Sand- und Waterwerk  Das Ende einer Ära in Simonswolde

Gerd-Arnold Ubben
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Von Gerd-Arnold Ubben
| 01.04.2024 13:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Heike Post (von links), Erika Bongers, Detlef Eden, Gabi Saathoff und Eberhard Bongers schafften etwas ganz Besonderes, was ihnen kaum jemand zugetraut hatte. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Heike Post (von links), Erika Bongers, Detlef Eden, Gabi Saathoff und Eberhard Bongers schafften etwas ganz Besonderes, was ihnen kaum jemand zugetraut hatte. Foto: Gerd-Arnold Ubben
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Seit 17 Jahren gibt es das Sand- und Waterwerk Simonswolde. Dessen Aufbau war eng mit einem ganz bestimmten Namen verknüpft.

Simonswolde - Vorbei ist seit Montagabend die Ära Erika Bongers im Sand- und Waterwerk in Simonswolde. Denn nach einigem Hin und Her hat sich doch ein neuer Vorstand für den Verein gefunden. Die Entscheidung aufzuhören, fiel bei Erika Bongers und ihrem Mann Eberhard, die beide viel Herzblut in das Projekt investiert haben, schweren Herzens bereits vor einigen Monaten. Dennoch fiel ihnen am Montagabend der Abschied sichtlich schwer. Die bisher so erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit im Sand- und Waterwerk möchte nun der neue Vorstand um Wilfried Frerichs mit neuen Ideen fortsetzen.

Zwei Jahre geschlossen, verwildert, ungepflegt: Das alte Simonswoldmer Freibad im Jahr 2007. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Zwei Jahre geschlossen, verwildert, ungepflegt: Das alte Simonswoldmer Freibad im Jahr 2007. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Insgesamt 17 Jahre lang hat Erika Bongers als Vorsitzende des Sand- und Waterwerks Simonswolde die Geschicke dort bestimmt und geleitet. Ihr zur Seite standen von Beginn an Heike Post, Gaby Saathoff, Detlef Eden und ihr Ehemann Eberhard Bongers, ohne deren Engagement und Unterstützung Erika Bongers das alles nicht hätte leisten können.

Widerstände in der Politik mussten überwunden werden

Im Jahr 2005 hatte die Gemeinde Ihlow das Freibad in Simonswolde geschlossen. Der Versuch, auf dem Gelände ein Naturbad zu verwirklichen, war kurz darauf gescheitert. Zwei Jahre später, im Jahr 2007, nahm Erika Bongers mit ihren Mitstreitern das Heft des Handels in die Hand. Bongers sah es seinerzeit nicht ein, dass das Gelände ungenutzt bleiben und weiter verwildern sollte. Ideen und Visionen, um daraus etwas Sinnvolles auf dem Gelände entstehen zu lassen, hatte sie eine ganze Menge.

Mit dem Bagger begann vor 17 Jahren der Aufbau des Sand- und Waterwerks. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Mit dem Bagger begann vor 17 Jahren der Aufbau des Sand- und Waterwerks. Foto: Gerd-Arnold Ubben

Doch diese umzusetzen, war leichter gesagt als getan, denn nicht jeder war ihr wohlgesonnen, es gab von einigen Seiten Widerstände, insbesondere auch aus Reihen der kommunalen Politik. Bevor Erika Bongers und ihr Team richtig loslegen konnten, mussten sie so manchen dicken Brocken aus dem Weg räumen und jede Menge Hürden überwinden, um ihre Ziele letztlich doch zu erreichen. Viele in der Bevölkerung waren dann jedoch überrascht von ihrer Hartnäckigkeit und dem Willen, etwas durchzusetzen, wenn es der Sache diente.

Lob und Anerkennung kamen im Lauf der Jahre

Dem Team gelang es im Laufe der Jahre durch Enthusiasmus, Leidenschaft und unbändigem Einsatz aus dem einst verwahrlosten Gelände kontinuierlich ein Schmuckstück zu machen. Sie gestalteten und kreierten einen Wassererlebnisgarten, der als Umweltbildungslernort und Mehrgenerationengarten von Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen bis heute genutzt wird.

Weit über die Grenzen der Gemeinde Ihlow hinweg erfuhr das Team des Sand- und Waterwerks Anerkennung und Lob für seine umfangreiche Arbeit und die vielfältigen Angebote und Möglichkeiten auf dem Gelände, insbesondere für Kinder und Jugendliche, jetzt auch in der Politik sowie in Kultur und in der Bevölkerung. Das Sand- und Waterwerk wurde im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Aushängeschild und Werbeträger der Gemeinde Ihlow.

Angebote für Kinder und Erwachsene

Entmutigen ließ Erika Bongers sich nicht so leicht. Das war beim Aufbau der Einrichtung ein großes Plus. Wenn Förderanträge wieder einmal nicht bewilligt wurden und das eine oder andere daneben ging, stand die Chefin des Vereins wieder auf und machte sich umso hartnäckiger ans Werk. „Unser Hauptaugenmerk als Verantwortliche des Sand- und Waterwerks haben wir auf die umweltpädagogischen Bildungsangebote für Kindergärten und Grundschulklassen gelegt“, erklärte die ehemalige Vorsitzende.

Im Jahr 2011 wagten der damalige Ihlower SPD-Fraktionsvorsitzende Erich Harms (links) und SPD-Landtagsabgeordneter Wiard Siebels eine Floßfahrt im Sand- und Waterwerk. Foto: Heino Hermanns
Im Jahr 2011 wagten der damalige Ihlower SPD-Fraktionsvorsitzende Erich Harms (links) und SPD-Landtagsabgeordneter Wiard Siebels eine Floßfahrt im Sand- und Waterwerk. Foto: Heino Hermanns

Doch auch die Erwachsenen kamen nicht zu kurz und erlebten schöne und ereignisreiche Stunden auf dem Gelände bei den Ihlower Frauenwochen, beim Schweißen für Frauen unter dem Motto „Heiße Sachen nur für Frauen“, bei Lesungen, beim Frauenkabarett oder bei Mal- und Bastelaktionen.

Besuch beim Bundespräsidenten

Im Laufe eines jeden Jahres fanden weitere interessante und publikumswirksame Veranstaltungen statt, unter anderem die „Simonswoldmer Gartenpartie“, der „Basar mitten im Jahr“, der weihnachtliche „Hüttenzauber“ oder „Heilig Abend in der Jurte“ mit dem Überbringen des Friedenslichts aus Jerusalem durch die Pfadfinder.

Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit erhielten die Macher des Sand- und Waterwerks zahlreiche Auszeichnungen und Förderungen. Dazu gehörte nicht zuletzt ein Besuch beim Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in Berlin.

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