Skandalszenen in Ostfrieslandklasse A  Zoff um einen Getränkebecher

Wilfried Gronewold
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Von Wilfried Gronewold
| 29.04.2024 15:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Nils Buschmann schoss gegen Esens II zwei Tore für den SV Großefehn. Am Ende gewann die zweite Fehntjer Mannschaft mit 5:0.Foto: Wilfried Gronewold
Nils Buschmann schoss gegen Esens II zwei Tore für den SV Großefehn. Am Ende gewann die zweite Fehntjer Mannschaft mit 5:0.Foto: Wilfried Gronewold
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Im Spiel zwischen Ihlow und Leezdorf kam es zu unschönen Szenen mit dem Publikum. Ein Eintracht-Spieler wurde nass und reagierte.

Ostfriesland - In der Ostfrieslandklasse A, Staffel 2 hat Eintracht Ihlow nach einem Gegentor in der 10. Spielminute der Nachspielzeit den Heimsieg gegen den SV Leezdorf verpasst. Das Spiel endete Unentschieden. Gesprächsstoff gab es aber genug. Ein Fan der Leezdorfer hatte einem Ihlower Spieler ein Getränk über den Kopf gegossen. Die Folge: Rudelbildung und eine Rote Karte für einen Ihlower Spieler. Torlos trennten sich der TuS Norderney und Eintracht Plaggenburg. Westerende siegte auf Borkum und hat nur noch einen Zähler Rückstand auf Norderney. Der SV Großefehn II siegte deutlich gegen die Reserve von Esens.

SV Großefehn II – Esens II 5:0

Großefehn hatte das Spiel vom Anpfiff an im Griff. Esens wirkte unsortiert und ließ den Gastgebern viele Räume. Davon profitierte besonders Nils Buschmann. Über die Leihgabe aus der ersten Mannschaft liefen viele Angriffe. Esens war bei gelegentlichen Kontern und in Standartsituationen ungefährlich. In der elften Spielminute traf Nick Fahnster nach Vorlage von Arne Sievers zur Fehntjer Führung. In der 20. Minute erhöhte Buschmann nach Vorlage von Nick Steinhorst zum 2:0-Pausenstand.

In der zweiten Hälfte das gleiche Bild. Großefehn dominierte. „Ich dachte, Esens gibt in der zweiten Hälfte noch mal Gas, aber da kam nichts“, bemerkte SV-Spielertrainer Yannik Weber. In der 48. Minute traf Arne Sievers nach einem Eckball von Nico Krüger mit Volleyschuss zum 3:0. Zehn Minuten später gab Nils-Ole Zimmermann die Vorlage für das Tor zum 4:0 durch Matthias Meyer. In der 86. Minute Gerangel im Esenser Strafraum. „Nicht auch das noch“, entfuhr es Esens Trainer Reiner Gesch. Dann ertönte schon der Pfiff. Strafstoß für Großefehn. Den fälligen Elfmeter platzierte Nils Buschmann zum 5:0-Endstand in die linke Ecke. „Für uns war das ein wichtiger Sieg für den Klassenverbleib“, freute sich Yannik Weber.

Tore: 1:0 Fahnster (11.), 2:0 Buschmann (20.), 3:0 Sievers (3:0), 4:0 Meyer (59.), 5:0 Buschmann (FE 87.).

SV Großefehn II: Ziegler, Steinhorst, Rodyk, Janssen, Fahnster, Ulferts (47. Meyer), Müller (46. Krüger), Buschmann (89. Kessemeier), Zimermann (69. Weber), Sievers, Schmidt (64. Saathoff).

TuS Norderney - SV Eintracht Plaggenburg 0:0

Das Spiel hatte nur wenige Höhepunkte. „Beide Mannschaften kannten nach dem Hinspiel am Mittwoch die Stärken und Schwächen des anderen und stellten sich darauf ein. Dadurch neutralisierte sich das Spiel über weite Strecken“, bemerkte Plaggenburgs Trainer Klaus-Dieter Scherf. Norderney hatte in der ersten Halbzeit durch Windvorteil zwar leichte Spielüberlegenheit. Torgefährlich wurden sie aber nie. „Das Spiel lebte auf beiden Seiten von Defensivarbeit“, so Scherf.

Die zweite Halbzeit glich der ersten. Mit einer Ausnahme. Plaggenburg hatte zwei gute Torchancen. Eine viertel Stunde vor Ende der regulären Spielzeit ging ein Kopfball von Hilmar Ubben nach einer Ecke knapp über das Norderneyer Tor. Wenige Minuten später erreichte eine Flanke von der linken Seite Kai Adam. Sein Seitfallzieher ging knapp vorbei. „Wir haben uns am Ende wieder nicht für ein gutes Spiel belohnt“, so Klaus Dieter Scherf.

SV Eintracht Plaggenburg: Collmann, Janotta (62. Ihnen), Best, Friedrichs, Ideus, Habben, Ubben, Gerdes, Wicht, Ubben (Janßen), Adam.

SV Eintracht Ihlow – SV Leezdorf 1:1

Ihlow trat aufgrund vieler Verletzungsausfälle personell „auf der letzten Rille“ an, wie Trainer Jannik Swieter berichtete. Dennoch war Swieter mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. „Die Mannschaft hat 105 Minuten gerackert und wurde am Ende wieder nicht belohnt“, so der Eintracht-Coach. Das Ergebnis und das Zustandekommen waren aus seiner Sicht nicht in Ordnung. In der ersten Halbzeit war Ihlow die bessere Mannschaft. Lediglich die Tore fehlten. So ging es torlos in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit hatte es in sich und wurde sowohl auf dem Spielfeld als auch am Spielfeldrand hitzig. Jannik Swieter berichtete von Respektlosigkeiten der Leezdorfer „Fans“.

In der 69. Minute ging es auf dem Spielfeld zur Sache. Es gab eine Rudelbildung mit Ruppigkeiten und Stößen auf beiden Seiten. Ein Leezder Fan kippte Ihlows Usnijan Ciaciak ein Getränk über den Kopf. Ciaciak reagierte. Die Folge: Rot gegen Ciaciak wegen Tätlichkeit. Er soll gegen den Becher getreten haben. „In der Gesamtsituation mit der Rudelbildung wäre auch auf Leezdorfer Seite eine Rote Karte angebracht gewesen“, ärgerte sich Swieter. Ihlows Vereinschef Bernd Emkes versuchte die aufgeheizte Stimmung abzukühlen und musste sich in der Folge die Leezdorfer Schmährufe und Gesänge mit beleidigendem Charakter gegen seine Person und dem Verein anhören. Im weiteren Verlauf verliefen einzelne Leezdorfer Konter in Überzahl erfolglos. Der Schiedsrichter gab bei Ihlower Führung sechs Minuten Nachspielzeit. Daraus wurde mehr. Denn nach neun Minuten Nachspielzeit gab es einen Freistoß für Leezdorf an der Mittellinie. Den verwandelte Renke Harms zum Ausgleich. „Das war bitter“, so Swieter.

Tore: 1:0 Mattes Schmidt, 1:1 Renke Harms (90. +9).

SV Eintracht Ihlow: Luitjens, Harms, Möhlmeyer (90. +5 Lerf), Wendeling, Einnolf, Schmidt (90. +1 Jannek Weber), Liebich-Flessner, U. Ciaciak, Jannes Weber, Rehling (65. Krüger), Grobbel.

Rote Karte: U. Ciaciak (71.)

TuS Borkum – TuS Westerende 1:3

Westerendes Trainer Klaus Hoofdmann konnte wegen einer Familienfeier nicht bei der Mannschaft sein. Er wurde von Eike Wiese und dem Trainer der zweiten Mannschaft Chris Hoffmann vertreten. „Ich bin auf der Bank schon nervös, aber zuhause war es noch schlimmer“, bekannte Hoofdmann, der per Handy ständig informiert war und so berichten konnte. Fan-Unterstützung gab es für den TuS auf Borkum reichlich.

Zahlreiche Anhänger, darunter die Vereinsführung und die zweite Mannschaft waren bereits am Sonnabend angereist, um die Mannschaft am Sonntag zu unterstützen. Westerende fand aus einer sicheren Defensive gut in das Spiel. Nach nur sieben Minuten traf Leon Hanssen zur Westerender Führung. Vorangegangen war ein Steckpass aus der Tiefe von Steffen Weinstock. Borkum hatte in der ersten Halbzeit zwei Torchancen, die Westerendes Schlussmann Steffen Busker vereitelte. Nach der Halbzeitpause drückte Borkum und suchte den Ausgleich. Ohne Erfolg. In der 67. Spielminute ging aber eine Borkumer Großchance über das Westerender Tor. Im direkten Gegenzug erhöhte Stefan Heyen aus dem Gewühl im Strafraum heraus zum 2:0 für Westerende. In der 85. Minute schnürte Heyen dann seinen Doppelpack zum vorentscheidenden 3:0. Borkum verkürzte in der Schlussminute der regulären Spielzeit nach einem Freistoß aus 20 Meter noch zum 3:1. „Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie souverän gewonnen haben“, so Klaus Hoofdmann. Donnerstagabend ist die Hoofdmann-Elf wieder gefordert. Dann ist Tabellenführer Wolthusen zu Gast in Westerende.

Tore: 0:1 Leon Hanssen (7.), 0:2, 0:3 Heyen (69., 85.), 1:3 Cinaru (89.).

TuS Westerende: Busker, Weinstock, Hanssen, Thai, Hölscher, Roschmann, Willms, Ihnen (81. Werthmann), Bünting (36. Stüven), Heyen (86. Bohlen), Hayenga.

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