Treffen in Aurich Es „löppt“ bei der Ostfriesischen Landschaft
Landschaftpräsident Rico Mecklenburg zog bei der Landschaftsversammlung eine positive Bilanz des vergangenen Jahre. Und er gab Ausblicke.
Aurich - Mit dem Wort „Löppt!“ hat Landschaftspräsident Rico Mecklenburg seinen Vortrag im Ständesaal der Ostfriesischen Landschaft in Aurich beendet. Mit drei kräftigen Hammerschlägen auf das Rednerpult hatte er zuvor die Landschaftsversammlung eröffnet. Die vielfältigen regionalen Aufgaben auf den Gebieten der Kultur, Wissenschaft und Bildung in und für Ostfriesland und der Einsatz für den Gebrauch der Regionalsprache in Ostfriesland stoße auf großes Interesse in der Bevölkerung, so der Präsident in seinem Rechenschaftsbericht.
Das habe sich insbesondere auch am Tag der offenen Tür im September gezeigt, an dem alle Abteilungen durch Führungen, Ausstellungen, Mitmachangebote bis hin zu Filmvorführungen und Informationsständen ein attraktives Angebot präsentierten.
Auch in der Medienpräsenz der Landschaft spiegele sich das Interesse wider. Sehr positiv hätten sich auch die Social-Media-Kanäle entwickelt.
Weitere Mittel für Ausbau des Sammlungszentrums
Erfreut zeigte sich Rico Mecklenburg über die Fertigstellung des Sammlungszentrums, wo umfangreiche historische ostfriesische Kulturgüter langfristig erhalten werden sollen. Eröffnet wurde es im September durch den niedersächsischen Wissenschaftsminister Falko Mohrs. Für den weiteren Ausbau gab es kürzlich zusätzlich 100.000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Auf Plattdeutsch meinte der Präsident, es sei gut, dass in den letzten Jahren auf Landesebene viel für die plattdeutsche Sprache getan wurde. Die Landschaft beteilige sich daran stets sehr intensiv mit Ideen und Initiativen. Grietje Kammler, Leiterin des Plattdüütskbüros, ist seit November Sprecherin der Arbeitsgruppe „Platt is cool“, ein Gemeinschaftsprojekt von zehn Landschaften und Landschaftsverbänden in Niedersachsen und den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung.
Plattdeutschlehrer in den Startlöchern
Aus dem Kulturausschuss der Landschaft war von Frauke Maschmeyer-Pühl zu hören, dass 2023 das erste offiziell anerkannte Lehrbuch für die Sekundarstufe I „Snacken. Proten. Kören.“ herausgegeben wurde. Seit dem Wintersemester können Interessierte Niederdeutsch auf Lehramt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg studieren. Im Idealfall werden wohl 2028 die ersten Referendare für „Niederdeutsch als Fremdsprachenunterricht“ an die Schulen gehen. Spätestens dann, so die Hoffnung der Verantwortlichen, sollte die ostfriesische Regionalsprache fester Bestandteil im niedersächsischen Bildungssystem sein.
In der Landschaftsbibliothek ist die Zahl der aktiven Leser nach der rückläufigen Entwicklung in vielen Bereichen der Bibliothek seit Corona um fast 40 Prozent auf über 1300 Personen gestiegen, berichtete Antje Harms vom Wirtschaftsausschuss. Weiter führte sie aus, dass der archäologische Dienst maßgeblich von der Energiewende beeinflusst werde. Zwischen 2009 und 2023 begleitete er 13 Offshore-Stromanlandungsprojekte, bis 2037/2045 sollen laut dem Netzentwicklungsplan mindestens 25 weitere folgen.
Kinder und Jugendliche sollen gestärkt werden
Das Team Bildungsregion Ostfriesland des Regionalen Pädagogischen Zentrums (RPZ), so Hermann Koenen, habe als Hauptthema im Übergang Kita-Grundschule weiterhin die Stärkung des Kinderschutzes. In gut besuchten Fortbildungen ging es darum, wie man Kinder und Jugendliche stärken könne, damit sie möglichst nicht Gewaltopfer werden.
Das Jahr 2023, so der Präsident , war geprägt von mehreren Personalwechseln: Katrin Rodian als Leiterin der Kulturagentur, und Dr. Paul Weßels als Leiter der Landschaftsbibliothek schieden aus. Ihre Nachfolger wurden Dr. Welf-Gerrit Otto in der Kulturagentur und in der Bibliothek Dr. Heiko Suhr. Außerdem wurde Heiko Schwarz zum stellvertretenden Landschaftsdirektor benannt. Christian Friesenborg löste im RPZ die langjährige Fortbildungsbeauftragte im RPZ Gabriele Kleen ab.
Landschaftsdirektor Dr. Matthias Stenger gab der Versammlung bekannt, dass sich die Bilanzsumme der Ostfriesischen Landschaft von 16,53 Millionen Euro auf 16,49 Millionen zum Jahresende 2023 vermindert habe. Das Eigenkapital der Landschaft liege unverändert bei 7,6 Millionen Euro. Die Bilanzsumme der Ostfriesland-Stiftung erhöhte sich von 5,8 Millionen Euro auf 6 Millionen Euro.