Timmel unner Strom  Vorbereitungen für neues Theaterstück laufen auf Hochtouren

Gerd-Arnold Ubben
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Von Gerd-Arnold Ubben
| 06.04.2024 13:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Werbeplakat für das neue Stück gibt es schon: Auf dem Plakat sind zu sehen sind von links Julia Ulferts, Gert-Mimke Köllmann, Andrea Bohlen und Jens Soeken. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Das Werbeplakat für das neue Stück gibt es schon: Auf dem Plakat sind zu sehen sind von links Julia Ulferts, Gert-Mimke Köllmann, Andrea Bohlen und Jens Soeken. Foto: Gerd-Arnold Ubben
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Der Dorfverein „Uns Timmel“ will mit einem neuen Stück auf die Bühne gehen. Es soll laut Veranstalter zu einem „kulturellen Höhepunkt für Ostfriesland“ werden. Bis zur Premiere dauert es aber noch.

Timmel - Am 23. Oktober 2025 – einem Donnerstag – soll das neue Stück „Timmel unter Strom“ im Reitsport und Touristik Centrum (RTC Premiere feiern. Auch, wenn sich der Zeitraum für die Zuschauer noch ewig weit weg anfühlt, laufen bei den Mitwirkenden die Vorbereitungen auf Hochtouren.

„Wie schon in den anderen beiden Stücken geht es auch diesmal um die Pflege der kulturellen Identität und darum, ostfriesische Heimatgeschichte für alle Ostfriesen und darüber hinaus erlebbar zu machen“, erklärte der Vorsitzende Wilhelm Buschmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits in der Vergangenheit begeisterten die Timmeler mit ihren Aufführungen „De Schippers van Timmel“ (2011) und „Steerns över Timmel“(2018). Beide Aufführungen hätten die Dorfgemeinschaft nachhaltig gestärkt und das Dorf Timmel sowie die Gemeinde Großefehn in Ostfriesland noch bekannter und beliebter gemacht, sind die Verantwortlichen sich sicher.

Dorfverein koordiniert das Theaterstück

Der gemeinnützige Dorfverein „Uns Timmel e. V.“ gründete sich im Jahr 2009 mit dem Ziel der vereinsübergreifenden Traditionspflege und der Entwicklung von zukunftsweisenden Konzepten zur Dorfentwicklung zum Wohle des Dorfes. Der Verein tritt bei dem geplanten Theaterstück als Trägerverein auf und koordiniert dabei die Aktivitäten aller Teilnehmer. Zurzeit hat Timmel 24 aktive Vereine und Gruppierungen mit insgesamt 1611 Mitgliedern.

Szenen aus dem Stück aus dem Jahr 2011 „De Schippers van Timmel“. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Szenen aus dem Stück aus dem Jahr 2011 „De Schippers van Timmel“. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Mehr als 80 im Freilichttheater erfahrene Laienschauspieler aus ganz Ostfriesland spielen mit, gesprochen wird das ostfriesische Platt; etwa 170 Helfer aus der Dorfgemeinschaft engagieren sich zudem hinter der Bühne und auf dem Markt. Das Stück, in das Reiter, Kutschen und historische Gerätschaften als besondere Höhepunkte integriert sind, versteht sich als einen der überregionalen kulturellen Höhepunkte des Jahres 2025 in Ostfriesland. Die Organisatoren erwarten in vierzehn Vorstellungen mehr als 14.000 Zuschauer aus Ostfriesland und weit darüber hinaus. Die Karten seien, so die Organisatoren, für knapp unter 25 Euro für jedermann erschwinglich.

Geschichte basiert auf realem Hintergrund

Das Stück wird auch im Vorfeld schon weithin sichtbar sein. Geplant sind Programmhefe und eine Sponsorentafel. Außerdem 1000 Plakat-Theater A3 (indoor), 100 PVC Banner (outdoor, ganzjährig öffentlich sichtbar auf privatem Grund) und 40.000 Flyer (größtenteils persönliche Verteilung durch „Botschafter“).

Was für ein Theaterstück wird nun unter der Regie der Wilhelmshavenerin Elke Münch, die auch die vorherigen Stücke als erfahrene und erfolgreiche Regisseurin begleitete, aufgeführt? Die Geschichte basiert auf dem realen Hintergrund der Region Ostfriesland und des Ortes Timmel. Der Autor Hayo Bootsmann von Borkum konnte aufgrund einer umfangreichen Recherche durch etliche Mitglieder des Dorfvereins die Geschichte Timmels in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg anhand von damals in der Region lebenden Personen und deren Charaktere darstellen.

Szenen aus dem Stück aus dem Jahr 2018 „Steerns över Timmel“. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Szenen aus dem Stück aus dem Jahr 2018 „Steerns över Timmel“. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Timmel macht sich die Welt schön

Mit dem Ende der Kaiserzeit und dem Ende des Ersten Weltkrieges beginnt eine Zeit der rasanten Veränderungen. Anhand der Geschichte des Dorfes Timmel kann man erahnen, wie umfangreich sich das Leben der Menschen in den sogenannten „Wilden Zwanzigern“ umkrempelte. Trotz der großen gesellschaftlichen Umbrüche und Probleme haben die Timmeler den Blick nach vorne gerichtet. In den populistischen ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ende der Monarchie, der Revolution, der Spanischen Grippe, des wirtschaftlichen Niedergangs, der Ausrufung der Demokratie und der rasanten Inflation haben die Einwohner Timmels mit Weitsicht und Solidarität viele Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Ganz besonders der mühevolle Anschluss an das regionale Stromnetz brachte viele positive Entwicklungen mit sich.

Wie sagte Ludwig Soeken, einer der Hauptakteure neben Wilhelm Buschmann, vor einigen Monaten:„Wir leben in Timmel und Ostfriesland in einer so kleinen Welt, dass wir uns die Welt selber schön machen müssen, andere machen das nicht für uns. Dies ist eine kulturelle Aufgabe, die die Timmeler selbst gestalten.“ Die Hauptdarsteller sind Julia Ulferts (spielt Gesche Focken), Gert-Mimke Köllmann (spielt Rolf Wattjes), Andrea Bohlen (spielt Fentje Soeken), Jens Soeken (spielt Berend Soeken).

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