmal so viele Nährstoffe wie Kopfsalat: Und schmecken nach Möhren.
Zudem kann Giersch abgeschnitten und als Mulch auf Beete verteilt werden: Ohne Licht kein Unkraut, somit können Beete von Unkraut freigehalten werden. Insbesondere bei Starkzehrern wie Tomate oder Zucchini kann es hilfreich sein, Giersch im Beet zu verteilen, weiß Jens Clausen:
Wenn all das nicht hilft: Den Giersch abmähen und aus dem Schnittgut eine Jauche brühen: Die eignet sich hervorragend als Dünger.
Was aber dabei nie vergessen werden sollte, ist, dass Giersch sich an Stellen ansiedelt, an denen zu viel Stickstoff im Boden ist. Das gilt im Übrigen auch für die Brennnessel.
Ein zu hoher Stickstoffgehalt ist meist bei überdüngtem Boden der Fall. Brennnessel und Giersch nehmen dann den Stickstoff auf. Ist der Boden wieder in Ordnung, gehen sie wieder. „Dafür braucht man aber viel Geduld, das kann dauern. Was man sich da aber merken kann: Das Problem ist nicht der Giersch oder die Brennnessel, sondern, dass zu viel Stickstoff im Boden ist.“
Da es aus derselben Pflanzengattung, aus der auch der Giersch stammt, hochgiftige Pflanzen gibt, sollte man in der Lage sein, ihn zu erkennen. Es gilt die Regel: Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei. Der Giersch hat nämlich nicht nur einen dreieckigen Stil, sondern auch drei mal drei Blätter, die von diesem Stil abgehen.