Radweg an Landstraße 1  Seit Jahren werden Radler vertröstet – aber sie geben nicht auf

Gerd-Arnold Ubben
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Von Gerd-Arnold Ubben
| 05.05.2024 18:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mehr als 50 Fahrradfahrer ließen sich am Sonntag vom Regen nicht davon abhalten, für den Fahrradweg auf die Straße zu gehen. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Mehr als 50 Fahrradfahrer ließen sich am Sonntag vom Regen nicht davon abhalten, für den Fahrradweg auf die Straße zu gehen. Foto: Gerd-Arnold Ubben
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Mehr als 50 Radfahrer demonstrierten für einen sicheren Weg entlang der L 1 und der K 111. Viel Hoffnung kann ihnen der zuständige Behördenleiter nicht machen.

Ihlow/Moormerland - Mehrere Jahre schon versuchen Riepster, Simonswoldmer und Oldersumer die Politik davon zu überzeugen, aus Sicherheitsgründen Radwege entlang der Landesstraße 1 und Kreisstraße 111 bauen zu lassen. Ihre Fahrraddemos verliefen bisher alle erfolglos. Dieses Mal wird es wohl nicht anders sein. Am Sonntagvormittag haben sich mehr als 50 Radfahrer trotz des Regens an der Demonstration für die Radwege beteiligt. Sie machten sich von Oldersum aus, mit einem Stopp auf dem Dorfplatz in Simonswolde, auf den Weg nach Riepe. Abgesichert wurden sie durch die Freiwilligen Feuerwehren aus Oldersum, Simonswolde und Riepe. Im vergangenen Jahr waren es laut Volker Degner, CDU-Ratsherr in Ihlow, dreimal so viele Teilnehmer.

In Oldersum fuhren die Demoteilnehmer auf der Landstraße. Foto: Gerd-Arnold Ubben
In Oldersum fuhren die Demoteilnehmer auf der Landstraße. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Andere Maßnahmen und Projekte sind laut Frank Buchholz, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, vorrangig zu behandeln. Er bedauert, dass es nicht möglich war, die Planungen voranzutreiben.

Landtagsabgeordneter: „Wir brauchen diesen Radweg“

Ein wenig Hoffnung keimte in der Aussage des Landtagsabgeordneten Nico Bloem (SPD), zuständig für den Wahlkreis Landkreis Leer/Borkum, auf, der als einziger Landespolitiker mitfuhr. Auf Landesebene sei er in guten Gesprächen, um das Vorhaben und den Radweg voranzutreiben. Er sagte: „Wir brauchen diesen Radweg.“ Auf Landesebene sei man in „sehr, sehr guten Gesprächen“. Aktuell sei es so, dass die Kartierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht worden seien.

Auch der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs machte sich auf den Weg. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Auch der Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs machte sich auf den Weg. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Diese Fahrraddemonstration ist für Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs, er fuhr auch mit, von hoher Wichtigkeit. Es könne nicht sein, dass der Fahrradweg, der so immens wichtig für die Sicherheit sei, zeitlich immer wegen anderer durchaus auch wichtigen Aufgaben weiter nach hinten falle – und das bei ohnehin schon unheimlich langen Planungs- und Genehmigungszeiten. „Wir müssen den Druck aufrechterhalten, damit wir die Radwege mittelfristig noch realisiert bekommen. Ich freue mich, dass sich so viele trotz des schlechten Wetters beteiligt haben“, meinte der Bürgermeister.

Für Radler sei es „lebensgefährlich“

Deutliche Worte fand Volker Degner aus Riepe, der zusammen mit Inga Damm (CDU) aus Riepsterhammrich diesen Fahrradkorso organisierte. Die L 1 und die K  111 mit dem Fahrrad zu befahren, sei unter den heutigen Umständen ohne Radweg „lebensgefährlich“. Aufgrund der Autobahnauf- und abfahrt, die einzige im Landkreis Aurich, herrsche dort starker Lkw- und Pkw-Verkehr.

CDU-Ratsherr Hinrich Ehmen war einer der wenigen Ihlower Politiker, die sich an der Raddemo beteiligten. Foto: Gerd-Arnold Ubben
CDU-Ratsherr Hinrich Ehmen war einer der wenigen Ihlower Politiker, die sich an der Raddemo beteiligten. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Bisher habe es laut Degner immer geheißen, „es ist in Planung“. Das habe sich kürzlich auch bei einem Besuch im Niedersächsischen Landtag in Hannover gezeigt. „Es ist ein Hin und Her. Deswegen wollen wir auch immer wieder alle aufrütteln und wach machen. Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass der Radweg gebaut wird“, meinte Degner, der weiter am Ball bleiben will.

Ostfriesland müsse seien Radwege mehr ausweiten

Degner weiter: Der Radweg werde nicht nur für die Sicherheit der Fahrradfahrer sorgen, sondern auch für eine Anbindung an den Radweg von Emden über Oldersum und Leer ins Emsland sorgen. Im Kreis Aurich gebe es einiges an Radwegen, doch diese geforderten fehlen dazwischen. Zudem habe Riepe ein stetig wachsendes Gewerbegebiet, wo auch Mitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren müssen und möchten, auch der Umwelt zuliebe.

Breite Radwege befürwortet Holger Wessels von „Ostfriesland fährt Rad“, gerade auch an der L 1 und K 111, um die Verbindung Emsradweg Richtung Aurich und Küste besser touristisch vermarkten zu können. Ostfriesland als Fahrradland müsse seine Radwege viel mehr ausweiten, um mit anderen Urlaubsregionen mithalten zu können.

Für Bürgermeister ist Radweg „zwingend erforderlich“

Für Hendrik Schulz (SPD), Bürgermeister in Moormerland, sei der „Radweg zwingend erforderlich“. Er sei schon vor Jahren versprochen worden. Jetzt werde es Zeit, dass die Landesregierung ihr Wort hält. Moormerland sei jetzt auch im Dorfentwicklungsprogramm des Landes. Das sei eigentlich ein guter Aufhänger.

Jens de Vries (SPD), Ortsbürgermeister von Oldersum, sagt: „Seit 20 Jahren kämpft der Ortsrat Oldersum schon um diesen Radweg.“ Wenn jetzt die Kurbelfähre komme, wäre es ein geschlossener Kreis. Es betreffe Berufspendler aber auch viele in Oldersum wohnende Flüchtlinge, die bei Landguth tätig seien und mit ihren Familien mit Kindern gerne einmal zum Schwimmbad nach Riepe fahren möchten.

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