Fußballspiele fielen aus Wiesmoorer Bezirksligamannschaft kämpft mit dem Wetter
Die Heimspiele werden für die Fußballer des VfB Germania deshalb in dieser Saison zum Problem wie noch nie. Jetzt müssen sie ein Mammutprogramm bewältigen.
Wiesmoor - Es ging einfach nicht: Das sagt der Trainer der Bezirksliga-Fußballer des VfB Germania Wiesmoor, Jürgen Zimmermann, nun schon seit Monaten, wenn ein Heimspiel ansteht. Zuletzt am Donnerstag. Da musste er das Nachholspiel gegen den TuS Hinte absagen. Der Regen hatte einen Strich durch die Ansetzung gemacht. Sowohl der Stadion- als auch der B-Platz waren unbespielbar. Wieder einmal. Oder besser: Immer noch. Mit Blick auf das Saisonende droht der Terminkalender überzulaufen.
Und das ist die Situation: 32 Spiele müssen in dieser Saison gespielt werden. Die Wiesmoorer haben von allen 17 Mannschaften, die ihre Staffel umfasst, die mit Abstand wenigsten über den Rasen bringen können. Erst 14. Macht 18, die bis zum letzten Spieltag noch absolviert sein wollen. Und der ist am 1. Juni. Also in neun Wochen. Von diesen 18 Spielen haben die Wiesmoorer noch elf Heimspiele. „Das ist einfach nur frustrierend. Das hat es, glaube ich, in dieser Form noch nicht gegeben“, sagt Zimmermann mit Blick auf die Absagenflut. Es betreffe ja nicht nur die erste Mannschaft, sondern alle Teams bis in den Nachwuchsbereich. „Echt traurig.“ Mit seinem Bezirksligateam konnte Zimmermann zuletzt am 11. Oktober ein Heimspiel bestreiten. Seitdem heißt es nur noch: unbespielbar.
Trainer hält die Jungs auf der Aschenbahn bei Laune
Es ist ja noch nicht einmal so, dass die Wiesmoorer es nicht probieren. Am vergangenen Sonntag hätten sie gegen die Sportfreunde Larrelt spielen sollen. Der Gegner war auch bereits vor Ort. Der Schiedsrichter ebenfalls. Beide Mannschaften hatten bereits ihr Aufwärmprogramm gestartet. Und dann blieb dem Schiedsrichter doch nichts anderes übrig, als zu entscheiden, es geht nicht. „Wir haben es versucht. Aber es ging auch wirklich nicht“, sagte Zimmermann. Zu diesem abgesagten Spiel kamen für die Wiesmoorer dann noch die Kosten für den Schiedsrichter, die trotzdem entstanden.
Seit Jahren setzen sich die Vereinsverantwortlichen bei der Stadt für den Bau eines Kunstrasenplatzes ein. Getan hat sich bisher nichts. Trainieren tun die Bezirksliga-Fußballer trotzdem. „Ich versuche, die Jungs bei Laune zu halten. Um auch im Rhythmus zu bleiben“, sagt der VfB-Trainer. Und das auf der Aschenbahn rund um den Stadionrasen. So auch am Donnerstagabend wieder. Seine Spieler müssten sich schon fast wie Leichtathleten fühlen. Wäre da nicht der Ball, den Zimmermann trotzdem ins Spiel bringt. Ein kleiner Bereich hinter einem Tor lässt sogar ein Spiel sechs gegen sechs zu. „Das ist schon alles sehr frustrierend. Aber wir können es nicht ändern“, sagt Zimmermann.
Keine Woche ohne zusätzliches Spiel
Er steht jetzt mit seiner Mannschaft bis zum Saisonende vor einem Mammutprogramm. Denn keine Woche vergeht jetzt ohne ein zusätzliches Spiel in der Woche. Und damit tut sich das nächste Problem auf. „Einige der Spieler sind auswärts berufstätig. Janek Swyter zum Beispiel in Hamburg. Da lässt es sich nicht so einfach einrichten, mal eben in der Woche zum Punktspiel da zu sein.“
Am Ostermontag aber können sich die Wiesmoorer sicher sein, auch tatsächlich spielen zu können. Dann müssen sie beim SV Hage antreten. Kurioserweise bei jener Mannschaft, gegen die sie an jenem 11. Oktober ihr letztes Heimspiel austragen konnten. Die verfügt über einen Kunstrasenplatz. „Wir freuen uns riesig drauf“, sagt Zimmermann. Obwohl es personell nicht zum Besten bestellt ist. So muss er unter anderem auf seinen Sohn Jürgen Zimmermann junior verzichten, der sich im Spiel beim SV Wallinghausen am 17. März eine Gelbe Karte einfing. Es war seine insgesamt Fünfte. Macht ein Spiel Sperre. Wenn der VfB-Trainer der Misere etwas Gutes abgewinnen will, aber das mit ironischem Unterton, dann das: „Sobald die Jungs auch nur einen bespielbaren Rasen sehen, dann sind sie nicht mehr zu halten.“
Das Spiel der Wiesmoorer am Donnerstagabend war nicht das einzige, das witterungsbedingt abgesagt werden musste. Auch der Rasen des SV Großefehn gab es nach dem heftigen Regen nicht her, dass ihre Partie gegen den TuS Pewsum stattfinden konnte. Ostermontag (16.30 Uhr) empfangen die Fehntjer den TuS Strudden. Im Doppeleinsatz sind am Osterwochenende der SV Wallinghausen (Sonnabend beim SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel, Sonntag zu Hause gegen BW Borssum) und der TuS Middels auswärts beim FC Norden (Sonnabend) und beim VfL Germania Leer (Sonntag). Die SpVg Aurich muss Sonnabend beim SV Hage antreten.