Spannung in der Ostfrieslandklasse A Westerende zittert sich zum Auswärtssieg
Der TuS bleibt nach dem wichtigen 1:0 in Leezdorf im Aufstiegsrennen der Ostfrieslandklasse A. Großefehn II gerät nach der sechsten Pleite im siebten Spiel in Bedrängnis.
Aurich - In der Fußball-Ostfrieslandklasse A, Staffel 2 bleibt der TuS Westerende nach einem Zittersieg in Leezdorf der Konkurrenz im Aufstiegskampf auf den Fersen. Der SV Großefehn II unterlag nach frühen Gegentoren deutlich auf Borkum. Plaggenburgs Fußballplätze waren aufgrund der Regenfälle in der Saison besonders oft nicht bespielbar. Ausweichen auf den Kunstrasen am Ellernfeld war nicht immer möglich. Wo es ging, wurde das Heimrecht getauscht. Dennoch gehört der aktuell Tabellenfünfte zu den Mannschaften, die es schwer haben, bis zum Saisonende das Pflichtspielpensum zu erfüllen – die Folge sind „Englische Wochen“. Am Mittwoch der Vorwoche war Plaggenburg zu Gast beim Aufstiegskandidaten Amisia Stern Wolthusen. Nach einem hochklassigen Spiel unterlag die Eintracht mit 1:3 und Wolthusen übernahm die Tabellenführung. Sonnabend war die Aufgabe bei der Reserve des TuS Esens um einiges leichter und Plaggenburg siegte 0:3. Bis zum Saisonende findet in Plaggenburg nur noch in der ersten Maiwoche normaler Trainingsbetrieb statt. Danach folgen jeweils wieder wöchentlich Doppelansetzungen.
SV Leezdorf – TuS Westerende 0:1
In der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen. Beide Mannschaften hatten Chancen, die jedoch nicht zum erfolgreichen Abschluss führten. „Es lief viel über Kampf. Versuche mit Fernschüssen scheiterten und dazu gesellten sich ungenaue Pässe“, bemerkte Westerendes Trainer Klaus Hoofdmann. So ging es torlos in die Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel hitziger. Beide Teams suchten den Torabschluss. Das Spiel blieb aber trotz aller Bemühungen und zahlreicher Chancen auf beiden Seiten weiter torlos. In der 74. Spielminute sah der Leezdorfer Tobias Saathoff die Rote Karte nach einem Foul an der Mittellinie. Den fälligen Freistoß verwandelte Stefan Heyen direkt zum 1:0 aus Westerender Sicht. Im weiteren Verlauf hätte das zweite Tor für Westerende fallen müssen, als Leon Hanssen alleine auf das Leezdorfer Tor zulief und unfair gebremst wurde. „Das war eine Notbremse. Leon war der letzte Mann“ ärgerte sich Hoofdmann. Das sah die Unparteiische anders und der Pfiff blieb aus. Es blieb beim knappen Westerender Sieg. „Leezdorf ist ein unbequemer Gegner. Hier gewinnt man nicht so einfach“, so Hoofdmann.
Tore: 0:1 Stefan Heyen (75.).
TuS Westerende: Ehm, Hanssen (87. Bohlen), Thai, Hölscher (88. Stüven), Roschmann, Willms, Sparringa, Bünting, Heyen, Janssen, Hayenga.
Rote Karte: Tobias Saathoff (74.)
TuS Borkum – SV Großefehn II 7:3
„Inselverschlafung“ nannte Großefehns Spielertrainer Yannik Weber den Zustand, in dem sich seine Mannschaft in der ersten Halbzeit befand. „Wir waren zwar da, aber noch nicht im Spiel angekommen“, so Weber. Die Folge war ein früher Rückstand. Borkums Albian Latifi komplettierte bereits in der 31. Spielminute seinen Hattrick zum 3:0. Drei Minuten später erhöhte Christian Paar auf 4:0 und Ovidu-Alexandru Cinaru traf in der 39. Spielminute zum 5:0-Halbzeitstand. „Wir wollten jetzt wenigstens die zweite Halbzeit gewinnen“, bemerkte Weber. Drei Einwechselungen sollten helfen. Dazu gehörte auch Weber, der in der 55. Spielminute zum 1:5 traf. Fünf Minuten später stellte Borkums Beve Loose den alten Abstand wieder her. Ein Eigentor von Borkum führte in der 62. Spieleminute zum 6:2. Großefehn hatte zahlreiche Torchancen, ohne jedoch zählbar abzuschließen. Das lag auch an Borkums Torwart, an dem „kein Vorbeikommen“ war, wie Weber es ausdrückte. Nick Fahnster schaffte nur noch das 6:3 in der Schlussminute. In der Nachspielzeit feierte Borkums Christian Paar sein Tor zum 7:3-Endstand. „Ich hoffe die Niederlage auf Borkum war der letzte Weckruf. Nach einer guten Hinrunde kamen wir wie Bruder Leichtfuß aus der Winterpause und müssen nach sechs Niederlagen in sieben Spielen jetzt um den Klassenverbleib bangen“, analysierte Weber die Situation seiner Mannschaft.
Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Latifi (6., 20. 31.), 4:0 Paar (34.), 5:0 Pinaru (39.), 5:1 Weber (55.), 6:1 Loose (60.), 6:2 Popescu (ET 68.), 6:3 Fahnster (90.), 7:3 Paar (90.+4).
SV Großefehn II: Ziegler, Steinhorst (46. Weber), Rodyk, Janssen, Fahnster, Ulferts, Krüger (46. Saathoff), Zimmermann, Dirks (46. Schmidt), Sievers, Kessemeier.
Amisia Wolthusen – SV Eintracht Plaggenburg 3:1
Die Gastgeber gingen nach sechs Minuten durch ein umstrittenes Tor in Führung. „Das war mehr als fünf Meter Abseits, das haben alle gesehen“, ärgerte sich Eintracht-Trainer Klaus-Dieter Scherf. Der Pfiff blieb aber aus. Nur zwei Minuten später glich Plaggenburgs Helge Ihnen nach einer langen Flanke aus. Wolthusen presste im weiteren Verlauf stark und erarbeitete sich Chancen. In der 37. Spielminute führte eine Einzelleistung zur erneuten Führung der Amisia. Tobias Geiken setzte sich über Plaggenburgs linker Abwehrseite durch und traf zum 2:1. Plaggenburg hatte bis zur Halbzeit noch einige Chancen, die jedoch nicht erfolgreich abgeschlossen wurden.
Mit Beginn der zweiten Spielhälfte zog sich Wolthusen in die Defensive zurück. Einzelne Konter blieben erfolglos. Plaggenburg kam aber auch nicht durch und Angriffe verpufften in den Abwehrreihen der Amisia. In der zweiten Spielminute der Nachspielzeit machten die Gastgeber mit einem Kontertor zum 3:1 den Deckel drauf. „Es war ein hochklassiges Spiel, in dem Wolthusen spielerisch nur ein halbes Tor besser war als wir“, sagte Scherf.
Tore: 1:0 Geiken (6.), 1:1 Ihnen (8.), 2:1 Geiken (37.), 3:1 Majer (90.+2).
SV Eintracht Plaggenburg: Collmann, Ihnen (71. Janotta), Best, Friedrichs, Ideus, Ubben, Henneken (79. Wicht), Gerdes, Janssen, Janßen, Adam (63. Füst).
TuS Esens II – SV Eintracht Plaggenburg 0:3
Die Plaggenburger liefen die Esenser in der ersten Halbzeit gut an, aber die Esenser zeigten Gegenwehr. Sie forderten die Plaggenburger mit einer für die Gäste unbequemen 3-4-3 Taktik. „Das Spiel war bestimmt von viel Kampf im Mittelfeld“, bemerkte Trainer Klaus-Dieter Scherf. So ging auch der Plaggenburger Führung eine Standardsituation voraus. In der 13. Spielminute traf Kai Adam nach einer Ecke zur 1:0-Führung für Plaggenburg. In der Folge waren Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Erst in der 45. Spielminute erreichte ein langer Ball Marten Friedrichs, der auf 2:0 erhöhte. „Das Tor kurz vor der Halbzeit kam genau richtig“, so Scherf.
Nach der Halbzeitpause reagierte Plaggenburg auf die Taktik der Esenser und stellte sich tiefer. Während Esens weiter ungefährlich vor dem Plaggenburger blieb, kreierte die Eintracht einige Chancen über Adam auf der linken Angriffsseite. Mit Erfolg. Nach einigen erfolglosen Torschüssen traf Simon Ideus in der 75. Spielminute zum 3:0-Endstand. Am Mittwochabend erwartet Plaggenburg den Tabellenzweiten Norderney. „Das Spiel hat gute Chancen, am Eintrachtweg stattzufinden“, sagte Eintracht-Trainer Scherf mit Blick auf die Wetterprognose.
Tore: 0:1 Adam (6.), 0:2 Friedrichs (45.), 0:3 Ideus (75.).
SV Eintracht Plaggenburg: Collmann, Ihnen (68. Janotta), Best, Friedrichs, Ideus, Habben, H. Ubben, S. Gerdes, Janssen (65. H. Gerdes), J.-H. Ubben (80. Janßen), Adam (88. Laska).