Gastronomie in Aurich  Extrablatt in Markthalle – so ist der Stand beim Umbau

Gabriele Boschbach
|
Von Gabriele Boschbach
| 13.04.2024 09:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gerhard Boekhoff (links) und Thomas Renken stellen die Planungen für die Markthalle vor.
Gerhard Boekhoff (links) und Thomas Renken stellen die Planungen für die Markthalle vor.
Artikel teilen:

Von der Markthalle in Aurich ist derzeit nur noch das Gerippe übrig. Darin findet man viele Spuren der wechselvollen Geschichte. Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Aurich - Wenn der Greifer des Mini-Baggers mal nicht die Decke der Tiefgarage aufreißt. Diese unausgesprochene Befürchtung stand etlichen Passanten ins Gesicht geschrieben, die in den vergangenen Wochen die Abbrucharbeiten in der Auricher Markthalle verfolgten. Dort haben Arbeiter der Firma Garrelts & Sohn den Estrich auf der 700 Quadratmeter großen Grundfläche zunächst perforiert, dann aufgesprengt und abgetragen. Die Markthalle wird saniert, um Ende des Jahres 2024 von der Gastro-Kette Extrablatt als Café genutzt zu werden. Das Gebäude ist jetzt auf jeden Fall leichter: 140 Kubikmeter Erde, Steine und Beton wurden entfernt und fachgerecht entsorgt.

„Das ist der Inhalt von 15 dreiachsigen Lastwagen“, rechnet Gerhard Boekhoff fix um, was abgetragen wurde. Der Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Aurich steht am Donnerstag, 11. April 2024, zusammen mit Bauleiter Thomas Renken mitten in der seit Tagen entkernten Markthalle und lässt gedanklich Revue passieren, welche Leitungen, Rohre, Stahlträger und Fundamente auf die unterschiedlichen Kapitel hindeuten, die bereits hinter der Markthalle liegen. „Dort, an dem, was aus dem Boden ragt, waren mal die Braukessel befestigt“, sagt er und deutet auf den Teil des Gebäudes, der nach der Norderstraße ausgerichtet ist.

Die Entkernung der Markthalle war erforderlich, um Zugang zu Rohren und Leitungen zu erhalten. Die müssen komplett ausgetauscht werden.
Die Entkernung der Markthalle war erforderlich, um Zugang zu Rohren und Leitungen zu erhalten. Die müssen komplett ausgetauscht werden.
Die Kessel seien demontiert und über das Dach aus der Markthalle herausgehoben worden. Der damalige Pächter habe sie verkauft, dem Vernehmen nach an eine Brauerei in Süddeutschland.

Die Brauhaus-Ära ist lange vorbei

Vor 33 Jahren wurde die Stahl-Glas-Konstruktion von dem Investor Manfred Hellwig erbaut, ursprünglich war sie als Brauhaus gedacht und wurde auch so genutzt. Das Projekt scheiterte. Dann folgte die Phase, in der vom Hauptgebäude aus kleine Parzellen abzweigten, in denen Waren des täglichen Bedarfs verkauft wurden. Davon zeugen noch etwas mehr als 20 quadratische Fundamente, die im Zuge der Entkernung freigelegt worden sind. Von der ganzen Markthalle ist nicht mehr als ein Skelett übriggeblieben.

Anfang Mai werden laut Bauzeitenplan Fachfirmen damit beginnen, den Baukörper wieder aufzupolstern. Das ist buchstäblich der Fall, weil das Gebäude eben auch energetisch saniert werden soll. „Die äußere Hülle wird sehr stark gedämmt“, sagt Gerhard Boekhoff. Dann werde die Fassade verkleidet. Das passiere mit einer Holzwandkonstruktion, die teilweise auch begrünt werde. Dämmung wird auch für den Sockel, also für den Boden verwendet, bevor dieser mit Estrich und Platten versiegelt wird. Die Gastro-Kette Extrablatt nutzt etwa die Hälfte der Markthalle für ihr Back-Office, das heißt, dass in dem Teil, der zur Norderstraße hinweist, unter anderem Kühl- und Lagerräume, Toiletten sowie die Küche untergebracht werden.

Der Greifer des Mini-Baggers hat in der Markthalle ganze Arbeit geleistet. Fotos: Ortgies
Der Greifer des Mini-Baggers hat in der Markthalle ganze Arbeit geleistet. Fotos: Ortgies

Eine Zwischendecke wird eingezogen

Fettabscheider und zwei Kessel einer Luft-Wasser-Wärmepumpe können die Planer in die Tiefgarage auslagern. Unter dem verglasten Spitzdach findet später zusätzliche Technik ihren Platz, für die man sonst nur mit organisatorischen Klimmzügen einen Platz gefunden hätte. Es wird nämlich eine Zwischendecke eingezogen. Die soll auch davor schützen, dass sich das Glashaus bei starker Sonneneinstrahlung zu sehr aufheizt.

Wer führt diese Bauhauptarbeiten aus? Das wird das Ergebnis einer Ausschreibung zeigen, die die Stadt als Eigentümerin der Markthalle auf den Weg gebracht hat – ebenso wie die Sanitär- und Heizungsbauarbeiten. „Dafür sind wir zuständig. Es steht uns ein Etat von rund zwei Millionen Euro zur Verfügung“, sagt Gerhard Boekhoff. Er geht davon aus, dass in der Markthalle Anfang Mai wieder handwerklicher Betrieb herrscht. Im Sommer beginne dann ein Team, das die Gastro-Kette Extrablatt beauftragt, mit dem Innenausbau. Wenn alles sich so entwickelt wie geplant, kann man im Extrablatt Ende des Jahres Burger essen und Kaffee trinken.

Ähnliche Artikel