Hannover  LKA-Chef zu Gesichtserkennung: Schwer vermittelbar, dass wir es nicht nutzen dürfen

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 10.04.2024 00:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Niedersachsens LKA-Präsident Friedo de Vries äußert sich nach der Festnahme der mutmaßlichen Räuberin Daniela Klette zum möglichen Einsatz von Gesichtserkennung bei Sicherheitsbehörden. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Niedersachsens LKA-Präsident Friedo de Vries äußert sich nach der Festnahme der mutmaßlichen Räuberin Daniela Klette zum möglichen Einsatz von Gesichtserkennung bei Sicherheitsbehörden. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
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Innerhalb weniger Minuten und mithilfe einer Gesichtserkennungs-Software gelang es Journalisten die Tarnidentität von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette auffliegen zu lassen – die Frau, nach der das LKA Niedersachsen seit Jahren fahndet. Wie sehr ärgert das LKA-Chef Friedo de Vries?

Nach der Festnahme der mutmaßlichen Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette hat Niedersachsens LKA-Chef Friedo de Vries dazu aufgerufen, den Einsatz von Gesichtserkennungs-Software bei der Polizei zu überdenken. De Vries sagte unserer Redaktion: „Es ist schwer zu vermitteln, dass Softwareanwendungen quasi von jedermann zu Hause auf dem Sofa genutzt werden dürfen, die Polizei diese bei der Fahndung nach schwersten Gewalttätern jedoch nicht zum Einsatz bringen darf.”

Bei der Suche nach Klette war es Journalisten zuvor gelungen, die Tarnidentität der mutmaßlichen Räuberin mithilfe einer entsprechenden Software auffliegen zu lassen. De Vries betonte, Ermittlungsbehörden dürften das Programm nicht nutzen, das zeige aber auch: „Wir brauchen eine politische Diskussion darüber, was die Polizei an Instrumenten im Rahmen der digitalen Entwicklung einsetzen darf.”

De Vries verwies auf kriminaltechnische Fortschritte in der Vergangenheit: „Es würde ja heute auch niemand mehr infrage stellen, dass bei Einbrüchen Fingerabdruck-Spuren gesichert und mit unseren Datenbanken abgeglichen werden, oder bei Gewalt-Verbrechen DNA-Spuren. Das ist selbstverständlich.”

Deshalb müsse auch über die Weiterentwicklung der Gesichtserkennung gesprochen werden, über Möglichkeiten, die sich daraus für die Polizei, aber auch für die Sicherheit der Bevölkerung ergäben. Zu der Tatsache, dass die Software seinen RAF-Fahndern nicht zur Verfügung gestanden hat, sagte de Vries: „Mich ärgert das nicht, es schmälert nicht den Ermittlungserfolg der Kolleginnen und Kollegen des LKA.“

Lesen Sie hier ein Interview mit dem LKA-Präsidenten zu den Ermittlungen gegen das untergetauchte RAF-Trio

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