St. Peter-Ording Warnung in St. Peter-Ording: Lebensgefahr am Strand durch Treibsand
Peter-Ording. Am Mittwoch wurden in der beliebten Urlaubsregion St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein einige Bereiche am Strand abgesperrt: Im Abschnitt Bad haben sich Treibsandlöcher gebildet. Wer dahinein gerät, kann im schlimmsten Fall komplett versinken.
Gegen 12 Uhr am Mittwoch hat die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording die Warnung im Internet herausgegeben: Aufgrund von höheren Wasserständen haben sich im Bereich der Badestelle Bad mehrere Treibsandlöcher gebildet. Die Gefahrenstelle wurde abgesperrt. Da Lebensgefahr besteht, bittet die Tourismus-Zentrale (TZ), den Bereich weiträumig zu umgehen.
Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich auch an anderen Strandabschnitten Treibsandlöcher gebildet haben, die bislang unentdeckt sind, so die TZ weiter. Sie sollen der TZ umgehend gemeldet werden unter Telefon 04863 9990.
Tourismus-Direktorin Katharina Schirmbeck gab am frühen Nachmittag eine erste Entwarnung: „Nach den Informationen unserer Mitarbeiter sind keine weiteren Strandabschnitte gefährdet.“ Der Strandparkplatz in Ording blieb geöffnet.
Der Strandbereich Bad mit der Seebrücke war bei schönstem Frühlingswetter stark frequentiert. Immer wieder blieben Gäste vor dem abgesperrten Bereich an der Strandaufsicht und den Warnschildern stehen. „Wir sind schon erstaunt, haben das in der Form noch nicht erlebt“, bemerkten zwei Besucherinnen aus Hamburg.
Das sagt auch Beate Oetzel aus Witzenhausen in Hessen, die seit 27 Jahren nach St. Peter-Ording kommt: Sie war ganz früh unterwegs auf der Seebrücke. „In Höhe der Arche Noah hörte ich leise Hilfe-Rufe, weil der Wind so stark war, konnte man es kaum vernehmen“, berichtet die Urlauberin. Die in Not geratene Frau steckte bis zur Hüfte im Sand und konnte sich nicht selbst befreien. „Sie war ganz schön in Not. Ich bin sofort hin und habe sie herausgezogen. Sie war von Kopf bis Fuß nass und mit Sand bedeckt“, erzählte Oetzel.
Die unbekannte Frau habe sich noch zehnmal bedankt und sei dann allein Richtung Buhne gelaufen. Beate Oetzel wollte eigentlich noch Bernsteine sammeln. Aber als sie selbst bis zum Knie in den Sand versunken war, beendete sie ihren Strandspaziergang. „Zu der Zeit hat ja noch niemand gewusst, was das war.“
„Treibsandlöcher kommen immer wieder mal vor“, erklärt Boy Jöns, der in St. Peter-Ording aufgewachsen ist und als Bernsteinexperte den Strand seit mehr als 50 Jahren wie seine Westentasche kennt. Er und sein Bruder seien als Teenager selbst einmal mit einem Motorrad auf einer Sandbank bei der Bernsteinsuche versackt. „Das Motorrad war bis zum Spiegel weg, es musste raus gebaggert werden.“
Er rät dazu, wenn man einsinkt, sofort ein paar Schritte rückwärts auf festen Boden zu gehen. „Es ist ja nicht so, dass man gleich drei Meter tief versinkt. Die Treibsandlöcher werden erst allmählich tiefer.“ Sie entstehen durch eine Mischung aus Wasser und Sand.