Sportliches Bauvorhaben  Im Eiltempo zur neuen Sportstätte in Marienhafe

| | 03.05.2024 19:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bauamtsmitarbeiter Thomas Weinert (stehend) erläuterte in der Bauausschusssitzung den Stand der Bauleitplanung für die neue zentrale Sportstätte. Seine Kollegen Stephan Weers (von links), Arno Klaassen und Jochen Behrends hörten ihm zu. Foto: Thomas Dirks
Bauamtsmitarbeiter Thomas Weinert (stehend) erläuterte in der Bauausschusssitzung den Stand der Bauleitplanung für die neue zentrale Sportstätte. Seine Kollegen Stephan Weers (von links), Arno Klaassen und Jochen Behrends hörten ihm zu. Foto: Thomas Dirks
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Die Verwaltung macht Druck: Anfang Juni soll die Politik die Bauleitplanung für die neue zentrale Anlage in Marienhafe beschließen. Im zuständigen Ausschuss fielen dazu deutliche Worte.

Brookmerland - Jetzt soll es möglichst schnell gehen: Mit Blick auf die zentrale Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe drückt die Verwaltung aufs Tempo. Anfang Juni sollen die politischen Gremien der Samtgemeinde und der Gemeinde Marienhafe die Bauleitplanung endgültig unter Dach und Fach bringen, indem sie die 50. Änderung des Flächennutzungsplans und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan 0228 beschließen.

Parallel dazu wolle man die Baugenehmigung einholen, kündigte Brookmerlands stellvertretender Samtgemeindebürgermeister und Bauamtsleiter Jochen Behrends am Donnerstag in der Sitzung des Bauausschusses an.

Weiteres Thema dort war der marode Zustand des Brookmerlander Straßennetzes, in das die Samtgemeinde in den kommenden zehn Jahren jährlich bis zu 1,9 Millionen Euro investieren will (wir berichteten bereits am Freitag ausführlich).

„Hand in Hand“ im Parallelverfahren

Das F- und das B-Planverfahren für die neue mehr als fünf Millionen Euro teure Sportanlage am Tjücher Moortun laufen „Hand in Hand“ im Parallelverfahren, erklärte Thomas Weinert, früher selbstständiger Planer und seit vergangenem Jahr in Diensten der Samtgemeinde. „Wir waren bestrebt, die Planung schnell durchzuziehen“, sagte er. Die Zeit drängt offenbar. „Wir haben gewaltig Druck im Kessel“, so Weinert.

Zuletzt hatte Brookmerlands Verwaltungschef Gerhard Ihmels (SPD) bei der Jahresversammlung von TuRa Marienhafe im März verkündet, die aus einem Kunstrasenplatz und zwei Naturrasenspielfeldern sowie Leichtathletikanlagen bestehende sieben Hektar große Sportstätte nördlich des Baggersees solle Mitte 2026 fertiggestellt sein.

Noch bis zum 24. Mai sind die Planunterlagen öffentlich ausgelegt. Das waren sie im Mai 2022 im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung schon einmal. Allerdings nur lückenhaft, wie sogenannte Träger öffentlicher Belange und Bürger in ihren Stellungnahmen damals feststellten. Darin äußern sie, wie in dieser Woche berichtet, zum Teil schwerwiegende Bedenken gegen das Projekt. So spricht der Landkreis Aurich von einem „erheblichen Eingriff in die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Bodens und des Naturhaushalts“, der Naturschutzbund Nabu von „massiven Beeinträchtigungen“ für zum Teil gefährdete Fledermausarten.

Dieser aktuelle Plan zeigt die Aufteilung des an der Bundesstraße (ganz links) gelegenen neuen Sportzentrums am Tjücher Moortun in Marienhafe. Grafik: Büro „PS+ Elsner Heidbreder“
Dieser aktuelle Plan zeigt die Aufteilung des an der Bundesstraße (ganz links) gelegenen neuen Sportzentrums am Tjücher Moortun in Marienhafe. Grafik: Büro „PS+ Elsner Heidbreder“

Weinert verteidigte die Veröffentlichung der noch unvollständigen Unterlagen im Mai 2022 gegen Kritik. Sie sollte zeitlichen Verzug vermeiden, begründete er. Man habe 50 Einrichtungen angeschrieben. Die eingegangenen Stellungnahmen seien ausgewertet und „zwischenabgewogen“ und der Planentwurf entsprechend angepasst worden, hieß es. So seien beispielsweise Spielfelder und die Funktionsgebäude zum Teil anders angeordnet worden.

Weinert nutzte die Gelegenheit, um noch einmal die Vorzüge des neuen Sportzentrums hervorzuheben. Der Standort am Tjücher Moortun sei „in ganz besonderer Weise geeignet“ und eine Sanierung und Modernisierung des alten Sportzentrums in Upgant-Schott aus „wirtschaftlichen und baurechtlichen Gründen“ nicht möglich, betonte er.

Dieser aktuelle Plan zeigt die Aufteilung des an der Bundesstraße (ganz links) gelegenen neuen Sportzentrums am Tjücher Moortun in Marienhafe. Grafik: Büro „PS+ Elsner Heidbreder“
Dieser aktuelle Plan zeigt die Aufteilung des an der Bundesstraße (ganz links) gelegenen neuen Sportzentrums am Tjücher Moortun in Marienhafe. Grafik: Büro „PS+ Elsner Heidbreder“

In Anspielung auf die Vorbehalte gegenüber der neuen Sportstätte bemühte Weinert die Semantik. Man solle die Bedeutung des Begriffs „erhebliche Bedenken“ nicht überbewerten, sagte er. „Das klingt schlimmer als es ist“, so Weinert. Erheblich sei alles, was zu berücksichtigen sei. „Das ist normales Prozedere“, so der Verwaltungsmitarbeiter.

Erhebliche Bedenken

Solche erheblichen Bedenken haben auch die Landwirte Reno und Heike Ippen formuliert, die das nördlich an das geplante Sportgelände angrenzende Land bewirtschaften. Sie befürchten, dass ihre langgezogene 7,7 Hektar große Ackerfläche weiter an Wert verlieren werde, behalten sich rechtliche Schritte vor und warnen vor Lärm, Staub und Gerüchen, mit denen ihre Feldarbeit verbunden ist. Ihr Berufskollege und Ausschussmitglied Johann Jungvogel (BWG) mahnte, alle bisherigen und noch eingehenden weiteren Einwände und Bedenken ernst zu nehmen. Als langjähriger Pächter der Fläche wisse er, wovon er spreche.

„Wir wollen niemanden einschränken“, versicherte Behrends. Die Ippens würden zu einem Gespräch im Rathaus erwartet, die Sache würde geklärt, so der Vize-Verwaltungschef. „Das hätte schon längst vom Tisch sein können“, rügte Jungvogel.

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