Marode Verkehrswege  Schlechte Noten für Straßen im Brookmerland

| | 02.05.2024 20:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Viele Straßen im Brookmerland sind in einem schlechten, teils gefährlichen Zustand und müssen dringend repariert werden. Foto: Thomas Dirks
Viele Straßen im Brookmerland sind in einem schlechten, teils gefährlichen Zustand und müssen dringend repariert werden. Foto: Thomas Dirks
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Experten schlagen angesichts des Zustands der Straßen in der Samtgemeinde Alarm. Was in den kommenden Jahren getan werden soll, um den Sanierungsstau abzubauen.

Brookmerland - Schlaglöcher, Spurrillen, Risse: Viele Brookmerlander Straßen sind in einem schlechten, zum Teil nicht mehr verkehrssicheren Zustand. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für Straßenanalyse in Kaiserslautern. Sie war 2021 von der Samtgemeinde beauftragt worden, ein Straßenkataster mit Instandsetzungs- und Erhaltungsmanagement zu erstellen und hatte dazu im vergangenen Jahr die Beschaffenheit von 504 Gemeindestraßen (rund 190 Kilometer) erfasst. Einzelheiten dazu wurden in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag in Marienhafe erstmals öffentlich vorgestellt.

Die Situation des Straßennetzes im Brookmerland sei „alarmierend“ und sollte ernst genommen werden, betonte Bauamtsmitarbeiter Arno Klaassen. „Wenn wir jetzt nicht eingreifen, fällt uns das auf die Füße“, sagte er.

Sanierungsstau

„Ein Sanierungsstau ist da“, stellte auch Brookmerlands stellvertretender Verwaltungschef und Bauamtsleiter Jochen Behrends fest. Er sprach von einer „großen Aufgabe“, der man sich schnellstens widmen sollte. „Wenn wir das nicht angehen, können wir das in zehn Jahren nicht mehr schultern“, so Behrends.

Offenbar hätte in vielen Fällen schon längst gehandelt werden müssen. Bei einigen Straßen sei der Zeitpunkt, zu dem spätestens mit einer Instandsetzung oder Erneuerung begonnen werden sollte, längst überschritten, berichteten Behrends und Klaassen unter Berufung auf die Gutachter. Die Zeit dränge, der Bedarf an baulicher Unterhaltung steige, wenn nicht ausreichend Geld zur Verfügung gestellt werde, hieß es.

Bauamtsmitarbeiter Arno Klaassen (links) und Bauamtsleiter Jochen Behrends (Mitte) stellten den Straßenzustandsbericht in der Sitzung des Bauausschusses vor. Rechts: Dessen Vorsitzende Johann Booken (SPD). Foto: Thomas Dirks
Bauamtsmitarbeiter Arno Klaassen (links) und Bauamtsleiter Jochen Behrends (Mitte) stellten den Straßenzustandsbericht in der Sitzung des Bauausschusses vor. Rechts: Dessen Vorsitzende Johann Booken (SPD). Foto: Thomas Dirks

Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, dass die Samtgemeinde in den kommenden zehn Jahren mindestens 350.000, am besten jedoch 1,9 Millionen Euro jährlich in ihre Straßen und Brücken investiert. Damit, so die Experten, lasse sich deren Zustand deutlich verbessern. Werde die Unterhaltung der Verkehrsanlagen unterlassen, würden schon nach fünf Jahren mehr als 42,5 Prozent aller Verkehrsflächen in der Samtgemeinde Brookmerland die schlechtesten Werte auf der Bewertungsskala haben und kaum noch der Verkehrssicherheit genügen können. Von der Tatsache, dass der Straßenzustand aktuell durchschnittlich noch befriedigend sei, solle man sich nicht täuschen lassen.

Je früher man mit den Investitionen in die Straßenerneuerung beginne, desto eher könne auf teure Unterhaltung verzichtet und damit Geld bei der Straßenunterhaltung gespart werden. Schon in den ersten fünf Jahren würde sich der Straßenzustand „sichtlich verbessern“, hieß es. Grundsätzlich sollten die Investitionen nicht weiter in die Zukunft verschoben werden, empfehlen die Experten.

Politik muss entscheiden

Bis zum Sommer soll daher laut Behrends ein Ingenieurbüro gefunden werden, dass darlegt, wie das Geld am sinnvollsten eingesetzt werden kann. Welche Straßen saniert werden sollen, muss die Politik entscheiden. Jährlich solle dazu ein Bedarfsplan erstellt werden. Ähnliches gab früher schon, nannte sich damals Straßenbauprogramm. „Damals wurde gefühlt entschieden, welche Straße dran war“, sagte Behrends. Künftig solle das auf Basis von Ingenieurdaten festgelegt werden. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“ so Behrends. Erste Ausschreibungen würden bereits vorbereitet, um loslegen zu können, wenn die Politik grünes Licht gebe.

Vorgesehene Straßen

Für 2024 sind die Erneuerung des Bereichs Kleine Lohne/Alter Postweg bis zum Hingstlandsweg in Marienhafe, der Bahnweg bis zum Eetsweg in Upgant-Schott, der Parkplatz am Adeweg in Osteel und ein Teilstück des Adewegs zwischen dem neuen Feuerwehrgerätehaus und der Grundschule vorgesehen. Folgen sollen der Osterupganter-Äcker-Weg (1,7 Kilometer), der Reithammer Weg in der Alten Welt (2,2 Kilometer), der Eetsweg (290 Meter), der Elfenveerweg (1,7 Kilometer) und die Junkersstraße (600 Meter).

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