Deutsche Meisterschaft  SpVg Aurich im Halbfinale – volles Haus gegen die „Fohlinnen“?

| | 29.04.2024 16:07 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Jubel in Aurich: Das Halbfinale ist erreicht, Lucy Minne (rechts) sicherte sich die Torjägerkanone. Foto: privat
Jubel in Aurich: Das Halbfinale ist erreicht, Lucy Minne (rechts) sicherte sich die Torjägerkanone. Foto: privat
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Aurich spielt im Halbfinale gegen Borussia Mönchengladbach. Trainer Stefan Wilts hofft auf viele Zuschauer am Ellernfeld. Vor ein paar Tagen kam das Fernsehen mit einem Team vorbei.

Aurich - Noch nicht mal während der letzten Bundesliga-Minuten kam bei SpVg-Trainer Stefan Wilts ein wenig Wehmut auf. Sechs Jahre spielte die SpVg Aurich in der höchsten Juniorinnen-Spielklasse und mauserte sich vom Abstiegskandidaten zum ernsthaften Favoriten auf die Deutsche Meisterschaft. Der 4:0-Sieg im letzten Heimspiel gegen Magdeburg war das letzte Ligaspiel auf dieser Ebene, der DFB hat die Bundesligen für die kommende Saison abgeschafft.

Doch Wilts wollte sich nicht mit derartigen Sentimentalitäten aufhalten, denn er dachte bereits an die nächste Aufgabe. Der Gegner für das Halbfinale steht nun fest – und es ist ein klangvoller Name. Die Auricher Mädchen und Stefan Wilts dürfen auf mehrere Tausend Zuschauer im Auricher Ellernfeld-Stadion hoffen, wenn am Sonnabend, 11. Mai, Borussia Mönchengladbach zum Hinspiel anreist. Die Elf vom Niederrhein setzte sich am letzten Spieltag der Weststaffel mit 3:0 beim Titelverteidiger Bayer Leverkusen durch und feierte die Meisterschaft dank des besseren Torverhältnisses gegenüber Gütersloh.

Der Vorverkauf hat am Montag begonnen, Wilts hofft auf eine Wiederholung, was das Zuschaueraufkommen aus dem vergangenen Jahr betrifft. Damals kamen mehr als 3000 Zuschauer zum Halbfinal-Rückspiel gegen Eintracht Frankfurt. „Hoffentlich werden es wieder genau so viele“, sagt Wilts. Die Karten, die sowohl in der Geschäftsstelle als auch im Online-Shop der SpVg Aurich erhältlich sind, gibt es in verschiedenen Kategorien. Gruppentickets kosten 2,50 Euro, ein Stehplatz kostet vier Euro und ein Sitzplatz zehn Euro. Wer es gemütlich haben will mit einem speziellen Parkplatz und einem Sitzplatz in Höhe der Mittellinie, kann sich das V. I. P.-Ticket für 25 Euro gönnen.

Gegner verfügt über eine starke Offensive

Für die Verantwortlichen der Sportvereinigung bedeuten die Tage vor dem Halbfinale auch viel Stress. Mit Vertretern des DFB und des hiesigen Ordnungsamtes und der Feuerwehr wurde bereits der Rahmen abgesteckt. Wilts rät allen Fans, das Auto stehen zu lassen und lieber mit dem Rad zum Ellernfeld zu kommen. „Es wird einiges los sein“, so Wilts.

Mit dem Gegner vom Niederrhein will sich Wilts nun in den kommenden Tagen beschäftigen. „Auf jeden Fall wird ihre starke Offensive auf unsere starke Defensive treffen“, sagt Wilts. Das 3:0 der Gladbacherinnen am letzten Spieltag beim Titelverteidiger Bayer Leverkusen möchte der SpVg-Trainer nicht so hoch hängen. „Ihnen haben wohl auch wichtige Spielerinnen gefehlt.“

Die SpVg-Spielerinnen sind in jedem Fall vorbereitet. Der deutliche Sieg im letzten Heimspiel hat den Glauben an die eigene Stärke nach zwei Niederlagen in Folge wieder gestärkt. „Das war unheimlich wichtig für die Moral“, sagt Wilts. Das Spiel war auch wichtig für die Torjägerin Lucy Minne. Nach einer Verletzung war sie in den letzten beiden Spielen auf der Suche nach ihrer Form. Gegen den Magdeburger FFC war die Stürmerin wieder die „Alte“ und traf dreimal. „Mit diesen drei Toren ist sie sogar noch Torschützenkönigin geworden“, freut sich Wilts für seine Top-Stürmerin.

Vor einigen Tagen war ein Fernsehteam des Morgenmagazin am Ellernfeld. Thema war selbstverständlich die zweite Halbfinalteilnahme in Folge des Underdogs. Es ging aber auch um die Abschaffung der Juniorinnen-Bundesliga. Sie scheint wohl nur bei den Oberen des DFB auf Zustimmung zu treffen. „In den Kommentaren zu dem Fernsehbericht können so ungefähr 90 Prozent die Abwicklung der Bundesliga nicht nachvollziehen“, sagt Wilts. Er selbst denkt, dass der DFB die Entscheidung in einigen Jahren noch mal überdenken könnte. „Dafür spielen wir in der nächsten Saison dann im DFB-Pokal mit.“

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