Hamburg Tödliche Schüsse in Nienburg: Polizei sucht Einsatzort erneut ab
Am Ostersamstag starb der 46-jährige Lamin Touray bei einem Polizeieinsatz. Zweieinhalb Wochen später suchen Beamte nach Beweismitteln. Aktivisten versuchen derweil bundesweit auf den Fall aufmerksam zu machen.
Was genau geschah am Morgen des Ostersamstags in der Nienburger Friedrichstraße? Gut zwei Wochen nach dem tödlichen Polizeieinsatz ermittelt weiter und kehrte nochmal an den Einsatzort zurück. Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft Verden suchten Polizisten weitere Beweismittel und wurden fündig. Was genau gefunden wurde, dazu machte Oberstaatsanwalt Koray Freudenberg keine Angaben.
Der Einsatzort wurde nicht nur am Boden abgesucht, sondern auch aus der Luft untersucht. Eine Drohne überflog den Einsatzort, um eine 3-D-Darstellung zu erstellen, teilte die Staatsanwaltschaft Verden mit.
Rückblick, was war geschehen? Am Ostersamstag wurde der 46-jährige Gambier Lamin Touray bei einem Polizeieinsatz getötet. Achtmal schossen Polizisten auf den Mann. Alle acht Projektile drangen nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft Verden in den Körper des 46-Jährigen ein. Eine der Kugeln traf Lamin Touray ins Herz, eine andere in die Leber. Die Obduktion sollte später ergeben, dass der Schuss ins Herz tödlich war. Auch eine Polizistin wurde durch Polizeikugeln verletzt.
Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll Touray Polizisten mit einem Messer bedroht haben, einen Polizisten angegriffen und einen Polizeihund verletzt haben. Daraufhin fielen die Schüsse.
Aktivisten sehen in dem Einsatz einen Fall von rassistischer Polizeigewalt. Bei einer Demo am Samstag forderten und 300 Teilnehmer Aufklärung und warfen der Polizei vor, Touray ermordet zu haben. Nun tragen einige Aktivisten ihren Protest in größere Städte. Unter dem Slogan #justiceforlamin sind Proteste in Berlin, Stuttgart und Hamburg geplant.
Die Leiche von Lamin Touray wurde in dieser Woche nach Gambia überführt, das bestätigten Aktivisten unserer Redaktion. Sie hatten zuvor mehr als 6000 Euro für den Transport gesammelt.