Hannover Schwere Abi-Panne in Niedersachsen: Wo steckt die Ministerin?
Man stelle sich vor, es passiert bei den Abitur-Prüfungen eine schwerwiegende Panne und die zuständige Ministerin taucht ab. So passiert in Niedersachsen. Wo ist Kultusministerin Julia Willie Hamburg, wenn‘s brennt?
Da bereiten sich Schüler Wochen und Monate auf ihre Abiklausur in Politik-Wirtschaft vor und dann das: Weil Vandalen in eine Schule einbrechen, den Tresor mit den Aufgaben knacken und die Prüfungen anschließend auf dem Schulhof verteilen, müssen die Schulen am nächsten Morgen Ersatzklausuren herunterladen.
Das dauert länger als geplant, weil es technische Probleme gibt. Die Schüler warten derweil – und warten. Teils stundenlang.
Diejenigen, die ohnehin aufgeregt sind, werden noch nervöser. Und andere, die schon mit den ersten Aufgaben begonnen hatten, haben für den Papierkorb geschrieben und müssen nach Ausgabe der neuen Klausuren von vorne anfangen. Erst Aufgaben zu bearbeiten und dann von vorne beginnen zu müssen, bringt Schüler in eine unmögliche Stresssituation.
Wie ist es eigentlich möglich, dass ein schnöder Einbruch solch gravierende Folgen für Tausende Schüler mit sich bringt? Wieso ließ sich der Tresor, in dem die Fragen lagen, offenbar relativ leicht aufknacken? Und wieso wurden die Schulen am Donnerstagmorgen erst um 7.30 informiert? Da lag der nächtliche Einbruch bereits Stunden zurück.
Im Großen und Ganzen mag das Krisenmanagement des Kultusministeriums bei all den Turbulenzen, für die das Ministerium freilich nicht verantwortlich zu machen ist, halbwegs geklappt haben.
Dennoch bleiben am Ende viele Fragen offen. Vor allem auch diese: Wo steckte eigentlich Kultusministerin Julia Willie Hamburg?
Die Grünen-Politikerin, oberste Chefin im Kultusministerium, schickte ihre Sprecher vor und machte sich rar. Das ist unverantwortlich bei einer solch gravierenden Abi-Panne mit landesweitem Ausmaß. Ein professionelles Krisenmanagement jedenfalls sieht anders aus: Mit einer Ministerin, die sich zeigt, erklärt und den Schülern Mut zuspricht, statt abzutauchen.